Meine Erinnerungen an Karl Behre
Im Februar 2026 werden Bilder der Realschule Beverungen, jetzt Sekundarschule Beverungen, im Schübeler Bettenparadies ausgestellt. Zwei Gemälde von Karl Behre zeigen die erste Schule, ein
Holzgebäude, 1926 bis 1946. nahe der Burg Beverungen und das zweite Gebäude, die Städtische Realschule in der Bahnhofstrasse 1946 bis 1966. Beide Gebäude wurden in der Zwischenzeit abgebrochen.
Das dritte Bild ist eine Grafik der Städtischen Realschule von 1987 im Zustand der Errichtung von 1966 als Blaupause. Diese Grafik wurde von Norbert Rolf, Berlin, angefertigt. Leider wurden die schönen alten Schwingflügelfenster entfernt und durch nicht passende Fenster ersetzt. Die alten Fenster passten sehr gut in Breite und Höhe zu den Proportionen des Baukörpers.
Im Schuljahr 1976/1977 hatte ich an der Realschule Kunstunterricht bei Karl Behre. Herr Behre brachte uns das perspektivische Zeichnen bei. Ich hatte die Grundlage des perspektivischen Zeichnens
sehr schnell begriffen und konnte zügig meine erste Zeichnung erstellen, eine Straßenszene, danach verfeinern und kolorieren. Herr Behre gab mir den Rat, Architektur zu studieren. Geh zur
Bauschule, war seine Ansage. Ich nahm meine ersten perspektivischen Werke und bewarb mich in Beverungen um eine Ausbildungsstelle zum Bauzeichner. Das erste Bewerbungsgespräch war erfolgreich und
ich hatte nach 2,5 Jahren meinen Abschluss. Nachdem ich in Holzminden mein Fachabitur für Bauwesen abgelegt hatte, schrieb ich mich an der Fachhochschule Holzminden im Studiengang Architektur
ein. Nach 3,5 Jahren hielt ich stolz eine Diplomurkunde in der Hand. Mir war aber klar, jetzt fange ich erst richtig an zu lernen. 1985 ging ich nach Karlsruhe und trat meine erste Stelle an, der
Chef war ebenfalls Absolvent in Holzminden, jedoch bereits in den 1960-er Jahren.
1987 – zehn Jahre nach meiner Schulzeit habe ich die ausgestellte Grafik in schwarz-weiß als Tuschezeichnung auf Transparent angefertigt und 2025 in eine Blaupause gewandelt.
1988 hatten wir unser erstes Klassentreffen nach 1977 gefeiert. Ich hatte die Grafik verkleinert und jedem einen Abzug als Einladung verschickt. Karl Behre kam auch zum Klassentreffen, er kam
sofort zu mir, gratulierte zur Grafik und fragte, ob ich Grafiker geworden sei. `Nein Herr Behre, ich bin Ihrem Rat von 1976 gefolgt und habe Architektur studiert`. Passt auch, war seine knappe
Antwort.
Mittlerweile bin ich seit über 30 Jahren in Berlin, zeichnen ist immer noch eine Leidenschaft, besonders das Zeichnen von Hand. In den letzten Jahren ist abstrakte Malerei und Fotografieren dazu
gekommen.
Besonders freue ich mich, dass der Sohn von Karl Behre, Michael Behre, die Idee hatte, den Lehrer Karl Behre und seinen ehemaligen Schüler gemeinsam auszustellen, um die Entwicklung der
Städtischen Realschule Beverungen und deren bauliche Geschichte in drei Bildern zu präsentieren.
Ein besonderer Dank geht an Carl-August Schübeler, der diese kleine Ausstellung ermöglicht.
norbert rolf architekt + sachverständiger, berlin