Windräder stehen wieder auf der Agenda

Ein Interview zum Thema mit Volker Faltin

05.06.2020 /  MZ

Lauenförde. Das Thema Windräder ist auch in Derental und Lauenförde (wieder) aktuell. Hierzu  hat LA ein Online-Interview mit einem Verfechter der Windradenergie geführt, der die Windenergie aber an Bedingungen knüpft, Volker Faltin.

 

LA: Guten Tag Herr Faltin, in Lauenförde und Derental sollen Windräder zugelassen werden. Sie sind hier der erste gewesen, der auf Sonnenenergie gesetzt hat. In Derental hat sich eine BI gegründet, die keine Windräder will.

 

VF: Ja, das stimmt, die Sonnenenergie ist unerschöpflich und nach 28 Jahren Erfahrung muss ich sagen: Es funktioniert phantastisch. Unser gesamter Energiebedarf, Strom, Wärme, Mobilität wird quasi von der Sonne gedeckt.

 

LA: Und doch gibt es Mitmenschen, die z.B. keine Windräder akzeptieren wollen.

 

VF: Ja, da gibt es dann immer die gleichen Gegenargumente: Sichtachsen, Rotmilan, zu nah an meinem Haus, zu laut usw.

 

LA: Wie stehen Sie zu Windrädern?

 

VF: Wenn Windräder in einem Ort, dann dürfen die Erträge nicht bei den Konzernen landen, sondern bei jedem Bürger direkt.

 

LA: Wie soll das gehen?

 

VF: Wir haben da vor 5 Jahren ein ausführliches Konzept mit dem damaligen Bürgermeister von Derental, Karl-Friedrich Pieper, entwickelt.

Kurz gesagt: Ein genossenschaftlich organisiertes Gesamtkonzept, das für jeden Haushalt eine jährliche Ersparnis von ca. 400,-€ an Stromkosten und 600,-€ an Heizungskosten (für einen 3 Personenhaushalt) bringt, ist bestimmt besser als wenn es in den Taschen etwa eines Konzerns außerhalb von Lauenförde landet. 

LA: Sie wollen auch Windstrom in Gas umwandeln?

 

VF: Das ist eine einfache Möglichkeit durch Elektrolyse den überzähligen Strom zu speichern und wenn man da CO2, für das übrigens Geld bezahlt wird, zuführt, dann kann man daraus auch Methanol erzeugen, das man dann ganz normal in den Tankstellen tanken kann.

 

LA: Warum wehren sich dann die Bürger dagegen.

 

VF: Die Wertschöpfung bleibt 100% im Dorf und so wie mein Haus umweltneutral beheizt wird, so würde z.B. Lauenförde energieneutral und würde jedes Jahr pro Windrad z.B. 4100 Tonnen CO2 einsparen. Aber zu der Frage. Ich verstehe es nicht. Man muss sich schon intensiv informieren. Und das braucht viel Zeit. Und wie der Kölner sagt: "Man muss auch gönne könne." Und wenn man es sich selbst gönnt, dann verändert das bestimmt den Blickwinkel.

 

LA: Vielen Dank Herr Faltin!

Ich habe hier noch eine Tabelle, die man sich mal ansehen sollte: