Steffi Werner

Text und Fotos © Steffi Werner

Ältere Beiträge finden Sie auf Kolumnen, die das Leben so schreibt.


Von Balkonkästen, Blumenerde, Saatbändern und Kälte.

Eigentlich wollte ich meinen Balkon nicht bepflanzen, weil wir hier windschnittig leben. Hier pfeift es aus jeder Himmelsrichtung. Ich habe nach einem Sturm vor langer Zeit meine Balkonmöbelabdeckplane auf der anderen Seite des Hauses wieder gefunden, und mein“ kleines Schwarzes“ in einem Busch neben dem Haus. Es sollte nur auslüften und schwupps – hing es im Rhododendron unter auf der Wiese.

 

Aber irgendwie sieht das so nackig aus hier. Und so ganz unwichtig sind Pflanzen/Blumen ja auch nicht für Insekten.

 

Also bin ich losgegangen und habe mich eingedeckt: Saatbänder Marke „hängende Balkonpflanzen“, Saatgut Marke „Wildblumen-Style“. Aber auch Pflanzen, welche aus der Saat schon lange raus sind. Noch Balkonkästen besorgt und Draht, damit ich die Dinger fixieren kann. Wegen dem Wind eben. Und Blumenerde. Ganz viel Blumenerde.

 

Es kamen dann noch diverse andere Pflanzen dazu, auch noch diverse andere Balkonkästen und diverse andere Blumenerde. Noch mehr Blumenerde. Der letzte Sack beinhaltete 35 Liter, ich habe nach 50 Stufen gepumpt wie ein Maikäfer hier im Hausflur und hatte dauernd Schiss, dass der Beutel reißt. 35 Liter Blumenerde im Treppenhaus: Ich hätte gefegt wie doof. Diesen Beutel Blumenerde habe ich wie einen Säugling durch das Treppenhaus getragen, vorsichtiger ging nicht. Wie eine Prozession war das.

 

Nach knapp einer Woche konnte ich sehen, dass sich die Saat hier wohlfühlt. Da kommt jetzt ganz langsam Bewegung in die Blumenkästen. Was hab ich mich gefreut, da entwickelt man leichte Muttergefühle.

 

Tja, und dann kam die Kälte zurück. Das hätte ich im April einkalkulieren müssen. Habe ich aber nicht. Als ich am Freitag im Büro saß und dicke, fette Schneeflocken vom Himmel fielen, war mein erster Gedanke:

 

„Oh nee, nein, mein Saatgut!“

 

Also den Kurzen angerufen, der war zum Glück noch zu Hause, und ihn gebeten alte Handtücher über die zwei Kästen zu hängen. Das hat er auch gemacht, nur eben nicht mit alten Handtüchern. Egal. Nur das Beste für die Saat. Nach Feierabend bin ich gleich auf den Balkon und habe die Lage gepeilt. Das sah aber gut aus. Handtücher wieder drüber und gleich auf die Wetter-App geschaut wann meine Saat über den Berg ist. Die Prognose war jetzt nicht so dolle.

 

Heute morgen schien die Sonne, der erste Gang war auf den Balkon zu meinem Saatgut. Kurz abdecken und checken was so geht. Die Handtücher waren gefroren, ich konnte die quasi runter heben. Und die Saat lächelte mich an.

 

„Super, Mensch, diese Saat ist eine tolle Saat. Eine windschnittige Saat. Saat, Du bist toll.“

 

Etwas Wasser dran, die Kästen hatten ja zwei Tage totale Quarantäne.

 

Und dann kam der Regen. Und es war wieder arschkalt. Und die Kästen bis zum Anschlag voll mit Gießwasser und Regenwasser.

 

Aber: Es kommen immer mehr grüne Keime aus der Erde gekrabbelt.

 

Und es soll ja ab morgen wieder wärmer werden mit mehr Sonnenschein.

 

Der Kauf der Solarlampen ist eine eigene Story wert, ich habe nicht gesehen, dass die Teile bei Einbruch der Dunkelheit blinken wie Disko-Kugeln aus den 80ern. Aber auch schön 😀

 

Wenn sich meine Wildblumen und hängenden Balkonpflanzen halten, dann besorge ich denen noch andere Kameraden: Hängepflanzen in Blumenampeln. Die kaufe ich aber fix und fertig, dieses Geschleppe von den Säcken steht mir bis oben hin. Echt jetzt. ^^

Die Macht der Presse und die Penetranz von Z-Promis.

Ich habe in den letzten Wochen/Monaten (auf einige spezielle Fälle bezogen) viel auf unseren „großen Seiten“ gelesen. Und mir auch oft Gedanken darüber gemacht, warum der Voyeurismus heutzutage so ausartet im Bereich der Berichterstattung. Warum wir beispielsweise bis in kleinste Detail an Tragödien teilnehmen wollen, warum bis ins kleinste Detail berichtet wird. Welche Macht die Presse/die Sender teilweise haben, in welche Richtung sie vieles lenken können. Welche Überschriften fokussieren, aber im Grunde genommen so gar keinen Inhalt hervorbringen. Und welche Meldungen nach ein paar Tagen versickern, während sich andere über Monate halten. Hier sei die Frage nach dem Warum erlaubt, und hier beantwortet sich diese Frage teilweise von ganz alleine.

 

Gerade wenn es um Schicksalsschläge geht, auch im Bezug auf prominente Personen (oder solche, die sich dafür halten bzw. so angepriesen werden).

 

Der bekannte Satz:

 

„… sprach zuerst mit der Leiche“

 

hat in den letzten Wochen mehr denn je an Aktualität gewonnen. Leider. Wenn der Tod eines Menschen wochenlang die Meldungen beherrscht. Wenn der Tod eines Menschen dokumentiert wird, stellenweise mit grenzwertigen Bildern/Dokumentationen. Wenn über den Tod eines Menschen spekuliert wird, auch wenn diese Spekulationen noch so an den Haaren herbei gezogen scheinen. Wenn uns solche Meldungen auf der einen Seite echt total nerven, man sie aber auf der anderen Seite trotzdem liest. Bei Facebook usw. sind allerdings die Kommentare dazu das Salz in der Suppe. Auch ich spreche mich davon nicht frei. Also vom mitlesen und Salz in die Suppe streuen. 

 

Ich bin auf diverse Seiten gestoßen im Zusammenhang mit einer ganz bestimmten Berichterstattung, und dort haben sich Menschen zusammen getan die viel Insiderwissen hatten und eben nicht nur spekuliert haben.

 

Da kamen dann plötzlich ganz andere Infos an das Tageslicht. Und ich war so naiv zu denken, dass aufgrund dieser Schilderungen diese penetrante Berichterstattung über einen gewissen Vorfall bald ein Ende nimmt. Das tat und tut sie aber nicht. Es wird immer weiter im Sumpf gewühlt. Verkaufszahlen sind wichtig, das ist auch mir klar. Ohne Moss nix los. Wie sehr unsere Medien viele von uns lenken, wie sehr sie nicht immer so wirklich realitätsnah berichten, das wurde mir persönlich in den letzten Wochen allerdings mehr als deutlich.

 

Kommen wir in diesem Zusammenhang nun zu den Z-Promis:

Verfolge ich die Presse, dann begegnen mir oft Namen welche ich nicht kenne. Noch nie gehört. Wer ist das? Teilweise google ich diese Leute. Die Zahl der Stars und Sternchen nimmt jeden Tag rasant an Fahrt auf. Ob nun unsere lieben Influencer, unsere Casting-Teilnehmer diverser Formate, ob die Teilnehmer an den verschiedensten Dokumentationen. Viele verglimmen schneller als sie auftauchten am Show-Himmel, andere halten sich. Nur leider nicht immer aufgrund ihrer Talente, ihrer Leistungen, ihrem Ehrgeiz, ihrem Fleiß oder ihrer Gaben, sondern aufgrund ihrer Penetranz. Und ihrer Schmerzlosigkeit. Schmerzlos muss man wohl sein um sich zum Honk zu machen und um sich zu verkaufen. Wobei einige wenige es noch halbwegs niedlich veranstalten und es so in das Herz der Zuschauer schaffen. Das ist auch dann in Ordnung, wenn betreffende Person das alles selbst in der Hand hat.

 

Nicht in Ordnung ist es aber, wenn ein(e) Hinterbliebene(r) eines (Z)Promis, egal wie sie/er fokussiert hat, das große Geld riecht und alles verkauft was eigentlich zur Privatsphäre gehört. Wenn die Person, um die es eigentlich geht, nichts mehr daran ändern kann aufgrund von Krankheit oder schlimmeren Entwicklungen. Wenn Menschen den Medienrummel aushalten müssen, welche das eigentlich nicht wollen. Weil sie zu jung sind, das Trauma noch nicht überwunden haben, sich vielleicht auch in ihrer Privatsphäre gestört fühlen. Genau das ist anscheinend der neue Trend. Die Medien beißen an, denn intime Dinge lassen sich gut verkaufen. Da schließt sich der Kreis.

 

„Er hat gehört“, „sie hat gesagt“, „seine letzten Worte waren“, „hier aktuelle Fotos/Videos, schaut mal“ etc.

 

In der letzten Zeit sind einige Ikonen verstorben. Echte Ikonen. Man konnte ein paar Tage diese Meldungen lesen, dann war Schluss. Darin mag der Unterschied liegen: Es hat etwas mit Achtung, Respekt und Pietät zu tun. Privilegien, die einige Hinterbliebene in Ehren halten. Schade, dass diese Privilegien auszusterben scheinen.

 

Ich möchte jedenfalls nicht, dass man mein Privatleben verkauft in einer Situation, in der es mir nicht gut geht. Oder ich nicht mehr auf diesem Planeten verweile. Egal auf welche Art und Weise, weil sich jemand daran bereichern möchte. Punkt.


Pack die Badehose ein – oder auch nicht?!?

USLAR/VOLPRIEHAUSEN

Ob wir Bürgerinnen und Bürger aus dem Uslarer Land auch in Zukunft die Badehose einpacken können/dürfen/wollen und nach Volpriehausen ins Freibad düsen, das ist die grundsätzliche Frage am kommenden Freitag in der DGA Schlarpe.

Ab 19.30 Uhr wird es mit den Moderatorinnen Annika Wilke und Esther Graepler zu einer Diskussionsrunde kommen zu der alle Interessierten eingeladen sind.

Wird es weitergehen? In welcher Form wird es weitergehen? Ist das Freibad Volpriehausen vielleicht in naher Zukunft Geschichte?

Diese Fragen können nicht nur die Damen und Herren der Bürgerinitiative des Freibades beantworten, auch nicht all die helfenden Hände, die Verantwortlichen, die Unterstützer. Die Besucher sind auch gefragt. Und werden auf ihre Fragen ebenfalls Antworten bekommen wenn es um weitere Pläne und den momentanen Stand der Dinge geht.

Auch ein Freibad kommt in die Jahre. Heißt: Die Dinge werden nach 10 Jahren nicht frischer oder moderner. Eine Bürgerinitiative in Eigenregie, mit sicherlich etwas Unterstützung, wird das alles finanziell auf Dauer nicht wuppen können. Eines der Probleme.

Zudem stellt man sich die Frage, welche Rolle der Neubau der B241 spielen wird wenn diese eines Tages in unmittelbarer Nachbarschaft den Verkehr dort entlang führt. Wiederum das andere Problem.

Wir hier in Uslar haben nur einige wenige Kilometer entfernt zwei Freibäder, in denen die jüngsten Uslarer das Schwimmen erlernen können. Bedenkt man, dass immer weniger Kinder die Chance darauf haben, eben weil in der Vergangenheit nicht nur in unserer Region die Bäder schließen mussten, dann ist das nicht nur eine traurige sondern auch eine gefährliche Entwicklung.

Zwei Freibäder, in denen sich auch die Erwachsenen nach Feierabend, an den Wochenenden oder im Urlaub in der Sonne rekeln können, ein paar Bahnen ziehen, bei einem Kaffee oder Eis den neusten Klatsch und Tratsch austauschen. Das ist der Vorteil und das schöne an unseren kleinen Freibädern. In dörflicher Idylle.

Zwei Freibäder, an denen auch an den Wochenenden Events auf die Beine gestellt werden um Besucher anzulocken. Der Rubel muss rollen, sonst kann man sich all die Arbeit und Mühe sparen. Das ist die Realität, und diese lässt sich leider nicht immer schön reden.

Um schauen zu können wohin die Reise geht, welche Argumente die Besucher anbringen (ob positiv oder negativ), ob überhaupt weiterhin Interesse besteht, was die Bürgerinitiative zu berichten hat, das alles ist Inhalt der Diskussion am Freitag in Schlarpe. 

Gerade bei solchen Gesprächen entstehen oft neue Ideen, neue Sichtweisen, neue Tendenzen.

Deshalb sind Sie alle aufgerufen sich bei Interesse einzubringen in die Zukunft des Freibades Volpriehausen.

Es wäre schon toll, wenn auch in Volpriehausen weiterhin die Badehosen ausgepackt werden.

„Weiter machen“ würde der Schorse jetzt sagen. Weiter machen. 😉

Heut` war so ein schöner Tag: Schallallallallaaaa.

Was ging mir die graue Grütze auf die Nerven: Winter mit Regen, grauem Himmel und einer Stimmung wie im Herbst. Ich finde Schnee jetzt nicht so prickelnd, aber es wäre mir lieber gewesen das Wetter zeigt sich knackekalt in weißer Pracht, gerne mit blauem Himmel und Sonne.

 

Aber wir sind ja nicht bei „wünsch Dir was“, sondern bei „so ist es.“

 

Heute war der Tag der Tage irgendwie. Man wachte auf und sah einen strahlenden blauen Himmel ohne Wolken. Und die Sonne. Die Luft roch so geil. Nach Frühling. Yes! So soll es sein.

 

Obwohl ich an den letzten Wochenenden eher die Couch-Potato war, an vielen Wochenenden quasi bin, taten ein paar Schritte an der frischen Luft heute so gut.

 

Es ging anscheinend aber nicht nur mir so, denn viele waren heute unterwegs und haben diesen traumhaften Tag genossen.

 

 

Mein Onkel sagte bei diesem Wetter vor langer Zeit mal zu mir:

 

„Stefanie, es ist Böschungswetter.“

 

Heute war Böschungswetter, den Hintergrund seiner Aussage erkläre ich hier nicht im Detail 😉

 

Der heutige Tag läutet den Frühling noch nicht ein, das wäre zu früh.

 

Die Kraniche, welche ich beim Einkaufen am Abend noch hörte, läuten den Frühling auch noch nicht ein. Egal. Welcome back, Kraniche.

 

Es war so herrlich heute.

 

In einer Haushaltsgruppe konnte ich lesen, dass die Hardcore-Hausfrauen die Sonne fürchten, weil sie Schlieren an den Fenstern zeigt, Staub auf den Möbeln, Dreck an den Fliesen. Wie wumpe mir das alles ist.

 

„Es gibt wichtigere als Fenster putzen: Nämlich hinaus schauen.“


Das kleine Mädchen in der pinkfarbenen Jacke.

Stadtkind und Dorfkind und so.

Vor ein paar Wochen fiel mir morgens auf dem Weg zur Arbeit ein kleines Mädchen auf in einer total auffälligen pinkfarbenen Jacke. Dieses kleine Mädchen war auf dem Weg zum Schulbus. Auf einem unserer Dörfer rund um Uslar. Ich musste etwas schmunzeln weil es fast schon herzerwärmend aussah, wie dieses kleine Persönchen mit dem großen Ranzen auf dem Rücken zur Bushaltestelle ging. Ich sah sie schon aus weiter Entfernung, dieses pinkfarbene Jäckchen hat echt Leuchtkraft. Auch bei Dunkelheit. Dieses kleine Mädchen geht bei Wind und Wetter zur Haltestelle. So kenne ich es aus meiner Kindheit auch noch.

 

Mal steht das kleine Mädchen dort alleine, mal spielt sie mit den anderen Kindern. Weder die Dunkelheit noch die eisigen Temperaturen machten den Kindern etwas aus. Sie kamen klar.

 

Vor ein paar Wochen hatte ich verschlafen und war später dran als gewohnt. Ich wohne gegenüber von einer Grundschule, das muss ich kurz erwähnen. Als ich zum Auto ging war es zu der Zeit, als die „Mutter-/Vater-Taxis“ hier einflogen auf unserem Parkplatz. Es war viel los, das kann ich wohl behaupten. Wie im Taubenschlag kamen die Eltern samt Kindern an und wie im Taubenschlag fuhren die Eltern wieder ohne Kinder ab. Aber irgendwie dauerte das alles. Ich konnte noch sehen wie ein Vater mit den Kindern an den Kofferraum ging und live dabei war, als die Kiddies ihre Ranzen aus dem selbigen holten. Überhaupt war auffällig, dass das alles irrsinnig lange dauerte. Also das „Absetz-Manöver“.Es fahren aber auch zu bzw. von dieser Grundschule Busse. Das am Rande bemerkt.

 

Nun könnte ich erwähnen, dass diese Grundschule an einer stark befahrenen Hauptstraße liegt. Aber: Das kleine Mädchen in der pinkfarbenen Jacke steht an derselben Hauptstraße, halt nur knapp 2 km bzw. 3 km weiter.

 

An der Grundschule hier steht morgens sehr oft ein Streifenwagen. Wahrscheinlich aus dem Grund der Überwachung/Sicherheit. Bei dem kleinen Mädchen in der pinkfarbenen Jacke stand bisher in unmittelbarer Nähe noch nie ein Streifenwagen. Zumindest habe ich das in den letzten Wochen nicht gesehen.

 

Nur 2 km oder 3 km Entfernung, aber doch ein so großer Unterschied.

 

Ich kenne das kleine Mädchen in der pinkfarbenen Jacke mit dem großen Ranzen nicht, aber irgendwie bin ich total stolz auf sie. ^^


Schicke sie/ihn noch 1x um die Welt.

Seit geraumer Zeit ist auffällig, dass hier bei Facebook Bilder von Menschen auftauchen, welche kürzlich verstorben sind. Auch Bilder von Tieren. Natürlich zeigen diese Bilder Mensch/Tier zu Lebzeiten. Wobei ich vorhin das Foto eines verstorbenen Hundes sah. Angehörige/Frauchen/Herrchen/Freunde/Fremde bitten dann darum, diese Bilder über das eigene Profil zu teilen, um diese Menschen/Tiere noch 1x um die Welt reisen zu lassen. Facebook ist ja international.

 

Man darf sich gerne fragen welchen Sinn das haben soll. Wahrscheinlich ist es eine Art Trauerbewältigung. Dagegen ist auch nichts zu sagen. Jeder geht mit Trauer anders um.

 

Wenn ich das Bild einer verstorbene Katze aus den USA hier in Südniedersachsen teile, was hat die Katze dann davon? Vielleicht hilft es der Halterin/dem Halter, aber sicherlich nicht der Katze.

 

Ich frage mich allerdings ob die verstorbenen Menschen gewollt hätten, dass ihr Bild und ihre Geschichte durch das Internet geistern. Geteilt teilweise von Leuten, zu denen keine Verbindung besteht.

 

Ich frage mich auch ob diejenigen, die diese Bilder teilen, kurz hinterfragen wen sie da um die Welt schicken.

 

Weiterhin sei die Frage erlaubt, wie es mit dem Datenschutz aussieht.

 

Mal eben ein Foto mit ein paar Worten des Abschiedes/der Trauer hochladen und auffordern dieses zu teilen, ist nicht gerade die feine englische Art. Zumal die verstorbene Person dafür wahrscheinlich nicht ihre Zustimmung gegeben hat oder gegeben hätte. Vielleicht war diese Person gar nicht bei Facebook, Twitter und Co. vertreten, eben weil sie nichts davon gehalten hat.

 

Für mich persönlich wäre es der Horror, würde man Fotos meiner verstorbenen Angehörigen/Freunde in den sozialen Netzwerken hochladen und die anderen User bitten dieses Bild zu teilen. Ich würde es auch für mich nicht wollen. Niemals.

 

Ganz schlimm fand ich heute, dass einige User/Userinnen ein Bild des kleinen Julen verbreitet haben mit der wiederholten Bitte es zu teilen wegen der Reise um die Welt und auch der Anteilnahme. Das wäre Sache der Eltern, nicht Sache von wildfremden Personen. Eigentlich weiß auch niemand, ob das Bild wirklich den verunglückten Junge zeigt. Nicht mal eine Quellenangabe war dabei. Von dem Einverständnis der Eltern ganz zu schweigen, das weitaus übelste an der Sache.

 

Wenn dann noch aufgefordert wird Herz zerreißende Worte in der Chronik zu teilen den kleinen Julen betreffend, ahne ich eher Likegeilheit. Und Pietätlosigkeit dem Kind sowie seinen Eltern gegenüber. Das macht man einfach nicht. Punkt.

 

Es ist immer schlimm einen Menschen oder ein Haustier zu verlieren. Aber nicht weniger schlimm finde ich die Respektlosigkeit, Fremde aufzufordern Fotos/Intimitäten zu verbreiten. Von jemandem, der genau so etwas vielleicht nie gewollt hätte. Oder sich nicht mehr dagegen wehren kann. Von der Machtlosigkeit der Hinterbliebenen ganz zu schweigen.

 

Einfach mal darüber nachdenken.


Mein erstes Mal – der Schüttenhoff 2014 – Junge!

 

Wahrscheinlich werden bei der Überschrift schon 99% der Damen und Herren, welche einen historischen Schüttenhoff (Schützenfest) kennen, den Kopf schütteln und sich mit der Hand vor die Stirn schlagen. 

„Frau Werner, bitte, nicht Ihr Ernst jetzt!“

„Ja, Mensch. Entschuldigung, Leute. Doch!“

Obwohl nur ein paar Kilometer von Bodenfelde wohnhaft (Südniedersachsen/Weserbergland/Solling-Vogler-Region), wo am Pfingstwochenende nach 5-jähriger Abstinenz der nächste Schüttenhoff stattfindet, war ich dort 2014 zum ersten Mal. 

 Aber nicht als Besucherin, sondern dienstlich. Als Sanitätshelferin. 

Gerade bei den Übungsabenden hinsichtlich dieses Festes/Festwochenendes wurde mir nach und nach klar, dass der Bär steppen wird. Und dass sich nicht nur hunderte von Aktiven einfinden werden, sondern auch tausende von Besuchern. Nach ausreichender und exzellenter Vorbereitung in den vielen Schulungsstunden war es dann so weit. 

 

Schicke Männer auf schicken Pferden 

 

Mit so vielen Uniformen seitens der Aktiven hatte ich nicht unbedingt gerechnet, auch wenn die Meldungen in den sozialen Netzwerken bzw. die Schnappschüsse von diesem historischen Event schon einen ersten Hinweis darauf gaben. 

Als ich an meinem ersten Einsatztag unten an der Weserpromenade stand, wusste ich teilweise nicht wo ich nun zuerst und zuletzt hinschauen sollte. Uniformen über Uniformen über Uniformen. Menschen über Menschen über Menschen. Und Pferde. Und Uniformen. Und Menschen. 

Und plötzlich sieht man Männer, die sich sonst nur im Auto oder zu Fuß zeigen, auf einem schicken Pferd sitzen. Als hätte sie nie etwas anderes getan als auf einem schicken Pferd zu sitzen. 

Plötzlich sieht man den Nachbar, der sich sonst nur in Jeans und T-Shirt zeigt, in einer schicken Uniform stramm an der Weser stehen. Als hätte er nie etwas anderen getan als in einer schicken Uniform stramm an der Weser zu stehen. 

 

Sonne, Saft und Schlaf

 

Schon bei den Proben brannte der Planet vom Himmel, Pfingsten 2014 war  ein dolles Wochenende mit viel Sonne und wirklich hohen Temperaturen. Kriterien, welche uns im Dienst leichte Sorgen machten. 

Hoffentlich trinken die alle genug. Wasser natürlich. Oder Saft. 

Und hoffentlich haben die alle genug gegessen. Was leichtes natürlich. Oder Obst. 

Und hoffentlich stehen die alle auch mal im Schatten. Mit Kopfbedeckung natürlich. Oder gut eingecremt. 

In den Einheiten war die Stimmung wohl locker-flockig, aber es herrschte auch Zucht und Ordnung. Ich konnte das alles noch nicht so wirklich einordnen. 

An dem Tag, an dem ich zum ersten Mal auf die Schlachten traf im Ortskern, Bodenfelde war rappelvoll mit Aktiven und Besuchern, die Sonne brannte wieder volles Brett und gnadenlos, war ich abends nach Dienstende platt wie ein 2-jähriges Kind. Und habe vor Erschöpfung geschlafen wie ein dicker Maikäfer auf dem Rücken. Mit zusammengefallenen und angesengten Flügeln. 

All die Eindrücke musste ich irgendwie erst mal wechseln. 

 

Kampfeslustige Herren und viele Wasserflaschen

 

Die Männer, welche plötzlich auf Pferden saßen, ritten durch den Ort, dass mir Angst und Bange wurde! Ich war so angespannt, Bizeps und Trizeps an den Oberarmen standen wie eine Eins. Als die älteren Herren dann mit in die Schlacht einstiegen, hatte ich versucht jeden einzelnen im Auge zu haben. Ich hatte echt etwas Angst um sie. Es war ein schöner Anblick trotz allem. 

Kleinere Knallgeräusche waren schon wohl zu hören, aber mein persönliches Drama kam ja noch: Als die Kanonen gezündet wurden. Ich bin gefühlte 17 Meter abgehoben, ca. 354 Mal, meine Pumpe war im Takt kompatibel mit der Kapelle so Rhythmus technisch gesehen und mein erster Gedanke: 

Steffi, jetzt schießen sie schon auf Dich!“ 

Du liebe Güte, ich dachte kurz meine Kameraden müssen sich gleich um mich kümmern. 

Die galoppierenden Pferde, die kampfeslustigen älteren Herren, die Kanonen, die Sonne: Ich hielt wie hypnotisiert meine Wasserflasche mit den Händen umklammert und fragte mich: „Was kommt jetzt noch?“

Ich hatte was von Marine und Schiffen gehört. Und kurz keimte in mir der Gedanke auf, ich müsse vielleicht mit einem Tretboot auf der Weser für Erste Hilfe-Maßnahmen irgendwie vor Ort sein. Das musste ich aber nicht.  Puh!

 

Diesmal kein Dienst, sondern Party

 

Die Schlachten waren geschlagen, der Festumzug begann. Wir in unserem Fußtrupp waren irgendwie auf einem Level mit den Jägern, die Herren waren sehr, sehr nett. 

Bei der Affenhitze hatten sich einige Aktive Geschirrtücher unter die Kopfbedeckungen geschoben um den Schweiß aufzusaugen. Ich wette, bei einigen wog das Tuch nach dem Umzug so viel wie ein halbes Pfund Schlachte-Mett vom Metzger des Vertrauens. 

Und immer hatte man die Augen bei den Besuchern, den aktiven Damen und Herren. Hin und wieder kam es auch zu Einsätzen, meines Wissens nach aber zu keinen dramatischen Ereignissen.  

Ich habe stundenlang literweise Wasser getrunken, war nicht 1x austreten, habe geschwitzt wie in einer 105 Grad-Sauna mit Kiefernnadel-Aufguss,  hatte Puls und Blutdruck, in meinen Dienststiefeln müssen gefühlte 1254 Grad gewesen sein. 

Aber: Nach einem Narkose ähnlichen Schlaf am Abend nach dem nächsten Dienst konnte ich kurz und knapp erklären, um was es beim Schüttenhoff in Bodenfelde geht. 

Dieses Jahr ist es wieder so weit. Der Part mit den Kanonen wird mich nicht aus den Puschen hauen. Und ich bin nicht im Dienst. Diesmal nicht. Ich bin bereit. Junge!

  

Pfingsten 2019 startet in Bodenfelde der nächste Schüttenhoff, seien Sie dabei. 


Neujahrsempfang Uslar 2019 – Schnittchen, Schläuche, Schnacker.

Nun ist auch er schon wieder Geschichte, der Neujahrsempfang unserer Stadt. Ausrichter in diesem Jahr war unsere Feuerwehr. In der Schule an der Schwarzen Erde gab es Ansprachen, Shakehands, Worte des Dankes und ein Rèsumè des Jahres 2018.

Die Feuerwehr richtete den Fokus darauf, wie wichtig das Ehrenamt hier in unseren Breitengraden ist. Gerade in der ländlichen Region. Und wie wichtig Arbeitgeber sind, die ihre (nebenbei noch Ehrenamtlichen) Angestellten in die Einsätze gehen lassen, auch und gerade wenn diese während der Arbeitszeit stattfinden. Wie wichtig der Nachwuchs ist, die Ausbildung, die Familien hinter den „Ehrenämtlern“.

Es gab kurze Einblicke in die Arbeit unserer Feuerwehren auf der Bühne.

Schon lange wissen sicherlich von uns zu schätzen wie schnell und kompetent unsere Feuerwehren agieren. Ich finde die kurzen Zeitspannen zwischen Alarmierung und den ersten Einsatzfahrzeugen auf der Straße immer wieder verblüffend.

Wie wichtig das Ehrenamt ist, davon konnte auch der Stadtjugendring ein Lied singen. Auch an dieser Stelle kamen viele Worte des Dankes an all die Unterstützerinnen/Unterstützer von diversen Events und Tätigkeiten. Ohne die Ehrenamtlichen ginge hier weitaus weniger.

Unser Bürgermeister schloss sich dem an. Er thematisierte viele Dinge, die uns Uslarer im vergangenen Jahr beschäftigten. Sei es die Baustelle Wiesenstraße, die Ampel Bella Clava, unseren Haushalt, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Bei mir blieb der Eindruck hängen, dass man mit etwas mehr Optimismus in die Zukunft schauen muss. Und selber mit anpacken kann und sollte, wenn uns etwas gegen den Strich geht. Meckern kann jeder, selbst aktiv werden sollte dann allerdings auch eine Selbstverständlichkeit sein um etwas zu bewegen. Dafür gibt es in Uslar und auf den Dörfern so viele Möglichkeiten.

Die Gespräche bei Mettbrot, Bier oder Wasser im Anschluss sind irgendwie immer das Salz in der Suppe. Wenn man sich austauscht, kennenlernt, dem Gegenüber auf das Schild schaut, welches beim Empfang den Besucherinnen/Besuchern auf die Blusen, Hemden, Sakkos und Blazer geklebt wird um zu sehen mit wem man es zu tun hat.

Man lernt noch immer neue Leute kennen, auch wenn man hier schon zig Jahre lebt.

Ehrenamt, ein positiver Input und ein Dankeschön, das war heute der Tenor beim Neujahrsempfang 2019 in Uslar. Und das war verdammt gut so.

Was im wahren Leben funzt, das sollte online auch funzen, oder? ^^


Von Zufriedenheit, Leidenschaft, positiven Gedanken und Humor.

Für mich persönlich war das Jahr 2018 ein mehr als gutes Jahr. So wie 2017 endete, so ging es 2018 weiter. Was ich dem Umstand zugute halte, etwas gewagt zu haben. Dieses Wagnis hat sich ausgezahlt. Auch wenn es mir schwer gefallen ist.

All die Städtetrips, die Konzerte und Ausflüge in die Umgebung haben so unendlich gutgetan. Ich habe 2018 so viel tolle Sachen erlebt wie die ganzen letzten Jahre zusammengerechnet nicht.

Ich kann für mich sagen, dass ich zufrieden bin. Und nicht nach größerem und besserem strebe. Es darf gerne alles so bleiben wie es ist. Dann ist alles gut.

Wenn man Teilen seines Lebens mit Leidenschaft begegnet, dann ist das schon mehr als die halbe Miete. Das betrifft in erster Linie meine Schreiberei. Ich wüsste nicht was ich täte, gäbe es diesen Part nicht.

Positive Gedanken sind auch nicht das schlechteste, ich alte Schwarzmalerin übe stetig daran und werde immer besser 😉 

Humor und Lachen, das Salz in der Suppe. Ich werde mehrmals täglich von Lachkrämpfen heimgesucht. Zum Glück! Was würde ich nur ohne meine humorvollen Freunde machen, welche so oft dafür verantwortlich sind.

Es läuft nicht immer alles glatt, wir alle haben teilweise mit mehr oder weniger heftigen Problemen zu kämpfen. Egal welcher Natur. Dann darf man auch gerne mal ins Kissen weinen, jammern, die Dinge in Frage stellen. Aber dann den Kopf wieder nach oben richten und nicht daran zweifeln, dass es irgendwann wieder besser läuft. Ich weiß, leichter gesagt als getan.

Last but not least bin ich auch am Ende dieses Jahres wieder dankbar, dass meine Familie und Freunde gesund sind, ich und der Kurze ebenfalls.

Dass Sie/ihr, die Leserinnen und Leser, ein Teil meines Lebens „online“ geworden sind/geworden seid. Das macht mich oftmals stolz.

Sicherlich prallen diese Worte an denen ab, die gerade in diesem Jahr gebeutelt wurden. Aus welchen Gründen auch immer. Ihnen/euch wünsche ich an dieser Stelle alles Gute.

Wenn 2019 so weiter läuft wie 2018, dann kann ich mich glücklich schätzen. Ich freue mich auf das neue Jahr, volles Rohr 🙂 

Ihnen/euch die besten Wünsche für das neue Jahr mit vielen positiven Dingen, Erlebnissen, Momenten und Menschen.

Wir hören uns um Mitternacht. ^^


„Wo sind denn eure Jacken? Hä? Na?“

Da habe ich wohl geschmunzelt am Wochenende, mehr als geschmunzelt.

Discoabend hier auf einem unserer Dörfer, Weihnachtsdico um genauer zu sein. Wer musste natürlich hin? Nee, nicht ich, der Kurze.

Ging auch alles glatt quasi. Am Sonntag, der Kurze hatte auswärts genächtigt, bekam ich von ihm einen Anruf. Er hat wohl versehentlich seine Jacke vertauscht, er hat jetzt eine Damenjacke. Ob ich die haben will fragt er noch, das ist ne gute Winterjacke, qualitativ hochwertig. Als ich total entrüstet erklärte, dass da wohl eine andere Person ihre Jacke vermisst, nahm die Fragerei ein Ende.

Am nächsten Tag, ich mache Facebook auf, finde ich den nächsten jungen Mann, der auf besagter Weihnachtsdisco die falsche Jacke griff, und nun seine Jacke sucht. Als ich erwähnte, dass mein Sohn anscheinend eine Damenjacke bei sich hat, und wir nun seine Jacke suchen, erfuhr ich, dass seine Schwester ihre Jacke ebenfalls auf dieser Weihnachtsdisco nicht mehr fand. Ich hatte über mein Profil einen Aufruf gestartet nach unserer Jacke. Ist ja kalt draußen. Und schwupps, meldete sich eine Mutter bei mir, deren Tochter ihre Jacke auch nicht mit nach Hause brachte. Nun waren wir mittlerweile 4 jackenlose Personen.

Unsere Jacke war dann doch keine Damenjacke, sondern eine sauteure Herrenjacke. Also habe ich Bilder gemacht, und auch hier bei Facebook einen Aufruf, wer diese Jacke vermisst. Und vielleicht unsere Jacke zu Hause hat. Der junge Mann fand sich, nur hatte er leider nicht unsere Jacke. Abends um 22 Uhr Jackenübergabe an den jungen Mann auf dem Discounter-Parkplatz. Als ich dann in der Veranstaltung der Weihnachtsdisco direkt eine weitere Suchanzeige aufgab, musste ich wohl prusten: Da wurden sogar komplette Schlüsselbunde verloren bzw. gesucht.

Unsere Jugend: Wollen uns „Alten“ erzählen wo der Frosch die Locken hat im Leben, und verlieren im Rudel ihre Kleidung. Mich wundert ja, dass ich nicht in der Zeitung lesen musste, dass die noch ihre Schlüppa verloren haben und mit blankem Hinterteil in der Innenstadt gesehen wurden.

Unsere Jacke ist noch immer weg. Der Kurze hat aber Glück: Muttern hat ne total hässliche Ersatzjacke gekauft vor Monaten. Ich ahnte sowas in der Richtung schon. Und obwohl die Jacke sooooooooo doof aussieht, wird sie jetzt getragen. Geht ja nicht anders. Die hübsche Jacke ist ja weg. Und es ist kalt draußen. Der Einzelhandel meiner Stadt boomt bestimmt:

„Guten Tag, kann ich Ihnen helfen? Waren Sie auch auf der Weihnachtsdico? Jacke weg? Echt? Jacken hängen oben rechts, die sind auch schon reduziert. Das ist Ihr Tag heute, Ihr Tag. Zahlen Sie bar oder mit Karte? “ ^^


Es gibt sie noch, die freundlichen Mitmenschen.

 

Ich war gestern mit Freundin I und Freundin II unterwegs per Linienbus Richtung Göttingen. Wir wollten zum Weihnachtsmarkt und uns den Gig von Schottenrock anschauen (sehr geile Musik mit Dudelsack und Co.), welche für einen guten Zweck dort gestern auf der Bühne standen. Es wurde Geld gesammelt für die Elternhilfe für das krebskranke Kind in Göttingen.

 

Freundin I und ich stiegen gemeinsam in die Bus, wir rammelten auch gleich hinten in die letzte Bank. Wie damals im Schulbus. Freundin II stieg zwei Haltestellen später zu.

 

Wir waren alle gut präpariert mit mehreren langen Thermounterhosen/-strumpfhosen, mehreren Paar Socken, dicken Schuhen, zig Pullis/Shirts und so.

 

Ich hatte eine Hitzewelle nach der nächsten und musste relativ schnell meine Jacke ausziehen, ich dachte ich bekomme Fieber. Die Wechseljahre wohl. Der Bus war mehr als gut temperiert. Ich hätte mir die Plunden am liebsten vom Leib gerissen, auf meiner Oberlippe standen schon kleine Schweißperlen.

 

Da schon kamen wir mit einem anderen Fahrgast ins Gespräch, welcher zwei Reihen vor uns saß. 

 

Ein paar Haltestellen später stiegen zwei Männer ein, die beiden setzten sich auch nach hinten zu uns und die Quatscherei ging los. Als würden wir uns kennen. Sie waren auch auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt. Konversation in der 210 letzte Reihe.

 

Da kam der Supergau: Eine meiner Freundinnen musste ganz dringend mal aus der Hose. Sie war schon total am Ende. Es waren aber noch einige Kilometer bis Göttingen. Was nun? Alle Drei aussteigen und dann irgendwie auf andere Art und Weise zum Weihnachtsmarkt kommen? Was machen wir denn jetzt? Verzweiflung kam auf!

 

Meine Freundin hatte schon das P für Panik in den Augen und entschloss sich kurz mit der Busfahrerin zu sprechen. Ob sie an der nächste Haltestelle mal kurz austreten darf. Als sie nach vorne ging um zu fragen, hatte ich das Gefühl ihre Frage wird verneint und wir müssen raus aus dem Bus. Damit sie rein kann in ein Gebüsch. Man hört ja so viel von unflexiblen Mitarbeitern bei Bus und Bahn.

 

Aber: Es ging anders aus. Die Busfahrerin versprach, dass meine Freundin an der übernächsten Haltestelle mal kurz in die Pullerpause gehen kann. Da war ich baff!

 

Die nette Dame fuhr die nächste Haltestelle an, meine Freundin im Schweinsgalopp raus aus dem Bus, rein in ein Lokal und ab auf die Box.

 

Die anderen Fahrgäste wunderten sich wohl warum es nicht weiter ging, es meckert aber keiner.

 

Dann kam die Freundin wieder, mit einem total entspannten Gesicht und die Fahrt ging weiter. Wenn auch etwas zügiger, damit der Bus im Zeitplan blieb. Dass unsere Anspannung wich und wir der netten Fahrerin unendlich dankbar waren, versteht sich von selbst.

 

Als wir in Göttingen am Bahnhof angekommen waren und in einen Stadtbus stiegen, waren wir der Meinung unsere Busfahrkarten sind auch gültig für die Stadtfahrten. Das wären sie auch gewesen 60 Minuten lang. Wir waren aber schon über dem Zeitfenster. Das erklärte uns der nette Busfahrer des Stadtbusses. Und dann war ich wieder baff: Er winkte uns durch und lächelte, ohne dass wir eine weitere Fahrkarte kaufen mussten.

 

Auf dem Weihnachtsmarkt vor der Bühne von Schottenrock trafen wir ebenfalls auf uns total fremde Menschen, welche gemeinsam mit uns feierten und man hin und wieder zusammen lachte oder kurz miteinander sprach. Ich liebe solche Begegnungen.

 

Wir sind wieder heile und happy zu Hause angekommen. Auf dem Rückweg musste übrigens keine dringend aus der Hose. Ich hatte auch keine Hitzewellen mehr.

 

Und die Moral von der Geschichte: Es gibt sie noch, die freundlichen Mitmenschen. Die sich vielleicht auch mal kurz über Anordnungen hin weg setzen.

 

Die besten Grüße gehen raus und die freundliche Busfahrerin und den ebenso freundlichen Stadtbusfahrer. Das war echt ganz großes Kino gestern Abend. ^^

 


Das Drama um die Piemont-Kirsche.

Falls hier Mitarbeiter von Fer…. mitlesen: Gucken Sie mal kurz weg 😉

 

Gerade jetzt zur Weihnachtszeit geht die mit Schnappes (Brandwein) und einer Kirsche gefüllte Praline über den Verkaufstresen wie nix Gutes.

 

Sorry, aber ich mochte die Dinger noch nie, da schüttelt es mich. Grund ist der, dass ich keine Zartbitterschokolade mag. Der Schnappes geht, die Kirsche so halbwegs, aber die Schokolade so gar nicht. Auch die Sweety-Version krieg ich nicht durch meine Speiseröhre gepresst.

 

Ich bekam vor vielen Jahren zu Weihnachten von der Mutter meines damaligen Freundes zu Weihnachten die mit Schnappes und einer Kirsche gefüllte Pralinen geschenkt. Man will nicht unhöflich wirken, also bedankt man sich. Ich tat das wohl etwas zu überschwenglich. Resultat: Zu Weihnachten, Ostern und Geburtstagen lächelte mich eine Packung mit Schnappes und einer Kirsche gefüllte Pralinen an. Oh Gott, ich gab die immer weiter an Leute, welche die Piemont-Kirsche mochten.

 

Übrigens kommt die Piemont-Kirsche NICHT aus Italien, sie wird dort nur gekauft wegen günstiger und so. Nicht, dass ich jetzt Träume zerstöre. Da fährt keine Claudia Bertani in einem roten Kostüm und einem roten Sportwagen durch Italien und futtert Kirschen, um sie mit einem Nicken durch den TÜV gehen zu lassen (Werbung in den 90er Jahren).

 

Gaby machte in den 80ern die „Probe auf Exempel“: Fußballbegeisterte Männer lutschten augenscheinlich damals die veganen und laktosefreien Dinger weg wie Hulle. Sagte die Werbung.

 

Vor ganz langer Zeit bekamen wir in der Arztpraxis viele Geschenke, auch die mit Schnappes und einer Kirsche gefüllte Pralinen. Ich gab an meine Kolleginnen ab. Eine der beiden mochte die Dinger gerne. Und schob sich einen „Zartbitter-Kalorienkoffer“ nach dem nächsten in den Schlund, und das während der Vormittagssprechstunde. Ich kann nicht mehr sagen ob sie alleine nach Hause kam oder in der Nachmittagssprechstunde auftauchte. Ich kann aber sagen, dass sie nach eigenen Worten knappe 1,4 Atü auf dem Kessel hatte. Und sich Kopfschmerztabletten einwerfen musste. Kein Frühstück und eine halbe Packung von Claudia Bertanis Kirschen haut auch eine gestandene Arzthelferin aus den Birkenstöckern, ich habe es ja erlebt. Da wären die Teile mit der Nuss angebrachter gewesen 🙂

 

Ich lüge nie wieder und freue mir theatralisch ein Bein ab, wenn mir jemand eine Packung mit Schnappes und einer Kirsche gefüllte Pralinen schenkt. Nie wieder. Nie, nie wieder. Versprochen!

 

Ich stehe eher auf weiße Schokolade, eine Himbeere und Eierlikör. Aber da hinkt die Werbung total hinterher.

 

„Hallo, Fer…., könnten Sie eventuell umswitchen? ^^


Mein Leben bis hierhin – Ich mach`s kurz: Stefanie Tücking

Dieser Satz ist auf dem Blog von Stefanie Tücking zu lesen (http://tueckabout.com/), und irgendwie wirkt genau dieser Satz beinahe makaber.

 

Das Gesicht und die Stimme, welche uns musiktechnisch durch die 80er Jahre begleitet hat mit der Musiksendung „Formel Eins“, ist im Alter von 56 Jahren verstorben. Ich habe lange nichts mehr von ihr gehört, aber ihr Name ließ mich die Tage aufhorchen.

 

Im Jahr 1986 war es, als ihr Gesicht bei Formel Eins auftauchte. Und genau 1 Jahr später erhielt sie mit 24 Jahren die goldene Kamera.

 

Nach Kai Böcking war sie die Moderatorin mit den zweitmeisten Sendungen, nämlich genau 80 von Januar 1986 bis Dezember 1987.

 

Der Song „Formula One“ von Harold Faltermeyer war ihr Song in dieser Musiksendung.

 

Stefanie Tücking hat laut ihrem Blog allerdings das Radio dem TV vorgezogen. Sie moderierte für Bayern 3, SWF 3, SWR 3.

 

Man munkelte, dass sie frei war von Star-Allüren. Eine locker-flockige Frau, welche sich auf Konzerten so wohl fühlte wie vor dem Mikrofon.

 

Sie war ein Teil der 80er Jahre.

 

Nicht nur, dass ich sie sauhübsch fand – nein, sie hatte etwas burschikoses an sich. Sie hat Elektrotechnik studiert, ist Mopped gefahren. Also keine Tussi, sondern eine eher etwas rauer wirkende Frau.

 

Sie blieb bewusst den roten Teppichen fern, man sah sie in keinen Talkshows oder ähnlichem, und in den sozialen Netzwerken war sie nur ganz kurz vertreten. All das schien nicht so ihre Welt zu sein. Eigentlich recht untypisch, versuchen doch viele unserer mehr oder weniger bekannten VIP mit Büchern und ihrer Internetpräsenz zum Beispiel von sich Reden zu machen. Es war nicht ihr Ding wie man in vielen Berichten über sie lesen kann dieser Tage. Das mag auch der Grund sein, warum sich viele jetzt wieder an sie erinnern.

 

Zitat von Spiegel Online:

 

>> Lieber gönnte sie sich den Luxus, keine Person öffentlichen Interesses zu sein. Das mag man Bescheidenheit nennen oder auch Bodenständigkeit. Charakter trifft es besser. <<


Vom „Black Friday“, „Cyber Monday“ und „Singles` Day“: Konsum ist (nicht) alles.

Die USA machen es schon lange vor, wir ziehen seit 2013 nach: Der Black Friday is coming to town and to Einzelhandel vor Ort and to Internet.

 

Bei den Amis am Freitag nach Thanks Giving. Ihr wisst schon, Thanks Giving ist wie das Erntedankfest hier in Germany, but viel, viel opulenter.

 

Die Schnäppchen-Saison in der Vorweihnachtszeit ist mit dem Black Friday eröffnet. Es werden Rabatte angepriesen welche quasi keine echten Schnapper sind. Ersparnisse von 50-60% werden in die Welt posaunt, aber nur knappe 10-25% hauen uns letztendlich aus den Latschen. Sagen die Verbraucherschützer.

 

Wikipedia sagte mir, dass den Black Friday im Jahr 2017 ca. 89% aller Deutschen kannten. Dann gehöre ich wohl zu den restlichen 11%, ich kannte die Bedeutung nicht. Vielleicht schon gehört, aber eher an Black Music gedacht oder ähnliches.

 

Der Cyber Monday soll die Antwort sein auf den Black Friday von den Onlinehändlern. Urheber sind na klar auch die Amerikaner. Am Montag nach Thanks Giving.

 

Der Cyber Monday hat im Gegensatz zum Black Friday im deutschsprachigen Raum eine untergeordnete Bedeutung. Während am Black Friday in Deutschland ein Pro-Kopf-Umsatz von 170 Euro erzielt wurde, entfiel auf den Cyber Monday bloß ein Pro-Kopf-Umsatz von 120 Euro. 50 Euro weniger, Leute! 😉

 

Hui! Ich habe heute nur knapp 19 Euro ausgegeben. Ohne diverse Angebote: Einen Eisbergsalat, Pizza, Tabak, Putensalami, eine kleine Torte und anderes Gedöns.

 

Der Singles` Day kommt aus … Tada … China. Gefeiert wird dieser am 11.11., wegen der 4 Einsen, das steht für einsam sagte mir Wikipedia.

 

Biste einsam, kannste ja shoppen. Dann funzt das. Zumindest im Geldbeutel.

 

2011 war der „Singles’ Day des Jahrhunderts“ >> (Shiji Guanggun Jie), da dieses Datum (11.11.11) sechs Einsen hatte. Aus diesem Anlass wurde der Tag ganz besonders gefeiert. In ganz China nutzten Geschäfte diesen Tag, um Anzeigen für ihre Produkte zu schalten. Obwohl an diesem Tag eigentlich das Single-Dasein gefeiert wird, wird doch von vielen Chinesen der Wunsch nach einem Partner geäußert. Auch werden viele Artikel rund um das Thema Liebe in den chinesischen Medien veröffentlicht.<< (Quelle: Wikipedia).

 

Ich hinterfrage das Drama besser nicht. An den 11.11.2011 kann ich mich echt nicht erinnern. Blöde, keine Artikel rund um die Liebe gekauft online oder im Discounter. Fröhliches Einkaufen, Leute. Und vergesst mir den Truthahn nicht. ^^


Holzminden feiert Ü30-Party – Das Geheimnis ist gelüftet!

Große Ü30-Party in Holzminden und „Schwiegertochter gesucht“: Das Rätsel ist gelöst.

 

Nun ist er raus: Martin Rose, bekannt geworden durch die Sendung „Schwiegertochter gesucht“, wird am 24.11.2018 in der Stadthalle Holzminden die Kuh mit der Party-Gemeinde zusammen fliegen lassen.

 

Von Martin, Latino, deutschem Schlager und Party

 

Wenn sich ab 21 Uhr die Türen öffnen (für Frauen ab 27 Jahren und Männer ab 30 Jahren) zu einer unvergesslichen Party, mit einem kostenlosen Welcome Drink bis 23 Uhr zur Begrüßung, ist auch das Double von Wolfgang Petry mit am Start.

Der Fokus an diesem Abend liegt auf der Musik der letzten 30 Jahre wie Black and House, Salsa, Latino, Discofox und wie man sich sicherlich denken kann: Mit Martin wird auch der deutsche Schlager vertreten sein. Nicht weniger und insbesondere deshalb wird an diesem Abend Stimmung und Feierlaune die Gäste durch die Nacht begleiten.

 

Weiteres Highlight: Die Tanzshows und Walkacts von Germanys best Dance&Entertainment Artists. Ebenfalls am Start an diesem Abend wird der bundesweit bekannte DJ Wilfredo sein.

 

Stadt der Aromen, Düfte, Partys und guter Laune

 

Am 24.11.18 zeigt sich Holzminden nicht als Stadt der Aromen und Düfte (für die sie bekannt ist), sondern als Stadt der Partys und Nachtschwärmer.

Bilder anderer Veranstaltungen von Emax Entertainment zeigen volle Hallen, tolle Lichtshows, eine tanzende und gut gelaunte Party-Gemeinde welche einfach nur abfeiert. Genau das ist der Sinn und Zweck solcher Events. Einfach mal abschalten und eskalieren in guter, alter Manier.

 

Die Chance für Singles

 

Wer all dem Trubel mal kurz entfliehen möchte um aufzutanken, dem bieten an diesem Abend Restaurants/Bars und ein Nachtcafè eine Alternative. Wäre der kleine Hunger auch kein Problem mehr. Zumal ein kostenloses Früchtebuffet angeboten wird, denn Vitamine sind an solchen Abenden gerade für die Ü30er wichtig um richtig durchzustarten so feiertechnisch.

 

Für Singles wäre diese Party die beste Möglichkeit neue Leute kennenzulernen. Alles kann – nichts muss. Raus aus den Single-Börsen, rein ins Leben. Einen Versuch ist es allemal wert.

 

Martin – Frohsinn und Malocherei in einer Person

 

Kommen wir zu Martin „Wolle“ Rose, wie er im Netz auch genannt wird. Teilnehmer im Jahr 2017 bei „Schwiegertochter gesucht“, welcher mittlerweile Kultstatus erlangte und der als Double von Wolfgang Petry die Bretter rockt, welche die Welt bedeuten.

Der Altkreis Blitz nennt es so:

 

<< Martin Rose ist die Verkörperung rheinischen Frohsinns und Malochertyp aus dem Ruhrpott.>> (Artikel vom 03.09.2018).

Rheinischer Frohsinn in Niedersachsen: Das kann ja nur eine fulminante Nacht werden in Holzminden am 24.11.2018.

 

Wann: Samstag, 24.11.2018

Beginn: 21 Uhr

Abendkasse: 10 Euro

Ort: Stadthalle Holzminden, Sollingstr. 101, 37603 Holzminden


Kann aus Wissenschaft Liebe werden? 

 

Auf Sat1 läuft wieder „Hochzeit auf den ersten Blick“. Kurze Zusammenfassung meinerseits: 

3 Experten (Psychotherapeuten, Psychoanalytiker, Sexualtherapeuten) suchen Singles aus welche zusammenpassen könnten, und diese sehen sich zum ersten Mal im Standesamt wenn sie heiraten. Ja, richtig gehört, eine „Blind Wedding“ quasi. Das ist ja was für mich, ich finde diese Art von Experimenten extrem spannend. Natürlich kann man auch „Nein“ sagen und diesen fremden Menschen nicht heiraten müssen. Das hätte eine der teilnehmenden Bräute auch tun sollen. Die Vorschau auf diese beiden Menschen als Eheleute versprach nichts gutes. 

Als ich am Sonntag vor dem Fernseher saß und das alles so verfolgte, fragte ich mich unentwegt welchen Typ Mann diese Experten für mich aussuchen würden. Stünde dann vor der Standesbeamtin ein langhaariger Metall-Fan? Oder ein total langweiliges, glatt gescheiteltes Männchen? Oder ein saulustiger Mann, welcher mich schon zum Lachen bringt wenn ich auf ihn zugehe? 

Zudem fragte ich mich was meine Familie sagen würde wenn ich sie einlade zu einer Hochzeit, von der nicht mal ich meinen zukünftigen Ehemann kenne. Mein Vater würde mich sicherlich aus der Erbfolge schmeißen und sich fürchterlich aufregen. Meine Zwillingsschwester bestimmt auch. Meine große Schwester würde sich abrollen und fände das wahrscheinlich total spektakulär und cool. 

Spannend fände ich es auch, aber für mich käme ein solches Experiment nie in Frage. Wissenschaft hin oder her – ich kann an diesem Versuch das zarte Pflänzchen der Liebe entstehen zu lassen so rein gar nichts finden. Auch wenn man die Möglichkeit hat sich nach 6 Wochen scheiden zu lassen. Immerhin hat man dann unter Umständen 6 Wochen einen Ehemann an der Seite (mit dem man na klar auch in den Flitterwochen war), mit dem man nichts anfangen kann. Diesen Ehemann muss man ein Stück weit in sein Leben lassen mit allem drum und dran. Und in seine Bude. Vielleicht auch in sein Bett? Och nee.

Nun habe ich mal gegoogelt wie der Schnitt so war in den vergangenen Jahren. Guckste: 

>> Von den in den 4 Jahren insgesamt 17 Paaren sind momentan (Stand 20. Dezember 2017) nur noch 3 zusammen. Dies entspricht ca. 18%. << Quelle Wikipedia).

Jetzt nicht so die mordsmäßig gute Rate. 

Aber: Ich werde die restlichen Folgen auch noch schauen. Der Spannung wegen. Und der Wissenschaft. Und der Liebe. Und so. ^^

 


Meinen Mann können sie für 4 Wochen haben!

Von einer Frauen Fashion-Party, fußballbegeisterten Ehemännern und einem verschwundenen Ohrring.

In Volpriehausen startete heute ein Secondhand-Basar für Frauen. Quasi wie das Event für Kinderkleidung, nur halt heute für die Mütter. Es ging auch um 17.30 Uhr schon rund in der Halle. Man sah Frauen und Frauen und Frauen und … Frauen. Es war alles sortiert an Tischen und Ständern: Hosen, Jacken, Blusen, Pullis, Kleider, Röcke usw. Und: Es gab auch Handtaschen und Schuhe. Ihr wisst Bescheid, ein Hauch Zalando-Feeling lag in der Luft, es hat nur keine gekreischt 😉

 

Es standen nette Damen in der Halle, welche das teilweise auftretende Chaos wieder richteten wenn wir Mädels uns zwischen all den Klamotten gehen ließen. Im Shoppingwahn verliert man auch mal gerne die Contenance und legt nicht wieder alles so hin wie es vorher gelegen hat. Auf Deutsch: Man wühlt wie Sau! Man muss schnell sein, schneller als die anderen. Es geht ja um Schnapper und so. 

Es gab auch Umkleidekabinen, die hatte ich aber erst total spät gesehen. Was ich eher sah waren coole, schmerzfreie Damen, die in einer Ecke der Halle die Kleidung anprobierten. So stand eine im Schlüppa und eine in Hörnerweste in der Ecke rechts vorne. Was ja nicht schlimm ist, ich zählte nur 3 Männer in den heiligen Hallen. Es guckt einem ja keiner was weg. 

 

Nicht nur mein Arm war mittlerweile auf 5 Meter ausgeleiert welcher schätzungsweise 15 kg Kleidung trug. Nee, auch andere Frauen trugen Berge von Klamotten durch die Halle. Eine Dame warf ihren Stapel mal kurz auf den Boden um weiter stöbern zu können. Und um mal die Extremitäten durchzuschütteln damit die Durchblutung wieder in Gang kommt. 

 

Leider kam ich nicht mehr dazu die Häppchen zu probieren und einen Prosecco zu schlürfen. Für den kleinen Hunger und den Durst war auch gesorgt. 

 

Beim Treffen mit den shoppenden Mitfahrerinnen vor der Tür, eine Kippe paffend, sprachen ein paar Frauen neben mir über Fußball und ihre fußballbegeisterten Ehemänner. Sie klagten eher. Eine sprach mich an ob ich darüber mal etwas schreiben könnte. Nun habe ich hier nicht so ein Prachtexemplar, ich kann da nicht mitreden. Das sagte ich auch. Sagt eine hübsche, dunkelhaarige Frau:

„Meinen Mann können Sie für 4 Wochen mal haben, Tag und Nacht, 24 Stunden.“

Das nenne ich mal Recherche aus der ersten Reihe 🙂

 

Nachdem unser „Shoppingtrupp“ abfahrbereit war, die ergatterten Teile schlummerten in großen Einkaufstaschen, kam der Schocker des Abends: Eine Dame hatte ihren Ohrring verloren. Die Dinger waren teuer und ein Geschenk des Herzbuben. Wir also wieder rein in die Halle und alles abgesucht, den Organisatoren die Telefonnummer gegeben, draußen noch die Taschen durchsucht und anderes Gelump. Der Ohrring muss ja irgendwo sein. Per whatsapp wurde ich informiert, dass der Ohrring gefunden wurde. Ich darf nur nicht sagen wo jetzt genau. Da hätte ich das Ding auch nicht vermutet. Was ein fieser Ohrring. 

 

Gäbe es ein solches Event für Männer mit Schlagbohrer, Wasserwaage, Rasenmäher und Fußball, ich würde mir das auch mal anschauen. ^^


Tatort „Blut“ vom 28.10.18:

Ein Krimi sorgt für Furore.

Team Bremen hat Ende Oktober die Nation gespalten, mit knapp 8,30 Millionen Zuschauern im Sessel/auf dem Sofa. Es gab positive oder negative Kommentare, kaum etwas dazwischen. Rumgeeiere war nicht. Das war besonders gut in den sozialen Netzwerken zu verfolgen während bzw. nach der Ausstrahlung, als die User/Userinnen darüber diskutierten. Stellenweise schrieben sie genau das, was ich während der Ausstrahlung so dachte. Es war zum Schreien komisch. Mehr dazu später.

 

Auch ich saß vor der Flimmerkiste und war relativ schnell gefesselt von der obskuren Geschichte um den Vampir, den „kleinen Vampir“.

 

Okay, okay, okay, einiges schien arg unrealistisch, aber ich sah darüber hinweg.

 

Ich wusste nicht so recht wohin die Reise gehen sollte und wie sich letztendlich die teils kuriose Story klärt. Bzw. wie sich der Schwerpunkt erklärt. Es passiert selten, dass ich meine Beine auf das Sofa lege weil ich Angst habe mir packt gleich wer an die Füße. Es passiert selten, dass ich 90 Minuten lang weder auf die Toilette gehe noch eine Zigarette rauche. Es passiert selten, dass ich von der ersten bis zur letzten Minute gebannt vor dem Fernseher sitze. Und mir nach der Ausstrahlung im Anschluss nochmal denselben Krimi anschaue.

 

Es war eine der spektakulärsten Tatortfolgen die ich in der letzten Zeit sah.

 

Und gerade dem Team Bremen hatte ich diesen Inhalt nicht zugetraut. Inga Lürsen (Sabine Postel) die auf mich immer so abgeklärt und realistisch wirkt. Stedefreund (Oliver Mommsen), der einfach irgendwie rattenscharf ist so als Mann und Kommissar. Aber auch mit Hang zur Realität. Die Beiden in einem Fall um Vampire kreisend? Ach was, schau an. Erwähnenswert ebenfalls Nora Harding (Lilith Stangenberg), die ihre Rolle fulminant spielte und vor der ich quasi echt Schiss hatte knapp 1,5 Stunden lang.

 

Die Mischung aus Krimi und Träumen, Krankheit, Wahnsinn, Geheimnis, Traumas, Elternliebe, der Liebe eines Kindes und dem realen Leben machte die Brisanz aus in dieser Folge. Alles gut abgewogen und wohl dosiert. Stellenweise sah man eine tolle Kameraeinstellung sowie Kameraperspektiven.

 

Als bei Facebook diskutiert wurde über diesen Tatort, musste ich mehrmals schmunzeln und auch lachen: Einige Frauen schrieben, dass sie nach diesem Tatort nur mit Licht einschlafen werden, dass sie mit den Hunden nicht mehr Gassi gehen aus lauter Panik und die Hunde vom Balkon abseilen damit sie pinkeln können. Ich habe keinen Hund, dachte aber auch daran, dass ich nach diesem Tatort nicht ohne Licht schlafen werde. Weil es mich gruselte. Pinkeln ging hier klar 🙂

 

Eine Verbindung zu Halloween sah ich nicht, da Halloween für mich nicht existiert.

 

Und die Moral von der Geschicht: Nur Wasser, CD und Mommsen kommen an meinen Hals, etwas anderes garantiert nicht.^^


Wie klein die Welt doch ist.

 

Ich war gestern in musiktechnischer Mission unterwegs, nämlich beim Konzert von Niedeckens BAP. Nach Feierabend noch schnell eine Karte geholt, für heute Urlaub eingereicht, im Bad restauriert und aufgepimpt, locker-flockige Kleidung an und ab ging es. Ich war alleine unterwegs.

 

Als ich an der Stadthalle in Beverungen die Treppen hoch ging Richtung Eingang, rief ein Mann:

 

„Steffi Werner?“

 

Ich denke so:

 

„Ich habe nichts gemacht!“

 

Und dann stellte er sich vor: Es war der Bruder vom „Chef“, so nenne ich liebevoll den Mann einer lokalen Onlinezeitung, für den ich auch hin und wieder schreibe. Wir kennen uns mittlerweile auch persönlich, also der Chef und ich jetzt, bei den Konzerten von Scooter und Roger Hodgson haben wir zusammen gepafft und über die lokalredaktionelle Gemeinde im Umkreis gefachsimpelt. Es funzt bei uns was die Zusammenarbeit betrifft.

 

So, jedenfalls hat mich sein Bruder gleich erkannt (wahrscheinlich von Facebook) und mir seine hübsche Tochter vorgestellt. Wir zu dritt rein in die Halle, und da sah ich auch gleich den Chef. So standen wir vier lange zusammen. Dann ging es um ein Selfie von uns. Für die Mutter. Und ich sage noch:

 

„Wir kennen uns doch gar nicht, eure Mutter und ich.“

 

Sagt der Chef:

 

„Doch, sie liest Dich.“

 

Okay. Niedeckens BAP war schon auf der Bühne, und wir standen eine Zeitlang dort zusammen bei Cola, Alster und den Klängen von Wolfgang Niedecken. 

 

Ich hatte mir so sehr gewünscht, dass der Song „do kanns zaubere“ kommt, eins meiner Lieblingsstücke von Wolfgang Niedecken. Der Song kam auch. Der Bruder vom Chef muss auch darauf gewartet haben, das sah ich an seiner Reaktion. Er war gestern das erste Mal zusammen mit seiner Tochter auf einem Konzert erzählte er mir noch.

 

Als ich zu meinem Auto ging schoss mir durch den Kopf, dass es diese Begegnung sicherlich nicht gegeben hätte, würde ich nicht bloggen. Und hin und wieder für diese lokale Onlineredaktion schreiben.

 

Nun bin ich auf dem Handy der Mutter verewigt. Der Gedanke gefällt mir.

 

„Gruß an euch Drei. Wir sehen uns im September 2019 bei Roland Kaiser auf der Weserwiese, oder? Das haben wir doch gestern so verabredet, nä?“ ^^

 


„Aufschieberitis“: Auch Prokrastination genannt.

Kommen wir zum unterhaltsamen Teil:

 

Hin und wieder leide auch ich unter Aufschieberitis, ich war nie die „ich erledige das sofort-Tante“. Gut, man kommt ja trotzdem durch`s Leben, mal besser und mal schlechter. Vor einiger Zeit sah ich beim Einkaufen eine Zeitschrift welche dieses Thema behandelte. Ich packte sie auf das Band. Vielleicht stehen dort Tipps und Tricks drin welche es in Zukunft funzen lassen. Zuhause angekommen, lag sie erst auf dem Küchentisch, dann auf dem Schuhschrank, dann auf einem Hocker auf dem Flur. Und sie lag und lag und lag. Immer wenn ich daran vorbei ging und mich das Wort „Aufschieberitis“ anstarrte, nahm ich mir vor diese Lektüre in einer stillen Stunde zu lesen. Wenn ich konzentriert bin. Und entspannt. Und gut drauf. Okay, okay, okay. Die Zeitschrift schaffte es kürzlich vom Flurhocker bis ins Wohnzimmer: Nämlich unter meinen Teller, der war so heiß und kein Untersetzer lag in der Nähe. Nun liegt diese Zeitschrift auf dem Wohnzimmertisch unter der Fernsehzeitung. So geht das seit Juli. Da fragt man sich warum das so ist und ahnt welche Gründe es hat. Es scheint keine neckische Erklärung für die Aufschieberitis zu geben.

 

Kommen wir zum ernsthaften Teil:

 

Vor einigen Wochen bekam ich eine Email zu diesem Thema, ich öffnete sie und las das alles und erkläre es mal mit meinen Worten:

 

Wir schieben Dinge nicht selten auf weil wir den Kanal voll haben. Job, Familie usw., wenn es geht alles perfekt gemacht um bestehen zu können und Eindruck zu machen. Mithalten zu können. Vieles belastet uns, vieles überlastet uns. Wenn wir dann Dinge aufschieben, nehmen wir kurz etwas Druck aus der Sache und treten zurück. Nicht die beste Lösung, aber sie verschafft uns etwas mehr Luft. Dieser Schlendrian bremst uns aus. In der Email sprach man davon, dass uns dieses vor größerem Schaden bewahrt. In dieser Email standen ebenfalls noch ein paar Ratschläge wie man die Aufschieberitis in den Griff bekommt, sich neu strukturiert, wie man sich vielleicht besser organisieren kann und das Feld von hinten aufrollt. Und wie man sich Freiräume schafft, ohne dass die Aufschieberitis dieses stellvertretend übernimmt.

 

Aber eines stand in dieser Email nicht: Das wir alle unterschiedlich ticken. Vom Charakter her und sicherlich auch die Erziehung betreffend.

 

Was für die/den eine(n) normal ist bezüglich der Bewältigung der Aufgaben, fällt der/dem anderen schwer. Woran die/der eine zu knabbern hat, geht der/dem anderen leicht von der Hand.

 

Die Zeitschrift aus dem Juli liegt jetzt neben mir, ich nehme die gleich mit ins Bett. Ob ich den Bericht dort lese? Keine Ahnung! Aber immerhin liegt die Lektüre gleich im Schlafzimmer. Sie kommt weit rum hier. ^^


Von alten Freunden und einem Wiedersehen.

(Quelle Bild: Pixabay/Alexas_Fotos)

Gestern war ich auf dem 50. Geburtstag eines Kumpels eingeladen. Und ich ahnte schon, dass ich viele Leute wiedertreffe mit denen ich jahrelang eng befreundet war: Die alte Clique! Genau so kam es auch.

Hin und wieder läuft man sich über den Weg. Einen von ihnen habe ich total lange nicht mehr gesehen, und wir haben uns so oft in den Arm genommen als wir uns gegenüber standen. Und ganz viel über alte Zeiten gesprochen.

Im Laufe des Abends habe ich alle immer mal wieder beobachtet. Jünger sind wir sicherlich nicht geworden. Der eine ist schon ergraut, der andere hat ein paar Kilo zugenommen etc. Aber ich habe gestern alle noch durch die Augen von damals gesehen. Vom Wesen her sind auch alle noch so wie vor 30 Jahren. Ich wusste wer wieder alle zum Lachen bringt, wer zu späterer Stunde anfängt zu Tanzen, wer den ganzen Abend vernünftig bleibt und wer zu späterer Stunde undeutlich spricht 😉  Bingo, wie damals in den 80ern/90ern. Als hätten wir gestern da weitergemacht, wo wir vor Jahrzehnten aufgehört haben.

Gerade die sehr engen Freundschaften sind auch bis heute bestehen geblieben, das war gestern auch wieder zu sehen. Im Laufe des Zeit hält man sich in verschiedenen Freundeskreisen auf. Zu einigen verliert man den Kontakt, dann lernt man wieder neue Leute kennen usw.

Aber die Truppe von gestern Abend hat im Kern Bestand.

Zwei meiner Freunde sind die Paten meines Kindes.

Der Typ, in den ich damals so verknallt war, ist heute verheiratet. Seine Frau ist meine beste Freundin.

Die Frau eines Kumpels treffe ich hin und wieder in der Klinik, wir sind quasi Kollegen.

Und der Mann, der damals meine große Liebe war, ist heute auch ein guter Freund meines Sohnes.

Einige aus dieser Truppe treffen sich 1x/Monat zum Frühstücken. Und das schon seit Jahren. Auch nicht Gang und Gebe, dass Freundschaften so lange bestehen bleiben.

Als ich gestern gefragt wurde ob ich etwas schreibe über diesen Geburtstag, hatte ich noch verneint. Ich wollte eigentlich nur feiern. Aber im Laufe des Abends, als ich alle so beobachtete und mir so viele Gedanken durch den Kopf gingen, und ich mich auch so gefreut hatte über das Wiedersehen mit meinen alten Freunden, ging mein Kopfkino doch los. Ich bin dann auch teilweise ergriffen, weil man diese Zeiten halt nicht zurück holen kann. Aber gerne daran denkt.

Ich habe Erinnerungsbilder von gestern auf meinem Handy, wir haben noch ein Gruppenbild gemacht. Köstlich. Als hätte man die Bilder vor 30 Jahren gemacht so von den Mimik her 🙂

Die Freunde von gestern haben mich so lange Zeit begleitet, wir haben Sachen erlebt und getan, die darf man keinem erzählen. Stress gab es auch hin und wieder, völlig normal. Aber ich möchte keine Sekunde missen, und auch keinen der Kumpels von damals. Wobei einer aus diesen Reihen nicht mehr am Leben ist.

Mir geht seit heute morgen durch den Kopf, dass ich alle bei meinem 50. wiedersehen möchte. Die Truppe, aber auch die Truppen danach. Ich brauche dann ein großes Areal und sollte schon anfangen zu sparen. Denn es sind zum Glück nicht wenige. ^^

Launische Menschen – kennen wir alle.

 

Ob im Freundeskreis, unter Bekannten, in der Verwandtschaft, unter Kollegen: Meist trifft man auf mindestens einen launischen Menschen. Diesen fasst man irgendwann mit Samthandschuhen an, dem lieben Frieden zuliebe. Oder man distanziert sich so weit das möglich ist.

Launisch sind wir alle, mal mehr und mal weniger. Die/der eine kann es gut verpacken bzw. verdrängen, die/der andere überhaupt nicht. Meine Launen bekommen meist die Leute zu spüren, die mir wirklich ganz nahe stehen. Ich entschuldige mich auch für meine launischen Phasen. Ansonsten versuche ich meine schlechte Laune meist zu verbergen.

 

Es macht mehr Spaß mit Menschen den Tag zu verbringen die gut gelaunt sind, uns zum Lachen bringen, die zumindest lächeln.

 

Es macht überhaupt keinen Spaß mit Menschen den Tag zu verbringen die schlecht gelaunt sind, die selber nicht mehr Lachen können und demzufolge nicht lächeln. Die mit ihrer Schwermut fast jeden Tag andere von sich entfernen. Und den anderen diese Schwermut auch aufs Auge drücken, das ist das schlimme an der Sache. 

 

Miese Laune haben wir alle mal, aus den unterschiedlichsten Gründen. Und manchmal hilft es ja auch wenn man darüber redet. Dann weiß der Mensch gegenüber Bescheid. Wenn aber ein chronisch schlechtgelaunter Mensch nicht redet und alle anderen drumherum mit dieser miesen Stimmung runter zieht, fliegt mir persönlich fast immer der Draht aus der Mütze. Man kann sich von diesen Menschen nicht immer entfernen, das ist das Problem. Man ignoriert sie stellenweise, versucht sie zu umgehen. Und nimmt sie letzten Endes nicht mehr ernst.

 

Wenn jemand dauernd abgenervt wirkt, schlecht gelaunt, sein Umfeld damit negativ beeinflusst, dann liegt es in der Verantwortung dieses Menschen etwas zu ändern. Es müssen sich nicht zig andere Leute dafür verantwortlich fühlen und diese unterschwellige miese Stimmung ertragen.

 

Wenn ich mehrmals die Woche jemanden erleben muss der ein Gesicht zieht wie 7 Tage Regenwetter, der nicht grüßt, der nicht spricht, der nur flucht, dann kriege ich echt die Pimpernellen! 

 

So, und diese Worte gehen raus an alle Dauer-Schlechtgelaunten:

 

Ihr macht es uns nicht einfach. Gerade weil wir für die Gründe eurer Launen nichts können. Gewisse Dinge zu klären liegt in eurer Verantwortung. Hängt doch eure miese Stimmung beim Verlassen des Hauses an die Garderobe, und stülpt sie beim nach Hause kommen wieder über. Lächelt doch einfach mal wieder wenn ihr draußen seid, das tut gut und steckt teilweise an. Hoffentlich und wahrscheinlich auch euch.  Selbst wenn es nur gespielt ist.  Positiv oder neutral wahrgenommen werden ist schöner als negativ wahrgenommen werden. ^^


30 Jahre aus der „Penne“: Das muss gebührend gefeiert werden. 

 

Kinder, wie die Zeit vergeht: Gestern noch mit der Schultasche auf den Schulbus gewartet – heute stehen wiederum teilweise die eigenen Kinder schon im Berufsleben und haben die Schule verlassen. 

30 Jahre, das ist eine lange Zeit, das ist ein rundes Jubiläum, das ist ein Grund für ein Klassentreffen. In Uslar werden sich alle Abschlussklassen des Jahres 1988 der Realschule in einem Gasthaus einfinden Ende Oktober. In dem Gasthaus, in dem sie 1988 den Abschlussball feierten. 

Ein Organisationsteam aus sieben Leuten ist seit geraumer Zeit auf der Suche nach all den Mitschülern. Per Facebook, per Whatsapp und teilweise auf privater Ebene. Die erste Whatsapp-Gruppe fand sich schon, seit Monaten werden dort Bilder ausgetauscht und Erinnerungen. Und man findet den ein oder anderen Name wieder. Teilweise mit geänderten Nachnamen, da viele Mädels mittlerweile verheiratet sind und sogar schon Silberhochzeit feierten. 

Es dürfte ein spannender Tag werden mit sicherlich vielen Fragen: 

„Wer ist das?“

„Wo lebst Du jetzt?“

„Wie geht es Dir?“

„Kinder? Haus? Boot?“

Und so weiter, und so fort. 

Von vier Klassenlehrern haben schon zwei zugesagt. Die Lehrer und Schüler kommen aus der ganzen Republik zusammen. Einer von ihnen, ein Mitschüler aus Kolumbien, dürfte die weiteste Anreise haben. Man munkelt, er überlegt wirklich ob er in den Flieger steigt. 

Geplant ist ein Tag der unter Umständen schon mit einem gemeinsamen Besuch der Schule beginnt. Danach geht es in das Gasthaus, dort erwartet die Damen und Herren Essen, ein DJ, eine Fotobox und sicherlich viele spannende Gespräche, die Sichtung witziger Bilder von damals, vielleicht auch die ein oder andere Beichte, welche der einen oder dem anderen seit 30 Jahren auf der Seele brennt. 

Die Mitschüler von außerhalb können im Gasthaus nächtigen und am nächsten Tag kann gemeinsam gefrühstückt werden, bevor alle wieder die Heimreise antreten. Mit sicherlich ganz viel Erinnerungen, Geschichten und Eindrücken im Gepäck. 

Damals konnte man es kaum abwarten die Schule zu verlassen und ins Berufsleben einzutauchen. Heute trauert man dieser Zeit, der Kindheit/Jugend hinterher. Weil es eine tolle Zeit war, gerade die 80er Jahre. Viele von uns, Jahrgang 1970 plus/minus, erlebten in diesem Jahrzehnt die erste große Liebe, die beste Musik, eine sicherlich unbeschwerte Jugend in einer Kleinstadt. Man hatte sich und seine Leute, man hatte seine Events, man hat viel erlebt. Die Schulzeit spielte eine große Rolle. Deshalb kann man davon ausgehen, dass Ende Oktober in dem Gasthaus in der Nähe von Uslar viele auf eine Zeitreise gehen werden. 

Den Schülerinnen/Schülern und Lehrern von damals einen tollen Tag/Abend. 

„Wir wollen Bilder sehen, wir wollen Bilder sehen, wir wollen, wir wollen, wir wollen Bilder sehen.“


Wenn Musik durch Mark und Bein geht: Roger Hodgson.

Am Sonntag war ein Weltstar auf der Weserwiese in Beverungen: Roger Hodgson, Mitbegründer von Supertramp. Seine Musik erinnert mich an die 80er Jahre und begleitet mich auch seitdem. Seine Musik ist auch eine Art Verbindung zu meiner großen Schwester, durch die ich überhaupt zu dieser Musik kam. Ob „Breakfast in Amerika“, „Sister moonshine“, „it`s rain again“ etc., man kennt seine Erfolge einfach. Menschen meines Jahrgangs verbinden mit vielen seiner Songs Geschichten, Erinnerungen, Erlebnisse.

Dass ich alleine unterwegs war auf seinem Konzert, stellte sich am Ende als die beste Entscheidung dar.

Das Publikum war auch meine Altersklasse, eben Leute die mit seiner Musik groß geworden sind und einen Künstler wie Roger Hodgson zu schätzen wissen.

Mit „take the long way home“ begannen er und seine Band den Abend, es war qualitativ das höchste Niveau. Roger Hodgson wirkte nicht arrogant, nicht überkandidelt, sondern unglaublich sympathisch und „normal“. Er sprach das Publikum an, lobte die Location, hatte sich auch vorbereitet auf Beverungen. Das merkte man immer wieder an den persönlichen Worten an uns Besucher gerichtet und an seinem „Spickzettel“.

Und so begann eine Zeitreise die es in sich hatte.

Ich stand bei dem Song „Lord, is it mine“, den ich nicht erwartet hatte, auf der Weserwiese und konnte die Tränen gar nicht so schnell weg wischen wie sie liefen. Ich hatte seit Beginn des Konzertes geschluckt, aber bei dem Titel zerriss es mich komplett. Schon längst vergangene Situationen und Gefühle kamen hoch mit voller Wucht. Ich war froh alleine zu sein. Das sind Momente, die kann ich nicht mit anderen teilen. Man kann sagen „intime Momente“. Das war gestern einer, und für mich der schönste Song an diesem Abend.

Roger Hodgson ist für mich ein Meilenstein, ein ganz großer Musiker der so viele Menschen berührt hat und es immer noch kann. Und trotzdem so geerdet scheint. Fast wie Du und ich. Der seine Fans zu schätzen weiß und ahnt, dass seine Musik viele Zuhörerinnen/Zuhörern auf eine ganz besondere Art und Weise in seinen Bann zieht.

Als wir alle das Gelände verließen, wurde der Sicherheitsdienst kurz unruhig. Als ich schaute was denn da los war, ging Roger Hodgson an uns vorbei Richtung Stadthalle. Als wäre auch er ein Besucher gewesen. Kein Hype um seine Person, keine zig Security-Männer um ihn herum.

Wer mich kennt wird sich vorstellen können, dass ich fast ausgeflippt bin einem so großartigen Musiker mal so nahe zu sein.

Wenn in zwei Stunden Bilder und Gefühle von Jahrzehnten aufkommen, dann braucht man etwas um wieder in der Gegenwart zu landen. Ein Poet würde vielleicht sagen: Eine Achterbahn der Gefühle. Das trifft den Nagel auf den Kopf.

Ich hatte mir gewünscht, dass dieser Abend für mich ein Highlight wird in diesem Jahr, und lange darauf hingefiebert. Der Wunsch ging in Erfüllung. Auf dem Weg nach Hause konnte ich kein Radio hören, ich brauchte die Stille und die Gedanken an diese wunderschönen 120 Minuten.

Sollte Roger Hodgson mal in Ihrer Nähe sein und Sie kennen seine Musik, dann nehmen Sie die Chance wahr und schauen/hören sich ein Konzert an. Man kann nicht zu viel versprechen, die Erwartungen werden mit Sicherheit übertroffen.

Thanks Roger, for a fantastic evening and beautifull memories.


Die 80er: Bestes Jahrzehnt ever!
Wenn ich ein Jahrzehnt nochmal erleben möchte, dann sind es die 80er Jahre. Es gab keine Zeit der ich soviel nachtrauere wie dieser Zeit. Da fanden soviel wichtige Dinge statt, da entschied sich soviel, da hab ich Dinge erlebt die mich geprägt haben. Und da war Spaß angesagt, Spaß ohne Ende. Klar, ich war Kind/Jugendliche, da hatten wir keine Verpflichtungen, da durfte man sich noch “austoben”.
Mein erster Gedanke ist die Mode von damals: Pumphosen, Netzhemden, Fledermausärmel, Jeans mit Domestos gebleicht, Jeans so eng, dass es mich 1x sogar ins Krankenhaus manövrierte, die Turnschuhe von Ad.... mit den drei weißen Streifen die man ausmalen konnte (ich glaube die hießen Allround).
Und die “Vokuhila”-Geburtstunde. Dauerwelle, blonde Strähnen, und wir Mädels wollten alle aussehen wie Sandra (Maria Magdalena *träller*). Es gab noch Diskotheken, auch in meiner Kleinstadt, und man traf sich dort, tanzte, lästerte, verliebte sich, trank das erste Bier und so, kotzte das erste mal von dem Bier und so.
Da gab`s noch nicht diesen Schiss mit Beine rasieren, Augenbrauen zupfen, Nägel machen in so einem Nagelstudio, Wimpern färben, etc. Da sahen wir so aus wie wir aussahen. Und selbst mit Haaren an den Beinen verliebten sich die Typen in uns.
Die Samstag Abende in den 80er Jahren fand ich immer so gemütlich: Da saß die ganze Familie im Wohnzimmer, es lief “Dalli Dalli”, “Der große Preis”, “Schwarzwaldklinik”, “Am laufenden Band” “Die Wiechers von nebenan” etc., da gab es dann mal Chips und Schokolade, für die Erwachsenen Eierlikör, und keiner jummelte am PC rum oder haute dauernd auf die Tastatur vom Handy.
Da hatten wir noch ein grünes Telefon mit Wählscheibe und Schnur in der Wand.
In den 80ern machten wir unsere Hausaufgaben ausschließlich in Heften, also auf Papier, und mussten uns Informationen aus Lexikon herausschreiben.
Verabreden ging nur mündlich oder mit dem grünen Telefon.
In den 80ern konnten wir noch bei Dunkelheit nach Hause gehen ohne dass unsere Eltern Angst haben mussten vor üblen Gestalten.
Das war die Zeit wo wir uns noch Liebesbriefe schrieben, so echt auf Papier und mit Füller, mit einem Schuss unseres Lieblingsparfüms (My Melodie, Jovan Musk Oil) und dann diese sausüßen heimlichen Nachrichten: “Willst Du mit mir gehen?” °Ja °Nein °Vielleicht.
Das war für mich überhaupt die Zeit der ersten großen Liebe, und das war ein Meilenstein.
Da waren unsere Mütter größtenteils zu Hause und für uns da, während unsere Väter Arbeiten gingen. Da hatten die wenigsten viel über, aber die meisten kamen damit gut über die Runden.
Die Musik war ein totales Durcheinander und nicht selten ein Wagnis. “Da Da Da” von Trio hat sich mir heute songtechnisch noch nicht erschlossen, Madonna begann ihre Provokation, und Leute wie Ann Clarke oder Pulsstar lassen noch heute mein Herz höher schlagen.
Meine totale 80er Jahre Hymne ist “Take on me” von Aha.
Die neue Deutsche Welle setze nen akkuraten Meilenstein, und wir feiern auch heute noch danach.
Da gab es noch kein HartzIV, da hatte man für 20 Mark den Einkaufswagen im Discounter halbvoll, da haben wir Dinge wie Raider oder Banjo noch mit Genuß gegessen, gab es ja nicht so oft. Da haben wir die Schleckmuscheln ausgeleckt, uns Zeug in Mund gekippt was geknallt hat und fast die Füllungen aus den hinteren Backenzähnen riß, da tranken wir Quensch und so ein Kram, bei blasser Gesichtfarbe gabs ne Pulle Rotbäckchen, bei Unwohlsein Lebertran, und wir brauchten noch die vorgedruckten Krankenscheine die man sich aus so nem Heft reissen und selber ausfüllen musste wenn wir krank waren und zum Arzt mussten.
Da fuhren die Busse aus den Dörfern in die Stadt und umgekehrt in einem viel engmaschigeren Intervall wie heute.
Da sind wir mit der ganzen Familie in die nächste Großstadt gefahren wenn neue Klamotten gebraucht wurden, Internet gab es ja noch nicht. Ich kam damals nicht über die Rolltreppen hinweg, das war für mich Zauberei. Ich liebe die 80er Jahre, es war eine so wundervolle Zeit. Und ich würde mir wünschen, mein Sohn dürfte eine Woche der 80er erleben dürfen.

Turmventilator oder Standventilator? Oder wie oder was?

Ich gebe es zu: Heute gegen 19 Uhr, als ich nicht mehr wusste wohin mit mir vor lauter Schwitzerei, bin ich kurz eskaliert: Geldbeutel unter den Arm, schnell gekämmt, ins Auto gesprungen und ab in den Discounter. Da hatte ich letzte Woche noch Ventilatoren gesehen. Und bin trotz einem Schnapperpreis daran vorbeigegangen. Ich dumme Nuss, ich! Im Discounter Nummer 1 alle weg, auch keine mehr im Lager. Im Discounter Nummer 2 alle weg, auch keine mehr im Lager. Der Baumarkt zu. Stand ich da mit verschwitztem Nacken und kleinen Schweißperlen an der Oberlippe und hätte mir am liebsten drei Pakete gut gekühltes Pulled Pork in den Ausschnitt gesteckt.  Wieder ins Auto, Klimaanlage an und ab nach Hause.

 

Da dann sofort den Rechner hochgefahren, und bei Google „günstige und gute Ventilatoren“ in die Leiste geklöppelt. Die aus den beiden Discountern sind auch gerade vergriffen im Online Shop. Ich bin dann auf einer Seite gelandet welche die besten Teile vorstellt und auch die weniger guten Dinger. Mit Rezessionen. Jau, der Testsieger über 200 oder 300 Euro. Den hörste nicht, da kannste neben ratzen. Und der macht Wind wie auf dem Meer und wie Bolle. Und befeuchtet die Luft und reinigt die Luft und macht buntes Licht und bunte Luft. Ein mordsmäßiges Teil, wahrscheinlich verringert es nebenbei noch die Faltentiefe, ich weiß es nicht. Genau, das fehlt mir noch! So ein Klimbim wollen wir hier nicht haben, nur etwas fresh air auf dem Spannbettlaken und in der Küche und dem Wohnzimmer. Wie der im Büro: Klein aber fein. Ich stehe jetzt nicht mehr ab 10 Uhr von meinem Bürostuhl auf mit dem Gefühl in die Hose gemacht zu haben. Man traute sich gar nicht mehr aus dem Raum weil man meinte, man hat hinten am Poppes Flecken. Unser Ventilator dort sorgt echt für etwas Wirbel was die Luft betrifft. Wirbel um die gute Laune machen wir da schon selber 😉

 

Also habe ich mir zu Hause knapp 1 Stunde lang alle Bewertungen von Ventilatoren angesehen, Preise verglichen. Hatte ich einen passenden Ventilator gefunden, war der ausverkauft oder nicht auf Lager. Also die nächste Pustemaschine angeschaut. Und die nächste und die nächste und die nächste. Nun habe ich zwei bestellt, die kommen am Wochenende. Ich habe auch etwas kleinere Dinger genommen, nicht die handelsüblichen Standgeräte bei denen der halbe Raum aus Ventilator besteht. Unsere sehen aus wie eine Kabeltrommel. Ich hoffe nur, die sehen auch echt nur so aus. Noch so eine Nacht, und ich gehe am Stock. 2 Stunden Schlaf – 9 Stunden Büro. Das kann man mit Ü40 echt nur 1x bringen so ein Defizit, dann ist Ende im Gelände mit der Kondition.

 

Ich bin so froh, dass ich Single bin. Bei den Temperaturen ohne Ventilator „Unga-Unga“ fänd ich jetzt gerade `ne Katastrophe! Und ja, ich mag diesen Sommer immer noch. ^^


Kommunikation auf dem Bürgersteig: Früher war das so.

 

Als ich vorhin vom Einkaufen kam, sah ich wiederholt eine Gruppe von Männern bei uns an der Straße auf einer Bank sitzen. Selbst aus dem Auto konnte ich erkennen, dass die holde Männerwelt sich viel zu erzählen hatte. Es waren ältere Herrschaften, sicherlich aus meinem Viertel hier. Mittlerweile hatte sich noch jemand dazu gesellt, an der Seite steht ein Auto. Und die sabbeln da unter immer noch.

 

Das hat mich daran erinnert, wie es früher auf dem Dorf war: Genau so.

 

Bei schönem Wetter kam ein älteres Ehepaar aus dem Haus am Abend, mit Klappstühlen ausgestattet. Diese stellten sie vor ihrem Haus auf und saßen dort einfach nur stillschweigend. 

 

Es dauerte nicht lange, da gesellten sich andere Nachbarn dazu. Meist Frauen. Oft noch in der Kittelschürze. Und dann wurde das Leben im Dorf besprochen, der neuste Klatsch und Tratsch ausgetauscht, die Weltpolitik diskutiert.

 

Dieses ältere Ehepaar hatte damals Eis verkauft und Getränke. Aus dem Keller heraus, das war nicht deren Hauptgeschäft. Ich habe noch den Geruch des Raumes in der Nase, in der die Eistruhe stand. Das Bier und alles andere stand unten in einem alten, dunklen Kellerraum. Wenn die Damen des Dorfes dort schnatternd standen, kamen auch wir Kinder hinzu. Manchmal fiel ein Milcheis ab. Ein kleines Eis für ein paar Groschen. Und während unsere Mütter und die Nachbarsfrauen über Gott und die Welt sprachen, schlabberten wir unser Eis, hörten den Gesprächen zu oder spielten mit den anderen Kindern noch Verstecken, Gummi-Twist etc.

 

Männer wären wenig zugegen, diese Schnabbelei war nichts für die Häuptlinge im Dorf. Wenn sich mal einer dort vor die Tür verirrte, dann wurde ein Bier aus dem Keller geholt. Nicht die 0,33 Liter Flaschen (man hat ja Angst man verschluckt die kleinen Dinger), sondern 0,5 Liter. Manchmal holten das ältere Ehepaar noch Stühle aus dem Stall für die anderen, manchmal brachten die anderen ihre Stühle gleich mit. Zu erzählen gab es immer was.

 

Das abendliche Treffen fand auf dem Bürgersteig statt, da das ältere Ehepaar vor dem Haus keinen Vorgarten, Hof o. ä. hatte. Das störte auch keinen. Im Stall rechts gab es Hasen, da durften wir Kinder manchmal rein und sie streicheln oder füttern. Auch den Geruch habe ich noch im Kopf. Und irgendwann, wenn der Gesprächsstoff ausging oder die ersten müde wurden, wurden die Stühle weggeräumt und alle gingen nach Hause.

 

Im Nachhinein betrachtet finde ich heute, dass das damals eine tolle Art und Weise war mit den Nachbarn den Kontakt zu pflegen. Vor allem so ungezwungen den Kontakt zu pflegen. Keiner wollte sich überbieten oder auftrumpfen, es reichten ein paar Stühle und Gesprächsstoff auf dem Bürgersteig.

 

Die Männer unten an der Straße sitzen dort nicht mehr, ich habe gerade nachgeschaut. Aber ich kann mit gut vorstellen, dass dort auf der Bank an der Straße morgen wieder „Männer Sit-in“ ist. Richtig so, meine Herren. ^^

 


Ich mach die Tür nicht auf!

Wenn es hier bei uns klingelt, dann kann ich leider nicht sehen wer so klingelt. Nach diversen Erfahrungen, dass plötzlich irgendwelche dubiosen Verkäufer vor meiner Wohnungstür standen, öffne ich entweder die Haustür nicht bzw.  öffne auch nicht die Wohnungstür. Meine Freunde melden sich nämlich immer kurz wenn sie mich besuchen wollen. Die kennen mein Leiden schon 😉 Hier standen auch schon Herren einer Rettungsorganisation vor meiner Butze bei denen ich ein Abo abschließen sollte. Um im Fall der Fälle medizinisch versorgt und abtransportiert zu werden, natürlich nur von denen mit einem mordsmäßigen Mitgliedsbeitrag. Dumm war nur, dass der Typ die ganze Zeit auf meine Uniform starte und wohl selber bemerkte, dass er da bei mir irgendwie an der falschen Adresse war. Hier werden sie selber geholfen quasi. Vorgestern sah ich schon zwei fremde Personen auf unser Haus zu schleichen mit blauen Westen und Klemmbrett unter dem Arm. Kannte ich nicht. Dann klingelte es auch, aber meine Tür blieb zu.

Kurze Zeit später klingelte es wieder. Und wieder und wieder. Ich versuchte mich hinter der Gardine zu manövrieren und auszuspähen wer mich da besuchen will. Ich sah keinen, hörte aber jemanden brüllen auf dem Parkplatz vor dem Haus.

Werner macht nicht auf“,

„Warum macht da keiner auf?“,

„Bei Werner ist der Briefkasten voll“,

„Meine Katze muss doch irgendwo sein“

und so ein Kram.

Ich hing noch immer hockend hinter der Gardine und beobachtete das Treiben, mir was das irgendwie alles komisch. Und wer ist dieser Werner?

Dummerweise sah mich die neue Nachbarin von nebenan und rief dem Mann, welcher auf dem Parkplatz wild brüllend umher lief zu, dass ich hinter der Gardine stehe. Danke auch. Vielen Dank. Die ist halt neu hier und weiß anscheinend noch nicht wie der Hase hier läuft. Wir verpfeifen uns hier nicht. Jedenfalls nicht so. Also öffnete ich das Fenster und fragte was denn los sei. Ich war angefressen wegen der petzenden Nachbarin, das glaubt mal. Folgendes war passiert: Seine Katze war aus dem Dachlukenfenster abgehauen und nun weg. Und er wollte wissen, ob ich sie gesehen habe bzw. seine Katze irgendwie in meine Wohnung gelangt ist. Oder auf meinen Balkon. Weil hier so viele Fenster bzw. Dachfenster geöffnet waren, da hätte sie rein schleichen können. Es wollte seine Katze unbedingt finden, sie war wohl noch recht jung und er hing an ihr. Das waren aber nicht meine Fenster welche geöffnet waren. Zudem war ich zu diesem Zeitpunkt schon über eine Stunde at home und hätte wohl bemerkt wenn eine Katze in meiner Wohnung ist. Und dann kam der Kracher, nämlich seine Äußerungen über „Werner“ mir gegenüber. Er beschwerte sich nochmals bei mir über den ominösen Werner.  Als ich äußerte, dass ich Werner bin, war mal kurz betretenes Schweigen. Warum der in meinen Briefkasten schaute weiß ich nicht, wahrscheinlich suchte er die Katze.

So, die Diskussion war beendet, ich wendete mich wieder meiner Wäsche zu, klingelte es wieder: Der Katzen suchende Nachbar stand vor meiner Bude. Das glaube ich jetzt nicht! Will der alle Räume persönlich inspizieren? Hier war keine Katze! Kurzer Plausch, kurze Erklärung welches Dachfenster zu welcher Wohnung gehört, den Name des Nachbars von mir gegenüber kenne ich nicht. Der hat aber ein Dachlukenfenster, er war nur nicht da. Als ich meine Tür schloss, ging es im Hausflur noch munter weiter. Da suchte einer verzweifelt seine Katze, ich verstand das ja auch zum Teil.

Einen Tag später treffe ich den Katzen- und Werner suchenden Mann auf dem Parkplatz und frage anstandshalber, ob die Katze wieder da ist.

Sagt er sinngemäß:

„Nee, nicht aufgefunden. Das ist aber nicht schlimm, dann kaufe ich eine eben eine Neue.“

Ach so, na dann, aha, tztztz. Hat sich der Ausraster ja total gelohnt. Ich weiß nicht wer mir mehr leidtut: Die Katze, die petzende Nachbarin oder der brüllende, hysterische Nachbar. Und ich bete zum lieben Gott, er kauft sich keine Lama welches über unsere Dächer spaziert und auf meinem Balkon landet. Geht der Rotz von vorne los. Den Briefkasten von Werner reparieren wir auch, ist ja klar. Da ist der Schlüssel abgebrochen. 

Man ey, Werner. ^^


Zeig mir Deine Handtasche, und ich sag Dir wer Du bist.

Diese Weisheit habe ich erst vor ein paar Jahren gerafft, als man mich und gefühlte andere 1548 andere Frauen bei einem Casting darauf hinwies, dass man evtl. man kurz in unsere Handtaschen lunzt. Weil man am Inhalt einer Handtasche erfahren kann, wie die Frau so tickt. Der Mann sicherlich auch, aber der trägt ja keine Handtasche. Eher selten quasi 😉

Diese These stimmt aber. Sage ich jedenfalls. Am Inhalt und der Größe meiner Handtasche lässt sich erahnen, dass ich mehr so die „immer rein, das wird irgendwann sauwichtig sein-Tusse“ bin.

Ich fahre übermorgen weg zur Kieler Woche. Nur einen Tag. Tagesreise sozusagen. Nichts dolles, ich verlasse nicht das Land und bin auch keine 5 Monate weg. Aber ich überlege seit einigen Tagen was ich alles so mitnehmen muss in meiner Handtasche: Getränke, Essen, Taschentücher, Fotoapparat, Kopfschmerztabletten, was für den Magen (es geht auf ein Schiff), Handy, Ladekabel, Geldbörse, Papiere, Kuli und Block, Deo, Parfüm, diverse Hygieneartikel wie Feuchttücher, Desinfektionsgel, einen Schirm, eine dünne Jacke/einen Pulli. Ich hasse das! Ich hasse das echt! Noch nie hat man gelesen, dass ein Tagesausflug richtig übel endete weil eine Frau ihr Deo vergessen hat. Oder ihren Kuli.

Noch nie habe ich erzählt bekommen, dass ein Tagesausflug in der Notaufnahme endete weil eine Frau ihre Schmerz- und Magentabletten vergessen hat. Oder das Desinfektionsgel.

Noch nie habe ich erlebt, dass ich bei einem Tagesausflug ohne Stift und Block in eine lebensbedrohliche Situation kam.

Aber trotzdem kann ich dieses Gerammel in meiner Handtasche nicht abstellen. Orrrr!

Das Teil wiegt ja dann auch! Da ich Querträgerin bin, also meine Tasche immer locker-flockig seitlich trage, muss ich hin und wieder wechseln. Sonst gehe ich krumm.

Am schlimmsten ist es dann, wenn ich etwas suche in dem Ding: Katastrophe!

Meinem Schwager ist mal aufgefallen, dass ich da einen Brauch übernommen habe: In unserer Familie ist das wohl Pflichtprogramm. Sieht man eine Frau schief gehen, mit einer Handtasche die aussieht als würde sie 35 kg wiegen, dann ist die Trägerin eine „Werner“.

Aber gut, wir haben Bullrichsalz dabei während andere über die Reling reiern. Ich wollte es nur gesagt haben.  Bitte, gerne 🙂 ^^


„Sind die Vahler Hüpper in unserer Nähe? Hä? Sind sie?“

Wenn die Bollchen ganz tief fliegen

Uslar/Schoningen Sicherlich hätten viele von uns plärren können als es am letzten Sonntagvormittag schüttete wie aus Kübeln. Gerade die, welche beim Umzug in Schoningenmitgehen wollten oder als Zuschauer Bollchen einsammeln. Von der Feuerwehr Schoningen sicherlich ganz zu schweigen, denn der Sonntag war der Ausklang des Festes, u. a. auch mit dem Dämmerschoppen. Wir haben in der Whatsapp-Gruppe noch diskutiert ob wir überhaupt mitgehen, ob wir mit Schirm mitgehen, mit Regenmantel usw. Aber schwupps: Gegen Mittag kam die Sonne raus und es war alles gerettet.

Horst-Herbert

Wir trafen uns vor der Tür eines Feuerwehrmannes, ich nenne ihn jetzt mal Horst-Herbert. Dieser Horst-Herbert hatte uns einen Bollerwagen zur Verfügung gestellt. Während wir unseren Kladderadatsch dort rein prümmelten, erschien Horst-Herbert. Er gab auch eine Runde Kaltgetränke aus. Sehr gastfreundlich, der Horst-Herbert. Als die Damen und Herren vom Delegiertentages des Feuerwehrkreisverbandes Northeim Schoningen verließen, kamen die Trecker,Fußgruppen und Leiterwagen in Schoningen an. Wilde Bässe klangen durch die Luft, die Stimmung ließ zur Mittagszeit schon erahnen was noch so geht: Kein Rotkohl mit Roulade, sondern Party z. B. in der Bachstraße und so.

Wo gehen die Vahler Hüpper?

Wenn im Uslarer Land Umzüge stattfinden, fragen sich alle Beteiligten folgendes:

„Gehen die Vahler Hüpper hinter uns?“

„Wo gehen die?“

„Kann bitte jemand Duschhauben besorgen?“

Wir hatten sie hinter uns, die Vahler Hüpper. Und was soll ich sagen? Einige tänzelten extra um den Wagen herum um eine Abkühlung zu erhalten aus dem Hals des Frosches.

Fliegen die Bollchen so tief oder die Schwalben?

Als wir in die Straße gingen an der wir uns aufstellen sollten, hatte man mit Farbe schon die Startnummern auf den Asphalt gesprüht. Wir waren richtig, die Schoninger Mädels vor uns waren richtig. Irgendwie schienen aber auch nur wir richtig zu sein. Denn hinter uns stand keiner mehr. Es hätten aber noch 8 Gruppen folgen müssen. Eine Querstraße weiter stellten sich auch welche auf. Irgendwie stellten sich überall welche auf. Und die Sonne brannte vom Planeten. Die Kapelle ausSchönhagen blies in die Klarinette und es ging rund mit der Marie. Stimmung war bombig. Die ersten Bollchen flogen, die ersten Tüten Brausepulver flogen auch (knapp 350 an der Zahl), es wurde gewunken und gerufen und gelacht. Es war wahnsinnig drückend und warm, einige hatten Handtücher im Nacken hängen und kippten von oben rein, was durch die Poren wieder raus ging. Oder durch die Blase 😉

In der Knickstraße knickte es weg

In der Knickstraße, leichte Linkskurve mit Anstieg, knickte unser Verdeck vom Bollerwagen-Gestell ein. Zuviel Proviant drin quasi. Ja, so eine Bio-Banane wiegt `ne Menge 😉  Ich lief knapp 30 m weiter mit einer alten Schranktür in der Hand. Es muss gewirkt haben als liefe ich für Werbung für das Möbelhaus vom Schweden.

Aber wir hatten zwei „Dreibeiner“ dabei, die reparierten das in Windeseile.

Rammen in den Chaisen

Auf dem Festplatz angekommen, rannten viele Richtung Toilettenwagen. Gerade die Frauen. Und dann ging es kollektiv auf den Platz und auf das Zelt. Erstmal setzen – quatschen – fröhlich sein. Die ein oder andere Pizza streifte den Gaumen. Und man sah endlich die anderen Teilnehmer des Umzuges.

Ja, und dann ging es wieder für viele Richtung Autoscooter. Ich, die am Tag vorher noch tröterte:

„Wie kann man sich da rein setzen? Zu gefährlich, zu teuer, so ein Blödsinn!“,

fand ich mich dann auch in einer Chaisen wieder. Und das nicht nur 1x oder 2x. Mal stieg hier einer zu und da eine aus. Und es wurde gerammelt wie irre. Also jetzt mit den Chaisen.Blutergüsse gab es auch in unseren Reihen.

Wenn das Reh schaut wie der Papa damals

Mittlerweile standen die Weserbergland-Musikanten auf der Bühne. Und das Freibier rann durch die Kehlen. 

Als ich gegen 21.30 Uhr Richtung Uslar startete, zu Fuß, wie eine Tusse aus den 80ern, passte das alles. Okay, okay, okay, das Wild auf der Mitte der Strecke schaute mich böse an. Wie meine Eltern, wenn ich zu spät aus dem Meeting kam. Da fühlste Dich echt Scheiße.

Liebe Feuerwehr Schoningen, ich habe euer Fest echt genossen. Drei Tag feiern, einen Tag Urlaub, sechs Stunden mit Schüttelfrost auf dem Sofa liegend. Das war es uns aber wert. Hoffentlich in 5 Jahren wieder. Aber erst sind Verliehausenund Kammerborn am Start. ^^

Fotos: © Steffi Werner, Veröffentlichungsgenehmigungen liegen vor!


Lesereise Samuel Koch: Wenn Humor und Betroffenheit so dicht beieinander liegen. 

 

Vorgestern in Schönhagen (Uslar/Solling) beim Programm „Rolle vorwärts“ von Samuel Koch (am 04.12.2010 in der Sendung „Wetten, dass …“ schwer verunglückt), in der Martin-Luther-Kirche, bot sich vor Beginn der Veranstaltung am Gotteshaus eine breitgefächerte Palette von Menschen: Alle Altersklassen waren zu sehen, das Geschlecht fast gut ausgewogen zwischen Mann und Frau. Kerngesunde, aber auch gehbehinderte Menschen und Menschen im Rollstuhl fanden sich ein. Wie das so auf dem Dorf ist, gab es vor der Tür schon Getränke, shake hands hier, ein Plausch da. Beobachten, wer sich denn noch so dort sehen ließ. Die Kirche war noch verschlossen.

Bis ein dunkler Wagen vor der Kirche hielt. Ich versuchte eine Blick zu erhaschen, das musste der Wagen mit Samuel sein. Meine Güte, man ist ja aufgeregt wie eine 8-jährige. Als sich die Kirchentüren öffneten und die Menschen hinein strömten, lag für alle die freie Sicht nach vorne auf der Prioritätenliste. Wir drei Damen landeten im Flügel rechts mit Säule vor der Nase. Mehrmaliges rutschen und rücken von rechts nach links und links nach rechts und vor und zurück. Die Sitzposition war dann gefunden. Ich war noch nie in dieser Kirche, fand sie sehr beeindruckend. Pastor Schiller, quasi der Gastgeber, leitete den Abend ein. Ein Pastor, dem viel Sympathie bescheinigt wird hier in der Region. Und dessen Name von Samuel Koch an diesem Abend oft genannt wurde. Die beiden verstanden sich irgendwie. 

Beim Blick nach hinten sah ich ihn: Samuel Koch! Wieder das Verhalten einer 8-jährigen, mit dem Finger auf ihn zeigend, weil ich so ergriffen und auch etwas überwältigt war. Und dann fuhr Samuel in seinem Rollstuhl nach vorne. Sein Blick wirkte auf mich konzentriert oder traurig, ich konnte es nicht deuten. Jedenfalls verunsicherte mich dieser Blick kurz. 

So begann ein fast 3-stündiges Programm, gefüllt mit seinen Geschichten, slapstickartigen Kommentaren, mit der Musik seiner Freunde und mit den Fragen der Besucher. Es war ein Wechsel von all dem. 

Bei seiner ersten Lese-Passage hatte ich noch Schwierigkeiten in die Thematik zu kommen. Da fiel mir auch seine ungewohnte Atmung extrem auf. Das wurde allerdings im Laufe des Abends immer besser. Und ich war drin in seiner Geschichte. In der Geschichte um Samuel. Mit Passagen seine Mutter betreffend, mit dem versteckten Liebesbeweis an Sarah Elena (ich habe mitgezählt, bei der Dankbarkeitsliste nannte er ihren Namen 3x), bei dem Bericht, wie oft sein Vater ihn als Kind schon mit einer 1 plus belohnte verschiedene Begebenheiten betreffend. 

Es gab so viele Stellen an diesem Abend die uns lachen ließen, die uns schlucken ließen, die uns betroffen machten. Hin und wieder wurden sich auch Tränen aus den Augenwinkeln gewischt.

In Erinnerung ist mir sofort die Schilderung, als er damals in der Rehaklinik lag, „platt am Laken“,  wieder bei Bewusstsein und das alles verarbeitend, und sich Menschen im Rollstuhl an seinem Bett versammelten. Und ihm sicherlich mit tröstender Absicht demonstrieren wollten, dass ein Leben im Rollstuhl quasi jetzt nicht soooo das Drama ist. Was gut gemeint war und dem einen vielleicht hilft, ist für den anderen total überfordernd. Nachvollziehbar, dass man diese Begegnung lieber aus seinem Gedächtnis streichen würde. 

Samuel Koch brachte uns an diesem Abend Probleme nahe aus seinem Leben, an die man als beweglicher Menschen nicht denkt: Wenn die Nase juckt und man sich nicht kratzen kann. Wenn man niesen muss, und dabei fast aus dem Rollstuhl kippt. Wenn einer von zig Kleiderbügeln mit dem Haken in die falsche Richtung hängt, man dieses gerne ändern möchte, aber nicht kann. Dinge, die wir bewusst schon nicht mehr wahrnehmen, bereiten ihm stellenweise Probleme oder Kopfzerbrechen. Auch wenn er das sehr humorvoll schilderte. Wie den Bericht über die Raufasertapete. 

Oder die wilde Fahrt in einem Fahrgeschäft auf dem Schützenfest Hannover mit seinem Bruder, die in einer Katastrophe hätte enden können. Weil Samuel aus dem Sitz zu rutschen drohte bei der wilden Aktion. Man schwankte zwischen Entsetzen und schmunzeln, weil er beides gut miteinander vermischte.

Überhaupt habe ich mich stellenweise geschämt, weil ich so viel schmunzelte bzw. lachte. Über die Schilderungen eines jungen Mannes im Rollstuhl sitzend. Der beim Duschen auch gerne mal per Kopfhaut die Anzahl der Löcher im Duschkopf versucht zu zählen.

Die Anmerkung einer Besucherin ist mir auch im Kopf geblieben: Es muss Leute geben, die Besuchern eines solchen Abends eine Art Voyeurismus unterstellen, in Richtung „Gaffer-Mentalität“ gehend. Da bin ich nicht drüber weg gekommen. Und ich möchte behaupten, dass solche Menschen einen Abend dieser Art nicht im Ansatz verstehen würden. Aber auch diese Spezies muss es geben. 

Humor wurde angekündigt bei seiner Tour, Humor scheint generell eine Charaktereigenschaft von ihm. Humor macht vieles einfacher. Wohl dem, welcher Humor hat und ihn sich immer bewahrt. 

Samuel Koch verstand es, uns alle und die Region mit in sein Programm einzubinden. Dadurch bekam der Abend eine sehr persönliche Note. Man hatte den Eindruck, er fühlte sich wohl in Schönhagen. Die spontane Aktion, dass sein Musiker Dirk auf die Empore ging, an die historische Orgel, und ein Lied anstimmte zum allgemeinen Singen von uns allen, war sicherlich so nicht geplant. 

Der kleine verbale Schlagabtausch zwischen seiner hübschen Begleiterin/Sängerin war sicherlich aus dem Bauch heraus. 

An einem lauen Sommerabend in einer Kirche sitzen, während die Sonne durch die Fenster scheint und man die Bäume davor erkennen kann, begleitet werden von ruhigem, fast schon sentimentalem Gesang mit Klaviertönen begleitet, ließ sicherlich viele kurz in sich gehen. 

Es passte an diesem Abend alles, von der Stimmung über die Kulisse in der Kirche bis hin zum Programm „Rolle vorwärts“. 

Ich brauchte zu Hause lange um wieder etwas runter zu kommen und all die Schilderungen/den Abend zu verpacken. Meinen Freunden ging es nicht anders. 

Prädikat: Sehr empfehlenswert. Es war ein Abend, der sicherlich viele Zuhörerinnen/Zuhörer mal kurz „erdete“. Und denen, die ein ähnliches Schicksal teilen, vielleicht auch etwas Mut zusprach.


Die strenge Lisbeth, der schelmische Harry und die schöne Meghan.

 

Auch ich bekenne mich zu den Menschen, die morgen von 11.00 Uhr bis knapp 15 Uhr vor dem Fernseher sitzen werden beim ZDF, um mal wieder einer royalen Hochzeit beizuwohnen. Weil mich so etwas wirklich fasziniert, gerade Hochzeiten dieser Rangordnung. Für mich jedes Mal wieder unvorstellbar dieser Hype, diese minutengenauen Planungen, dieses von Anfang bis Ende durchdachte Protokoll. Die vielen fast durchdrehenden Menschen in den Straßen von England.

 

Manchmal wünscht man sich fast, ein Blumenkind bekommt einen Schreikrampf und pfeffert jemandem aus der königlichen Familie das Blumenkörbchen um die adligen Ohren. Am besten Charles, er bietet die größte Angriffsfläche 😀

 

Oder sagt schlimme Worte auf dem Weg zum Altar:

 

„Ich gehe nicht neben Kimberley, die riecht nach Furz, die doofe Kuh!“

 

Es passiert einfach nicht, die sind getrimmt wie der Rest des Adels. Bei der Hochzeit von William und Kate hatte zumindest Pippa Middleton mal kurz für Furore gesorgt mit ihrem engen Kleid hinten um den wohlgeformten Po herum. Das alleine war schon zu viel wie ich lesen konnte. Deshalb soll Meghan keine Trauzeugin bzw. Brautjungfern haben: Man hat Angst, da raubt wieder eine mit einem wohlgeformten Hinterteil der Braut die Show. Und der Lisbeth halt.

 

Der Harry, irgendwie fiel er mit seinen Eskapaden früher schon sehr aus der Rolle in Lisbeth ihrem Hause. Er hat ja schon so manchen Klopfer gebracht. Und gerade das finde ich so sympathisch an ihm. Sicherlich hat er Nummern gerissen welche weniger witzig waren. Teilweise sogar geschmacklos. Nur musste ich teilweise grinsen wenn wieder Schlagzeilen über ihn zu lesen waren, dass er beispielsweise abgefeiert hat wie ein Wahnsinniger, und für einige Momente die Etikette sowie Oma Lisbeth vergaß. William ist ja eher so der ruhige, besonnene, artige Part. Ein kleiner Betbruder eben. Und dann kam der Harry und riss mit seinen Stories fast den Palast aus der Verankerung.

 

Die Presse überschlägt sich seit Monaten, es wird mit wilden Spekulationen um sich geworfen. Das Leben der Meghan M. wird auseinander genommen wie ein toter Fisch beim sezieren. Die strunzendoofen Überschriften ließen schon ahnen, dass da viel gequirlter Bullshit geschrieben wird. Ich finde sie sauhübsch, der Rest muss mich nicht interessieren.

 

Morgen sitze ich wie sicherlich Millionen anderer Menschen auch in Jogginghose vor der Flimmerkiste, mit einem kleinen Taschentuch ausstaffiert, Pott Kaffee am Mann/an der Frau und werde wie immer fasziniert sein von der royalen Welt und dem Drumherum.

 

Man mag als kleines Mädchen davon geträumt haben, dass man einen Prinzen heiratet. Heute nicht mehr. Mal ehrlich? Für mich wäre das alles nichts. So das Leben am Hofe im allgemeinen, mit Lisbeth oder einer Frau wie Lisbeth in der Verwandtschaft. Weil ich mich all den Regeln, der schon genannten Etikette, diesem dauernden Benehmen müssen nicht stellen wollen würde. Ich kann mir auch schwer vorstellen, dass die morgen eine Hochzeit feiern, welche wie eine Party wirkt, also bei der man eben richtig abfeiert. Wobei ich vorhin hörte, dass der Brauttanz nach Whitney Houstons Song: „I wanna dance with somebody“ abgehen soll. Weil beide Fans von ihr sind. Es wäre ihnen zu wünschen, dass sie so feiern wie sie feiern möchten, und nicht nach Regeln und Zeitplan. Das sind junge Leute.

 

Ich stelle es mir total steif vor. Da kann man als Braut nicht mal eben mit einem Bier um die Ecke huschen und heimlich `ne Kippe rauchen: Da wird die Lisbeth schon für sorgen! Oder bei den Freunden/Kollegen am Tisch als Braut gemeinsam mit einem Schnappes anstoßen und sich anzügliche Witze erzählen:

 

„Hier, kennste den? Fragt eine Nutte eine andere Nutte …“ Bla, bla, bla.

 

Haste auch Lisbeth hinter Dir stehen mit drohendem Finger.

 

Bei diesen Hochzeiten scheint alles minutiös durchgeplant, da wird nichts dem Zufall überlassen. Teilweise sitzen die ersten Gäste stundenlang in der Kirche. Sicherlich darf man dann auch nicht mal kurz austreten, das gibt das Protokoll nicht her. „Aufhalten bis zum Schluss-Segen“ ist die Devise.

 

Aber gut, vielleicht interpretiere ich das auch alles falsch und da fliegt morgen die Kuh, und die Lisbeth tanzt die Polonaise ihres Lebens und geht ab wie H. P. Baxxter zu „Hyper, Hyper“.

 

Apropo: Irgendwie finde ich es schon bemerkenswert, wenn sich eine Frau wie die Queen so im Griff hat. Über 90 Jahre alt, seit knapp 60 Jahren im „Job“, keine Skandale um sie persönlich. Der Rest der Truppe fiel ja doch hin und wieder auf mit „nicht dem Hof angemessenen Aktionen“.

 

Maghan sei zu wünschen, dass sie es vielleicht schafft etwas frischen Wind in die königlichen Hallen zu bringen. Eine junge, hübsche Frau, die keine über dem Knie endenden Röcke tragen darf und keine High Heels, ist irgendwie veraltet. Auch wenn es sich um ein Mitglied der königlichen Familie handelt.

 

Ich verwette meine durchflennte Rotzfahne von morgen darauf, dass sie es schafft. ^^


,Rolle vorwärts: Samuel Koch & Friends auf Lesereise in Schönhagen.

 

Als ich hörte, dass Samuel Koch mit seinem Programm „Rolle vorwärts“ zu Gast sein wird in der Martin-Luther-Kirchengemeinde Schönhagen am 05. Juni, kamen automatisch die Bilder vom 04.12.2010 zurück. 

Viele von uns erinnern sich sicherlich noch an dieses Drama bei „Wetten, dass“, welches viele sprachlos und geschockt vor dem Fernseher zurück ließ. Ich hatte von diesem Unfall erst nach der Sendung erfahren und mir später die Mitschnitte angeschaut, welche über fast alle Kanäle liefen. Mir blieb die Reaktion von Michelle Hunziker im Gedächtnis, welche mehrmals nach einem Arzt rief. An den leblos wirkenden Körper von Samuel auf dem Boden liegend. An die betroffene, teils überfordert wirkende Reaktion von Thomas Gottschalk, dem Publikum, dem Team und den anderen Studiogästen. Es rief jemand „Martina, Martina, Martina!“ Dann wurde die Sendung relativ schnell unterbrochen. 

Aus Gründen der Recherche schaute ich einige Videos, unter anderem auch jenes in dem Samuel Koch zusammen mit Till Schweiger bei Markus Lanz zu Gast war. Und ich habe bis dahin nicht gerafft, dass Samuel Koch im Film „Honig im Kopf“ der Mann war, welcher die Fahrkarten nach Venedig verkauft hatte. In einer saukomischen Szene. Der Pin war 1916, die Schlacht von Verdun. 

Ich schaute weitere Videos, sah ein Interview beim SWR1. Dort erzählte Samuel unter anderem auch, dass er Auto fahren könnte. Ein spezielles Auto natürlich. Das wäre ein Schritt in eine Selbstständigkeit, welche ihm viel Freiheit einräumen würde. Und wie der Moderator gut erkannte hieße das, dass es für Samuel Koch einfacher ist ein Auto von ca. 3 Tonnen zu lenken als sich die Zähne zu putzen. 

Man hat seine Lähmung und sein jetziges Leben betreffend so viele Fragen: Wie viel Personal muss mit ihm reisen? Welche Logistik ist erforderlich, damit er seiner Einschränkung entsprechend untergebracht werden kann? Was ist ihm vielleicht tagtäglich peinlich vor seinen Helferinnen/Helfern? Gehen ihm diese nicht manchmal auf die Nerven? Nicht die Menschen an sich, sondern die Tatsache, dass oft jemand um ihm herum sein muss? 

Eigentlich wollte ich mir vor der Lesung noch seine Biographie zu Gemüte führen. Das werde ich allerdings nicht mehr tun. Wie sagte seine Frau Sarah Elena sinngemäß vor längerer Zeit in einem Interview (vor einem gemeinsamen Dreh und ihrem Kennenlernen): Manchmal ist es besser, man gibt nicht zu viel auf Stories, Gerüchte, Geschichten, Recherche. Sondern man lernt diesen einen Menschen einfach nur kennen. 

Deshalb google ich nun nicht mehr nach Samuel Koch und allem Material um ihn, sondern ich werde mich am 05.06. einfach in die Martin-Luther-Kirche Schönhagen begeben, um ihm und seinen Freunden zuzuhören/zuzuschauen. 

Vielleicht werden so die vielen Fragezeichen durch Ausrufezeichen ersetzt.

Sein Humor findet immer wieder Erwähnung, darauf sind wir sicherlich alle gespannt. 

Mein Eindruck von ihm ist jedenfalls, dass er es nicht mag wenn man in Interviews o. ä. auf die Mitleid-Schiene gehen will. Dann nämlich weiß er mit bestimmter Höflichkeit und stellenweise auch Humor selbst bekannten Show-Größen den Wind aus den Segeln nehmen zu können. Geschwurbel scheint nicht seins zu sein. 

Ein Zitat auf der Seite der Kirchengemeinde Schönhagen von Samuel Koch fand ich sehr bemerkenswert: 

„Nicht zuletzt durch das Schauspielstudium habe ich gelernt, nicht ständig zu fragen: Was kann ich nicht?, sondern mich darauf zu konzentrieren: Was kann ich?

 

Kartenvorverkauf:

Kirchengemeinde Schönhagen, Bornstraße 4, Schönhagen

Touristik-Information Uslar, Lange Straße 1, Uslar

Stadtmarketing Holzminden, Am Markt 2, Holzminden

Touristik-Information Neuhaus/Silberborn, Im Wildparkhaus, Wildpark 1, Neuhaus 

Karten auch an der Abendkasse erhältlich. 

 

Ort: 

Martin-Luther-Gemeinde Schönhagen, Bornstrasse 4, 37170 Uslar-Schönhagen

Einlass: 18 Uhr

Beginn: 19 Uhr

Ende: Ca. 22 Uhr


Steht sie da in der Pampa. Junge, Junge, Junge!

Der liebe Gott hat beim Verteilen des Orientierungssinnes meine Wenigkeit wohl irgendwie übersehen. Oder mir nur eine Prise davon zugeworfen. Anders ist das teilweise echt nicht mehr zu erklären.

 

Ich wollte gestern Abend auf eine Veranstaltung hier in der Nähe. An diesem Ort war ich noch nie, es war eine Art Gehöft. Da ich bei Einbruch der Dunkelheit los wollte, hatte ich mir kurz vorher bei Mr. Google schon mal den Weg angeschaut. Ich habe kein Navi.

 

„Aha, Ortseingang rechts rein und wieder rechts rein, gerade aus und 1x links.“

 

Gut, alles klar, kriege ich hin, eine meiner leichtesten Übungen. Ich musste auch nur 1x zurück setzen weil ich den Weg links rein übersehen hatte, hihi 🙂 Da war ja weit und breit nix, ich sah schwach ein paar Lichter leuchten in weiter Ferne und schloss daraus, dass es nur dieses Gehöft sein kann welches ich suchte. Es war mittlerweile schon dunkel. Nachtblind bin ich ja auch, das kommt erschwerend hinzu. Aber das Ziel war erreicht. Ich war noch nicht ausgestiegen, da ging ich im Koppe den Weg zurück schon mal durch. Rechts, geradeaus, dann links und wieder links und schwupps, bin ich auf der Hauptstrasse. Als ahnte ich was kommt. Nach knapp 2 Stunden brach ich auf. Hui, ich musste wenden und es war abschüssig. Wie der Motor aufgeheult hat, Du liebe Güte!

 

Ab ging die Luzie zurück. Ich habe wohl die Abzweigung nach rechts übersehen und bin weiter geknallt durch Flora und Fauna. Mir kam das komisch vor, da waren doch auf dem Hinweg nicht so viele Kurven. Ich muss doch bald mal in dem Ort sein. Irgendwas stimmte nicht. Und wo kommen die Tannen plötzlich her? Hä? Dann kam ich an einem Haus an, sicherlich ein Försterhaus oder so was in der Art, und da war dann auch die asphaltierte Straße zu Ende. Nun musste ich mich zur Ruhe zwingen und konzentrieren. Bitte jetzt nicht um 23 Uhr einen Anruf absetzen müssen, weil ich nicht weiß wo ich bin und mich meine Freunde suchen müssen. Ich weiß nicht mal ob mein Handy dort Empfang hatte. Mit zitterigen Händen eine Kippe aus der Schachtel gezogen, den Glimmstängel an und wild gepafft. Ich wollte bitte einfach nur nach Hause und schnellstmöglich raus aus dieser dunklen Ecke. Mir was das unheimlich da. Ich also wieder gewendet, diesmal ohne aufheulenden Motor und wieder zurück. Ich hatte echt etwas Panik, dass ich mich total verfranse und stundenlang über Feldwege brettere bis zum Sonnenaufgang.

 

Links sah ich die Lichter meiner Stadt, also musste ich mich auch links halten. Die nächste Abzweigung links war dann meine. Aufatmen, das Dorf kam immer näher, ich war gerettet.

 

Heute habe ich mitbekommen, dass zwei Männer in dieser Ortschaft standen und das Navi das Gehöft nicht angezeigt hat. Die sind dort gar nicht erst gelandet. Also war ich doch eigentlich gar nicht so schlecht, nä? Und das ohne Navi. ^^


Erstens kommt es anders, und zweitens als mal plant.

 

Eigentlich sollte der heutige Tag DER Tag schlechthin werden für mich. Nein, nein, nein, ich wollte heute nicht heiraten. Wen denn auch 🙂

Ich wollte am frühen Morgen auf dem Weg ins Alte Land sein, zur Baumblüte. Tja, nun sitze ich nicht im Reisebus Richtung Heimat, sondern auf dem Sofa Richtung Bett.

Vielleicht erinnert ihr euch an die Kolumne, in der ich mein „Fernweh“ beschrieb die schönen Ecken dieses Landes betreffend.

Durch Zufall stolperte ich Anfang des Jahres über zwei Busunternehmen welche Tagesfahrten anbieten. Für mich „Autofahr-Legasthenikerin“ die Chance mal durch das Land zu eiern. In den Bus einsteigen – Leberwurststulle aus packen – zurücklehnen – Kopfhörer auf die Lauschlappen und Attacke in fremde Städte. Heute sollte die Jungfernfahrt sein. Wochenlang habe ich mich gefreut wie Bolle, mir einen neuen Rucksack gekauft, bequeme Schuhe plus Sport-BH, mal läuft ja viel 🙂

Wikipedia habe ich nach Infos durchforstet, Bilder angeschaut vom Alten Land. Ich habe den Fotoapparat aufgeladen, Belag für leckere Stullen besorgt, Mineralwasser inklusive, und ich sah mich schon in Reihe 3 rechts am Fenster sitzen. Aber: Diese Fahrt wurde aufgrund einer zu geringen Teilnehmerzahl storniert. Ich stornierte mich auch irgendwie, ich hätte heulen können.

Kennt ihr das, wenn man sich wochenlang auf etwas freut, einem dieses Vorhaben auch manchmal über Wasser hält im Alltag weil man etwas Tolles vor sich hat, und mit einem Schlag ist das erledigt? Aus die Maus? Ende im Gelände? Vergleichbar mit der Vorfreude auf ein Date mit einem rattenscharfen Typen und dann sagt der plötzlich ab!

Ich weiß nicht wie oft ich in der letzten Nacht wach wurde und dauernd an das Alte Land dachte. Dass ich dieses imposante Bild der blühenden Bäume nun verpasse. Auch das Mittagessen in Buxtehude, das war im Programm enthalten. In Buxtehude war ich auch noch nie. Ich kann euch nicht sagen wie vielen Menschen ich das in den letzten Wochen erzählt habe. Einige Kollegen und Freunde haben sich schlapp gelacht wenn ich die Passage mit dem Mittagessen in Buxtehude so betonte. Die sahen mich sicherlich vor ihrem geistigen Auge schon eine Scholle weglaschend am Tisch sitzend.

Nun bete ich zu dem Busunternehmen, allen Mitreisenden der Fahrten nach Potsdam und zur Kieler Woche, dass alle artig teilnehmen, nicht 26 Leute krank werden und die Fahrt nicht storniert wird, dass der Bus rappel voll ist und ich mich an diesen beiden Wochenende mal andernorts sehe.

Fahrt Nr. 4 zur Meyer-Werft in Papenburg steht auf meinem Wunschzettel, die auf den Brocken auch. Ich bin fast 48 Jahre alt, wohne quasi einen Steinwurf vom Harz entfernt und war noch nie auf dem Brocken. Das darf man auch keinem erzählen. Bei dieser Fahrt ist auch eine Kaffeetafel enthalten. Ich sehe mich da schon auf einer Holzbank sitzen und Nusstorte essen. Viel Nusstorte. Ich hoffe das ist „all you can eat“ oder sowas in der Art. Mit „Kaffee-Flat“. Und nein, ich kaufe keine Heizdecke, das verspreche ich euch. ^^

Splitter oder nicht Splitter, das ist hier die Frage.
Tag 8 ohne Wlan in der Bude neigt sich dem Ende. Ohne Wlan, ohne Festnetztelefon, ohne Erreichbarkeit auf dem Handy, weil ich da merkwürdigerweise nicht mitbekomme wenn jemand an bimmelt. Die werden alle auf die Mailbox umgeleitet. Weiß der Teufel, was für Knöppe ich da wieder gedrückt habe. Der freundliche Nachbar hat uns sein Wlan angeboten, so kann man hin und wieder nach dem Rechten sehen im www, Musik hören, Kolumnen schreiben und Artikel.


Den besten Empfang haben wir in meinem Schlafzimmer. Am Fenster stehend. Richtung Nachbar. Da funzt das. Ich stehe am gekippten Fenster, der Kurze liegt auf meinem Bett. So viel Bewegung und Kommunikation war lange nicht in meinem Schlafgemach. Ansonsten warten wir halt gerade viel. Auf eine Verbindung. Die ist nämlich oft weg. Total nervig wenn man einen 354-Zeiler geschrieben hat, und der ist dann weg wenn Wlan vom Nachbar auch weg ist für Sekunden. Fängste wieder von vorne an. Bin ich froh, dass ich nicht verliebt bin und keine Liebesschwüre versenden muss. Sind die Debatte aus der Welt hier 🙂


4 Anrufe beim Anbieter, 2x Ferndiagnose, 1x Störung. Es muss jemand zu uns kommen. Das sollte morgen sein. Ich musste im Vorfeld klären ob ich eher Feierabend machen kann. Ich habe das Gästeklo geputzt. Ich habe Mineralwasser gekauft. Falls der Techniker mal pullern muss und Durst hat. Heute bekam ich eine SMS, dass jetzt alles wieder funktioniert. Störung behoben. Frau Werner ist wieder on air. Ich weiß nicht wo wieder alles funktioniert und Störungen behoben wurden, hier jedenfalls nicht. Ich habe alle Stecker für 2 Minuten gezogen, alles runter gefahren, die Telefonkabel geputzt, Batterien aus dem Telefon raus und wieder rein, Ententanz zur Auflockerung der Muskulatur, wieder alles hochgefahren: Das Schweigen im Walde.


Anruf Nr. 4 oder 5, nochmalige Fernwartung des Anbieters: Voll die fette Störung, aber voll. Der Techniker, welcher morgen kommen und an den Telefonkasten wollte, hat seinen Termin wieder gecancelt. Ob der am Kasten war weiß keiner, bei mir hat sich jedenfalls niemand gemeldet. Tja, nun stehen wir hier. Ich würde mal gerne wieder telefonieren können und angerufen werden. Nicht so ganz unwichtig wenn man Familie hat und Freunde und Kollegen. Zudem bezahlt man das alles ja auch. Der nette Mann vorhin hat so merkwürdige Fragen gestellt, bei denen ich mit 47 Jahren wie ein Ochse vor dem Tor stehe.


    „Was für eine Box haben Sie?“
    „So eine Rote, mit Grau abgesetzt.“
    „Nee, von welchem Anbieter.“
    „Ach so. Also, das war ja so vor 5 Jahren, Laber, Rabarber, Sabbel, Heul.“
    „Ähm, ziehen Sie mal den Stecker aus dem Splitter und machen ihn in die Dose in der Wand.“ (Oder war es umgekehrt?)
    „Jetzt links oder rechts? Würden Sie mir einen Gefallen tun? Sprechen Sie bitte mit mir wie mit einer 5-jährigen, ich komme da nicht mehr hinter her mit der Technik!“
    „Haben Sie Kinder? Können die helfen?“
    „Äh, ja, der kommt bald, der macht das. Bald kommt er.“


Ich bin so froh, dass ich meinen Fernseher nicht auch damals über diesen Anbieter laufen lassen habe, ich stünde jetzt da wie die letzte uninformierte Eule.
Vielleicht morgen. Tschakka. Bald kommt er. ^^


25 Jahre Landmarkt – Ich würde da jetzt noch sitzen wenn ich einen Stuhl hätte.

 

Welch glücklicher Zufall, dass ich gestern Urlaub hatte und bei bestem Frühlingswetter den Landmarkt besuchen konnte. Zum Jubiläum. 25 Jahre ist schon eine stolze Zahl. Das Wetter war nicht weniger stolz und hat sich von seiner besten Seite gezeigt.

Die letzte Stippvisite auf dem Markt ist Jahre her, wenn der Landmarkt endet gehen viele von uns erst in die Mittagspause. So ist das halt. Mal gewinnste – mal verlierste.

Das Mittagessen fiel gestern aus, eine Manta-Platte stand auf dem Plan. Der Bratwurstwagen war umlagert wie von den sprichwörtlichen Motten das Licht. In Dreier-Reihen rief man nach Wurst und Pommes. Es war kein Durchkommen. Also eine Runde gedreht durch die Lange Straße plus Forstgasse plus Braustraße plus Kurze Straße und wieder Lange Straße. Mit akribischer Beobachtung vom Angebot, den Ständen und, na klar, den Besuchern. Es müssen sich auch ehemaliger Uslarer heute auf den Weg in die Heimat gemacht haben, es wurde jedenfalls gemunkelt.

In der Braustraße trafen wir Günter. Günter musste sich um sein Essen selbst kümmern, weil die Frau nicht kochen wollte. Wir denken, der Günter bekam das hin.

Wir führten ein äußerst nettes Gespräch mit einem sympathischen Mann von einem Schmuckstand aus Holzminden.

Wir saßen auf einem Blumenkübel, haben uns unterhalten sowie das Treiben beobachtet. Ein Kind fuhr mit seinem Rad in die Deko eines Geschäftes – nix passiert.

Als ich mir meine Manta-Platte holte dachten viele, ich habe einen Hund. Weil da einer vor mir rum tänzelte. Total tiefenentspannt. Also ich und der Hund jetzt. Es war der berühmteste Hund von Uslar glaube ich. Der geht auch in Kneipen und wirkt immer extrem gechillt, der Gute. Ein bratwurstessender Mann verabredete sich mit dem Hund auf einen Wodka. Das erlebste echt nur hier.

Ich blieb hängen in der Nähe des Rathauses, neben dem Brunnen, bei der Heidi und ihrem fleißigen Ehemann. Erst auf einer Treppe sitzend, dann auf einem Klappstuhl. Ca. 20x wollte ich gehen, aber irgendwie auch nicht. Es war so geil (sorry) mal wieder das Leben und Treiben zu beobachten in Uslar. In der Sonne sitzend. Menschen wiederzusehen, welche man lange nicht sah. Zu quatschen. Ich ärgere mich noch jetzt, dass ich den Hintern nicht aus dem Stuhl bekam und den Gewürzstand aufgesucht habe. Nun ist er weg. Meine Gewürze auch. Shit happens. Vielleicht ist der Anbieter auch beim Waldmarkt in Schönhagen am Start, das ist Sonntag. Dann gäbe es noch eine Chance auf Pfiiff in der Küche.

Ich wäre so gerne dabei, wenn sich der bratwurstessende Mann mit dem berühmtesten Hund von Uslar auf einen Wodka trifft. Aber mich fragt ja keiner. ^^


Nett? Für mein Alter? Bitte?

Ich war gestern Abend um die Häuser, bei einer After work-Party. Mehr dazu später.

Als ich mich an der Theke anstellte um Getränke zu holen, hatte ich wohl irgendwie meinen Tunnelblick drauf. Es war gut was los an der Tränke. Nachdem ich meine Bestellung aufgab, raunte ein junger Mann neben mir los. Er stand wohl schon länger dort. Ich habe das echt nicht mitgeschnitten. Huch! Natürlich war mir das unangenehm, ich entschuldigte mich bei ihm. Ich glaube er stand auch ungünstig, in der Nähe einer Art Pfosten. Ich fragte noch was er denn bestellen wollte, natürlich hätte ich ihm meine Getränke dann überlassen. Die Bestellung muss halt nur kompatibel sein. Das war sie aber nicht, das Mineralwasser schoss die Aktion ins Aus. Also sein Mineralwasser jetzt, ich hatte das nicht bestellt. Da ich meine sechs bestellten  Bottiche nicht tragen konnte, ging ich voll beladen mit meinem Bekannten (der Gatte von der Susi) zurück zum Tisch. Prösterchen, zum Wohlsein. Scal.

Sagt mein Bekannter (der Gatte von der Susi) kurze Zeit später zu mir:

„Der junge Mann eben von der Theke hat gesagt Du siehst noch nett aus für Dein Alter.“

Bitte was? Für mein Alter? Hallo? Jetzt geht`s aber los hier.

Normalerweise machen mir solche Äußerungen nichts, ich bin halt keine 18 mehr. Aber ich schwöre, ich hatte weder einen knielangen Faltenrock aus Crepe Seide an, noch orthopädische Schuhe.

Ich zu meinem Bekannten (der Gatte von Susi):

„Frag ihn doch bitte mal was er meint, wie alt ich denn bin.“

Er sträubte sich. Ich ließ nicht locker. Nach dem Besuch auf der Pippi-Box, mit akribischem Blick in den Spiegel ob meine Faltentiefe vielleicht zugenommen hat die letzten 120 Minuten (mir war auch noch eine volle Packung Kaugummi und mein Feuerzeug in die Toilette gefallen zu allem Überfluss, weil ich wieder alles in meine Hosentasche geprümmelt hatte), hat mein Bekannter (der Gatte von Susi) dann doch nachgefragt. Ich hatte echt etwas Panik der junge Mann meint, ich beziehe schon seit zwei Jahren Rente. Aber nee, alles gut, er schätzte mich auf Mitte 40 bzw. Anfang 50. Puh, das ging ja nochmal gut aus. Für den jungen Mann, meinen Bekannten (der Gatte von Susi) und mich. Es war ja quasi auch ein Kompliment.

Ich traf mal eine mir unbekannte Frau auf einem Parkplatz, welche in einem sich spontan entwickelndem Gespräch meinte, wir seien derselbe Jahrgang. Als ich sie fragte welcher Jahrgang sie sei, antwortete sie:

„1960“.

Ganz ehrlich? Ich war kurz davor ihr mit meinen eben gekauften Hähnchenschenkeln den Arsch zu versohlen. Da hatte ich  vom rein äußeren Erscheinungsbild her wohl keinen so guten Tag.  Oder es war der knielange Faltenrock aus Crepe Seide.  Man weiß es nicht. ^^


Motivation ist die halbe Miete

Ich habe  letztens eine Situation erlebt, welche quasi für diese Kolumne verantwortlich ist. Eine ähnliche Kolumne gab es schon vor längerer Zeit, da ging es um Komplimente. Das liegt ja beides nah beieinander.

Der Input von außen, von anderen, ist wirklich oft das Zünglein an der Waage für unsere Laune. Wobei der Faktor eine Rolle spielt wie wir gerade generell so „drauf sind“.

Vor einigen Wochen, es war ein völlig normaler Tag ohne besondere Vorkommnisse, ich war nicht so ganz auf der Höhe um ehrlich zu sein, bekam ich mehr oder weniger im Vorbeigehen gesagt wie froh man ist, dass ich da bin. Mit dieser Aussage hatte ich nicht gerechnet. Und von dem Moment an war ich nicht nur mit mir zufrieden und hatte gute Laune, sondern ich war den Rest des Tages total motiviert. Diese netten Worte waren in Sekunden gesprochen, hielten aber stundenlang an.

Ein paar positive Worte von anderen haben oft Einfluss auf unser momentanes Selbstwertgefühl. Und unsere Laune. Aber auch unsere Leistungen.

Wer im Job beispielsweise dauernd welche übergebraten bekommt bzw. Kritik, der arbeitet irgendwann nicht mehr mit vollem Einsatz. Die-/derjenige wird unsicher, macht seine Sache nicht mit ganzem Herzen und vollem Einsatz. Und macht einen Fehler nach dem anderen. Aus Unsicherheit. Weil man meint, dass die Leistung eh nicht ausreicht bzw. dass man selber nicht ausreicht. Wozu dann noch anstrengen und alles geben? Bringt ja eh nix.

Im privaten Bereich passiert das sicherlich nicht weniger. Beispielsweise der Ehemann welcher nur meckert, die Partnerin die nur das Haar in der Suppe sucht, die Schwiegermutter, die Dich einfach nur Kacke findet. Spaß macht all das nicht. Manchmal merken die Menschen nicht, dass sie nur meckern und motzen, zetern und kritisieren. Das kenne ich von mir auch. Ich kann mir Komplimente, nette Worte, aber auch Lob oft denken. Zur Aussprache kommen aber viel öfter meine kritischen Äußerungen. Oft fällt mir das nicht mal auf. Traurig, traurig, ich weiß das.

Natürlich sollte das auch immer ehrlich gemeint sein und kein Geschwafel. Kritik muss auch sein, selbst diese spornt uns hin und wieder an. So mancher Tritt in den Hintern hat uns hin und wieder ins Gleichgewicht gebracht.

Ich persönlich brauche 1x im Quartal jemanden, der mir ganz gehörig den Kopf wäscht wenn ich mal wieder einen Höhenflug habe und auf meiner Polly Poket-Insel herum eiere. Aber auch nur 1x im Quartal. ^^


Frühlingsgefühle kommen dann wann?

Die Sneaker wollen aus dem Schuhschrank.

 

Noch vor ein paar Tagen hatte ich Frühlingsgefühle. Diese unerklärliche Leichtigkeit, guter Laune, Beschwingtheit, die Lizenz zum Verlieben und Vorfreude darauf, dass das Leben wieder bunt wird. Bunt im Bezug auf Bäume mit grünen Blättern und auf Osterglocken, auf Krokusse, auf blauen Himmel und Sonnenschein. Ich hatte so Bock darauf, die Winterjacke gegen die Jeansjacke tauschen zu können und die Winterbotten gegen die Sneaker. Ich hatte so Bock auf laue Tage und Abende, draußen sitzen mit Freunden, quatschen und Spaß haben an der frischen Luft.

 

Als ich vor ein paar Tagen in die Mittagspause ging, ich laufe dann immer ein paar Meter draußen umher, da roch es auch schon nach Frühling. Ich hatte echt Lust auf einen Marsch durch den nahegelegenen Wald. Stundenlang. Die frühlingshaft geschwängerte Luft aufsaugend. Meine Hoffnung war, dass dem Winter nun die Luft ausgeht, die Russen-Peitsche der Geschichte angehört und wir die Winterklamotten hinten in den Schrank schubsen können.

 

Irgendwie hatte man das Gefühl, wir hatten 6 Monate Herbst. Mir gingen dieses grauen, dunklen und regenreichen Tage total auf den Sack. Der Winter war ja quasi kein Winter, bis auf die wenige Tage mit Schnee und Minusgraden. Aber selbst die reichen mir jetzt. Ich weiß, ich weiß, ich weiß, wir haben noch Winter so kalendarisch gesehen. Es ist keine Premiere, dass wir Mitte März noch Schnee haben und Minus 4 Grad. Hatten wir schon – kennen wir schon – müssen wir mit leben.

 

Ich persönlich hatte meine Winterjacke schon nach rechts außen gehangen, die Winterbotten übergefeudelt und im Schuhschrank nach hinten gestellt. Das Parfüm der schweren Nuancen gegen das Parfüm der leichten Nuancen ausgetauscht.

 

Ein paar Tage hatte wir Temperaturen die Hoffnung darauf machten, dass es bald wieder rund geht mit den Frühlingsgefühlen.

 

Meine Wetter-App sagt mir, dass wir auch am 01.04. des nachts noch Minusgrade haben hier in der Region. Dann reicht es aber auch, ich habe die Faxen echt dicke! ^^


Wenn der Postmann 1x klingelt.

So stand ich gestern Morgen da wie eine Magd aus Uhlenbusch.

Ich hatte etwas im Internet bestellt und bekam eine Mitteilung, dass diese Lieferung in 2-3 Werktagen bei mir ist. Das wäre dann Montag oder Dienstag gewesen nach meiner Berechnung. Ich bestelle total selten, mir ist das immer zu kompliziert. Weil ich tagsüber nicht da bin. Meist hat man dann diese Benachrichtigungskarte im Briefkasten, dass das Paket bei der Post liegt oder in diesen Apparatismen. Diese neumodernen Aufbewahrungsfächer, bei denen man den Code der Benachrichtigungskarte vorhalten muss, auf einem Display unterschreibt und das Gedöns. Ich breche mir da regelmäßig einen ab. Auch aus diesem Grund kaufe ich lieber vor Ort. Vor Ort ist immer besser.

 

Nun sitze ich gestern Morgen in der Küche bei einem „Hallo wach-Kaffee“, mit einem alten Herren-Frotteebademantel bekleidet, zwei verschiedene Socken an, wirres Haupthaar, total zerknautscht. Und es klingelte. Als ich aus dem Fenster schaute, sah ich das Postauto. Nun sollte alles ganz schnell gehen. Ich an die Gegensprechanlage und rein getrötert. Ich wollte um etwas Zeit bitten um mir was an den Hintern zu ziehen. Unsere Gegensprechanlage hat ihre eigenen Regeln, mal geht sie und mal geht sie nicht. Gestern ging sie nicht! Während ich flügelschlagend vor dem Schuhschrank rum sprang und überlegte wie ich schnell aus der Nummer komme, höre ich im Hausflur schon Stimmen. Och nee, bitte nicht! Als ich die Tür öffnete, sprang schon ein sportlicher, gutaussehender Jüngling in den 4. Stock. Ich habe versucht meinen Unterkörper hinter der Wohnungstür zu verstecken, damit er das modische Drama unten rum nicht sieht. Ging nicht. Also stand ich in voller Pracht morgens um Zehne im Hausflur. Ich habe mich 1000x bei dem jungen Mann für mein Erscheinungsbild entschuldigt. Aus dem Hals habe ich dabei bestimmt nach schwarzem Kaffee gestunken. Sagt er:

 

„Wenn ich heute frei hätte, dann hätte ich auch länger geschlafen.“

 

Toll, er dachte sicherlich nicht nur:

 

„Was ein optischer Fauxpas, dieses Weib“,

 

er dachte sicherlich auch:

 

„und pennen tut sie bis in die Puppen“.

 

Ich schnell die Lieferung unterschrieben, das Paket an mich gerissen und in Windeseile die Tür zu. Rums!

 

Mein Gedanke war, dass er später zu seinen Kollegen sagt:

 

„Falls ihr was für die 15 habt, für die olle Schrulle von oben, dann macht euch auf was gefasst. Die sieht aus wie Elli Pirelli. Von oben bis unten. Und `ne Fackel nach Kaffee hat sie, da wird Dir schlecht!“ ^^


„Wo sind denn hier die Rohrzangen?“

Am Freitag nach Feierabend musste ich noch in den Baumarkt vor Ort. Weil ich für die Schlüsselanhänger aus der Verlosung noch Schlüsselringe brauchte. Ich schlendere gerne dort mal durch. Gerade durch die Lampenabteilung. Weil dann immer alle Lampen angehen wenn man dort rum schleicht. Bewegungsmelder, ihr versteht? Als ob man auf einer Showbühne steht: Licht aus – Spot an! Sauwitzig fand ich auch die Test-Klingeln: Da konnte man drauf drücken und es ertönte der Klingelton. Ding-Dong! Ich brauche keine Klingel, aber ich hätte stundenlang da stehen können und auf die Klingelknöpfe drücken. Ich glaube diese Klingeln gibt es nicht mehr. Schade.

 

Das Efeu wächst knusprig

Die Schlüsselringe hatte ich gefunden, und machte noch einen Abstecher in die Blumenabteilung. Mir ist mein drittes Efeu in Folge eingegangen, ich hatte sie bislang oft vergessen zu gießen. Bei mir wächst vieles knusprig quasi. So entschied ich mich für ein Kunst-Efeu. Das muss ich nicht gießen, allenfalls mal abstauben. Die Dinger sehen heutzutage ja nicht mehr sooooo künstlich aus.

 

Mit dem Löffelstiel gegen den Stift

Auf dem Weg zur Kasse fiel mir ein, dass ich noch eine Rohrzange brauche. Weil unsere Küchenheizung seit Wochen nicht geht, der Stift kommt immer nicht raus. Ohne Stift keine warme Bude. Wir Frauen wäre keine Frauen, würden wir solche Probleme nicht auf unsere Art und Weise lösen wollen. Ich hatte es mit einem Löffelstiel versucht, also den Stift zu lockern, damit endlich die Heizung angeht. Fettlöser hatte ich auch in Unmengen drauf gesprüht. Die Dinger hängen gerne fest in Räumen wie Küchen, in denen gekocht wird etc. Bei uns hatte sich dadurch der Stift festgesetzt. Denke ich. Also kann ja sein.

 

Backofen an und Klappe auf

Da es gerade bei den Temperaturen letzte Woche arschkalt war, wollte ich eine Rohrzange mein Eigen nennen, das Thermostat abschrauben und den Stift mal bearbeiten. Manchmal habe ich morgens den Backofen angestellt mit Klappe auf, weil ich gefroren habe wie ein Schneider. Und schwupps, kam im Baumarkt am Freitag die nette Verkäuferin und machte sich mit mir auf die Suche nach einer günstigen Rohrzange. Da sie mittendrin aber weiter kassieren musste, machte ich mich alleine auf die Suche. Sie rief noch:

 

„hinten in der Wand“.

 

Gut, ging ich hinten zu der Wand. Oh Gott, es gibt so viele Zangen! Ich musste mir die ganzen Namen durchlesen, fand aber keine Zange die sich Rohrzange nannte. Bei ganz vielen stand Wasserpumpenzange dran. Die sahen aber aus wie Rohrzangen. Kosten ja nicht gerade wenig Geld die Teile. Es war schon spät, ich hatte Hunger und war müde, und schnappte mir eine kleine rote Wasserpumpenzange. Ab zur Kasse. Vor mir war ein junger Mann. Die Verkäuferin sah meinen Einkauf und wir sprachen über den Stift, welcher sich keinen Millimeter bewegt. Und darüber, dass ich da schon mit dem Stiel vom Eierlöffel dran war. Er bekam das Grinsen nicht aus dem Gesicht und hat sicherlich gedacht ich habe nicht mehr alle Latten am Zaun.

 

Zu Hause angekommen, bin ich gleich zur Tat geschritten und habe das Thermostat mit der Zange gelöst. Es war die richtige Zange, eine Rohrzange. Nennt sich auch Wasserpumpenzange. Es hat wohl etwas gedauert, weil mir das Ding immer entglitt. Es war schon dunkel, und ich sah den Stift nicht so richtig. Ich hatte wohl versucht mit der Zange gegen den Stift zu schlagen, aber es tat sich nichts. Ich haue immer überall drauf, hilft oft.

 

Es werde warm

Am nächsten Morgen, die Sonne stand günstig, stand ich wieder mit der Rohr-/Wasserpumpenzange in der Küche und habe versucht den Stift zu packen und raus zu ziehen. So Fummelarbeit ist nichts für mich. Ich wollte schon aufgeben, die Zange in die Ecke pfeffern und wieder auf den Backofen zurück greifen, da ertönte plötzlich ein Geräusch, der Stift kam raus und die Heizung wurde warm. Gott sei Dank. Nun ist es seit gestern wieder warm in the kitchen. Das Thermostat liegt noch auf dem Tisch, ich habe etwas Sorge, dass der Stift wieder in der Versenkung verschwindet wenn ich es dran schraube. Aber: Ich bin echt etwas stolz auf mich. Als Handwerks-Legasthenikerin so etwas alleine repariert zu haben, macht glücklich. Ich liebäugele jetzt mit einem Akkuschrauber. Aber ich will es nicht gleich übertreiben. ^^


Ich darf nicht krank werden – ich muss zur Arbeit!

Wie viele von uns hatten schon diese Gedanken, wenn wir uns unwohl fühlten. Krank sein ist nie ein Geschenk, davon ab. Aber bei vielen von uns tritt der Gedanke an den Job recht schnell in den Vordergrund. Wir sehen uns oft erst als Angestellte/Arbeiter, und erst später als Mensch, welcher gerade unter einer leichten oder auch schwerwiegenderen Krankheit leidet.

 

Weil das Arbeitspensum gerade hoch ist, weil man vielleicht gerade erst einen neuen Job begonnen hat, weil man schon oft krank war in der letzten Zeit, weil man sich Gedanken darüber macht, was Kolleginnen/Kollegen/Vorgesetzte denken.

 

Klopapier und Nahrungsmittel

Ich stehe fast 30 Jahre im Berufsleben und fühle mich, zum Unwohlsein wegen einer Erkrankung noch hinzukommend, total schlecht wenn der „gelbe Schein“ in die Handtasche geht. Und wenn ich zum Hörer greifen muss um im Betrieb Bescheid zu sagen. Wie oft habe ich schon gefeilscht mit Ärzten, nicht eine ganze Woche auszufallen sondern nur zwei oder drei Tage.

 

Wenn ich dann krankgeschrieben bin, traue ich mich oft nicht vor die Tür. Aus Angst man wird beim Einkaufen gesehen, vielleicht noch recht frisch aussehend, und das führt zu der Frage ob man wirklich krank ist. Wobei man auch während einer Erkrankung weiterhin isst, trinkt, Klopapier braucht oder Deo. Wenn man nicht bettlägerig ist oder im Krankenhaus liegt, muss man sich eben auch um diese Dinge kümmern.

 

Die Wohlfühlfaktoren

Ich würde es auch während einer Krankheit nicht wagen, bei halbwegs voranschreitender Genesung, einen Kaffee zu trinken in der Öffentlichkeit. Obwohl man das dürfte. Solche Faktoren, die „Wohlfühlfaktoren“, helfen uns nicht selten schneller wieder auf die Beine zu kommen. Gerade wenn es um Dinge geht wie depressive Episoden, burn out etc. Da gab es in der Vergangenheit auch in der Öffentlichkeit schon oft Diskussionen, was man während der Zeit der Erkrankung „darf oder nicht darf“ laut Gesetz.

 

Bei mir selbst fällt mir immer wieder auf, dass ich bei der Meldung wegen Krankheit auszufallen, Kollegen oder Vorgesetzten genau schildere wie ich mich fühle und dass es mir echt schlecht geht, wie hoch meine Temperatur war, wie oft ich mich übergeben habe, welche Schmerzskala-Wert meine Schmerzen gerade erreichen würden. Was ich nicht müsste, es geht niemanden an warum ich ausfalle. Man rechtfertigt sich, möchte untermauern, dass Arbeiten wirklich nicht geht. Dass schon alleine der Weg zur Arbeit und zurück nicht möglich wäre. Dass man andere anstecken könnte, wenn man einen grippalen Infekt hat oder einen Magen-Darm-Virus z. B.

 

Jaulende Kollegen

Das hasse ich allerdings auch: Wenn sich Kolleginnen/Kollegen penetrant krank zur Arbeit schleppen mit einer Erkrankung, welche ansteckend ist. Wenn sich dann wieder andere infizieren und ausfallen. Wenn gerade Leute, welche im medizinischen Bereich arbeiten, mit eh schon kranken/angeschlagenen Menschen,  in Kauf nehmen auch diese anzustecken und somit deren Zustand verschlechtern.

 

Oder wenn jemand von den Kollegen neben mir stundenlang jault. Oder tagelang. Dann lieber zu Hause bleiben und auskurieren.

 

Krank ist krank

Krank ist krank. Wenn ein Arzt uns aus dem Verkehr zieht damit wir wieder gesund werden und uns regenerieren können, dann ist das so. Dann hat der berühmte gelbe Schein seine Daseinsberechtigung. Wenn wir in Rente gehen, bekommen wir sicherlich keinen Euro mehr für Arbeitstage, an denen es uns hundsmiserabel ging und wir im Betrieb erschienen. Es bekommt auch keiner einen Strauß Blumen wegen toller Arbeit trotz fiebriger Bronchitis. Oder einen Verzehr-Gutschein wegen Erscheinen am Arbeitsplatz trotz Magenschleimhautentzündung.

 

Die Pfeife von „Madame“

Dass es hin und wieder Menschen gibt, welche komischerweise oft montags total krank werden, nach einem phänomenalen Wochenende, wird immer so sein. Nicht gerade prickeln. Das mag ich auch nicht sonderlich. Am besten sind die, welche mit den Umständen am Arbeitsplatz gerade nicht einverstanden sind und den Krankheitsausfall ankündigen. So ein Exemplar kannte ich mal: Tanzte nicht alles nach der Pfeife von Madame, drohte sie mit Krankschreibung. Und die kam dann auch. Nicht eine Woche oder zwei, sondern drei oder vier. Da bekomme auch ich eine Krawatte. Allerdings keine anatomische Halskrawatte. ^^


Ein Paket Taschentücher gratis dazu.

Mir ist erst in den letzten Wochen die Werbung für Versand-apotheken ins Auge gefallen. Diese Thematik ist mir so fremd wie ein Stimmbruch.

Natürlich habe ich es noch nicht getestet, das muss ich aber auch nicht. Wenn ich vom Arzt komme, suche ich fast immer sofort auch die Apotheke auf. Hier in Kleinkleckersdorf ist das nicht weit, liegt fast alles nah beieinander und ist sogar zu Fuß zu erreichen. Und: Die schenken mir etwas Mitleid, wenn ich dort wie ein Häufchen Elend stehe. Als Single jetzt nicht soooooooooo verkehrt 😉

 

Meine „Stamm-Apotheke“

Meine „Stamm-Apotheke“, welche ich irgendwie schon immer aufsuche, kennt mich und ich kenne die. Bis auf ein paar bauliche Modernisierungsarbeiten ist es noch die Apotheke, die ich aus Kindertagen kenne. Es gibt dort noch den leckeren Traubenzucker und die Minzpastillen. Das Personal begleitet mich und meine Wehwehchen auch schon Lichtjahre.

Anhand meiner Rezepte ahnen die Damen schon, welche Krankheit mich wieder aus den Latschen gehauen hat.

„Wieder die Ohren?“

„Hui, so hochdosiert. Das ist ja ein doller Infekt!“

„Nicht immer so oft Schmerzmittel nehmen, versuchen Sie es mal mit der „heißen Sieben“.

Die sind immer im Bilde, immer um mich bemüht, immer nah dran an meinen Viren und Keimen. 

 

Die Nummer in der Handtasche verbaselt

Wenn Zeit ist wird auch gerne mal etwas gesabbelt. Über dieses und jenes. Klatsch und Tratsch einer Kleinstadt. Oder wir philosophieren ein wenig. Oder ich habe wieder eine Batterie an Fragen zu neuen Medikamenten, Wechselwirkungen, wie man die neuesten Zahnreinigungsinstrumente so nutzt im Halse etc. Oder, oder, oder.

Ich hatte mal das Problem, dass ich ganz schnell etwas faxen musste. Ich habe aber kein Fax. Als ich an der Apotheke entlang ging bin ich kurz rein gestürzt und habe gefragt, ob ich wohl mal kurz deren Apparatismus benutzen darf: Durfte ich. Und das ohne Zuzahlung, kostenfrei quasi.

Wenn ich krank bin mag ich es, wenn ich die Medizin gleich holen kann. Wenn es bestellt werden muss, kann ich das meist gegen Abend oder am nächsten Tag abholen. Hier gibt es noch immer die Nummern falls etwas nicht vorrätig ist. Meist verbasele ich die in meiner Handtasche, aber man kennt mich ja dort und man kennt dort auch meine Haus- und Hof-Medikation. Dort ist man geduldig, wenn ich meine Handtasche auf den Kopf stelle.

Von daher käme es für mich nicht in Frage, mein Rezept wegzuschicken und dann darauf zu warten.

Nun haben wir hier noch Apotheken vor Ort, ich bin mobil mit dem Auto und fit was die Lauferei angeht. Ich kann mir vorstellen, dass so eine Versandapotheke für ältere Menschen vorteilhaft ist, welche auf Dörfern wohnen und mit dem Bus in die nächste Stadt müssten um ihre Medikamente zu holen. Da ist die Onlinegeschichte sicherlich von Vorteil. Aber auch diese könnten sich das liefern lassen. Zumindest wird das hier von fast allen Apotheken angeboten.

 

Die Hormonsalbe auf dem Schuhschrank

Preislich sehe ich da irgendwie auch keinen Nutzen. Hier geht ab und an ein Paket Schmerztabletten drauf oder ich mache mal eine Vitamin B-Kur. Oder hole auch dort meine Laktase-Tabletten wenn ein dickes, fettes, mit viel Erdbeersoße überzogenes Spaghetti-Eis fällig ist.

Wenn ich mir vorstelle, dass ich mir ein Medikament wegen einem gynäkologischen Leiden schicken lasse, und dann bin ich nicht zu Hause, das Paket wird beim Nachbar abgegeben, und der hat dann meine Hormon-Salbe auf dem Schuhschrank stehen, dann wird es mir anders.

Außerdem gibt es dann sicherlich auch kein Paket Taschentücher. Ich liebe dieses kleine Präsent heute noch. Hat so manche Lachtränen weggewischt das Paket aus der Apotheke. Oder es wurde von Herzen rein geschnäuzt.  Ich frage mich gerade, warum ich mir die Apotheken-Umschau nicht in meine Handtasche stopfe wenn ich da bin. Das muss ich echt mal ändern. ^^


Die Ära der Gummisohlen ist angebrochen.

Was hat sie denn da an den Füßen?

 

Ich musste gestern selber um mich schmunzeln, nachdem ich mich über mich selber erschrocken hatte.

 

Bislang war meiner Kleidung eigentlich eher nicht so wirklich funktionell, Hauptsache sie gefiel mir. Gerne habe ich im Winter etwas geschlottert in einer nicht so wirklich warmen Winterjacke, Wichtig war: Ich fand sie schick. Hat mich nie gekratzt ob die Nieren bedeckt waren oder der Hals.

 

Bei Winterstiefeln war auch eher die optische Faktor der Faktor, weshalb ich mir diese Stiefel zu legte. Selbst wenn ich bei Glätte damit ging wie besoffen. Und die Teile nicht annähernd ein ordentliches Fußbett hatten. Und zudem vom Material her Gedöns waren. Ich wollte an den Mauken schick aussehen. Punkt.

 

Gerade ich, die oft beim Anblick von Fotos der Eltern und Großeltern dachte:

 

„Wie kann man mit so einem Kittel und solchen Klotschen auf die Straße gegangen sein?

 

schwenke jetzt langsam um.

 

Aus dem

 

„das würde ich nie tragen, nie!“

 

wird jetzt ein

 

„och, wie bequem.“

 

Vor Kurzem erst ergatterte ich bombendicke, total hässliche Winterstiefel. Die sahen aus wie für einen Einwohner aus Kanada gemacht bei Temperaturen um die -30°.  Da war nix schick dran, gar nix. Früher wäre ich lachend daran vorbei gegangen mit dem Wissen, solche Teile nie in meiner Bude zu sehen. Und nun? Stehen sie hier.

 

Bei meiner letzten Winterjacke habe ich wohl auf meine Lieblingsfarbe geschaut, dann aber auf das Material, ob sie imprägniert ist, windundurchlässig, mit Bündchen an den Ärmeln und wenn es geht auch Bündchen unten, damit der Wind nicht rein pfeift. Und lang genug, also über den Arsch. Gerne auch über die Oberschenkel. Ich friere anders als früher.

 

Letztens stand ich echt vor einem Lodenmantel und liebäugelte mit ihm. Früher habe ich mich beömmelt wenn ich Menschen in Lodenmänteln oder Lodenhosen sah. Viele meiner Witze kreisten um das Wort „Loden“.

 

Und vorgestern habe ich mir ein Paar Hausschuhe gekauft, so aus Filz mit Gummisohle. Modell

 

„darin läufst Du wie auf Wolken.“

 

Weil ich, je älter ich werde, mit Socken nicht mehr in der Bude rum rennen kann. Geht irgendwie nicht mehr, da kriege ich die Krise.

 

Als ich vorgestern beim Einkaufen war und um die „Schnapper-Ständer“ schlich, sah ich diese Hausschuhe. Mit dicker Sohle und Futter innen. Das erste was ich tat, als ich zu Hause war: Tüte auf, Hausschuhe an, freuen wie Bolle. Als ich später im Wohnzimmer saß und gedankenverloren auf meine Füße schaute, war mein erster Gedanke:

 

„Papa?“

 

Mein Vater hatte immer solche Hausschuhe. Ich fand die immer grausam, pottenhäßlich, die gingen gar nicht. Und heute laufe und sitze in diesen Hausschuhen und schwöre drauf.

 

Oft habe ich mich in der Vergangenheit gefragt, ob man sich z. B. irgendwann mal so kleidet wie die ältere Generation. Ich habe immer geschworen, dass es dazu nicht kommen wird. Keine dicken und hässlichen Winterstiefel, keine dicken und hässlichen Hausschuhe, keine Schlafanzüge, keine Nachthemden. Es muss nichts funktionell sein, gar nichts.

 

Und heute? Habe ich das alles komischerweise doch in meinem Repertoire, so nach und nach wird das angeschafft.

 

Eine Bekannte, mit der ich mich heute darüber unterhielt erwähnte, dass sie nie, aber auch wirklich nie Unterhemden getragen hat. Und heute kann sie gar nicht mehr ohne.

 

Nein, wir werden nicht alt, wir werden funktionell. Und ich weiß jetzt schon, dass ich zu Weihachten gerne ein Angora-Unterhemd hätte, schön lang und mit Brustnaht. Ohne stört mich mittlerweile auch schon. ^^


XXXXXXXXL-Portionen, gerne auch mit viel Glitzer

Quantität geht vor Qualität!?

Erst vorhin wieder sah ich ein Video, in dem Essen präsentiert wurde. Kein XXL-Essen, kein XXXL-Essen, ne, XXXXXXXL-Essen. Portionen, die einen erschlagen, und von denen man meinen könnte, dass sie für 48 Leute reichen.

 

Der neue Trend am Gourmet-Himmel: Mehr und mehr und mehr. Soviel, dass man den Teller nicht tragen kann!

 

Auch aufgefallen ist mir, dass vieles nichts mehr mit Kochen oder Backen zu tun hat, sondern mit „wir klatschen so viel Lebensmittelfarbe, Glitzergedöns, Zuckerperlen und Co. auf das Essen/die Getränke, dass es einfach nur toll aussieht. Wie es schmeckt ist egal.“

 

Ein gigantomanischer Eisbecher, groß wie ein LKW-Reifen (übertrieben jetzt), aber Eis ist der geringste Teil in dem Becker. Haufenweise Kekse und Kuchen und Sahne und Soßen. So viel, dass es schon fast aus dem Becher heraus läuft.

 

Ein Sandwich so groß wie ein Kasten Bier, über und über mit Fleisch und Käse und Soßen beklatscht. Man kann den nicht mal ordentlich Essen, nagt daran herum wie ein Tier.

 

Was mich enttäuscht ist, dass mittlerweile diese Videos auch geteilt werden von Seiten, welche mir immer gute Rezepte lieferten, also Hausmannskost.

 

Ich möchte keinen Kaffee trinken, welcher mit Glitzerpartikeln übersät ist. Ich möchte einen Kaffee trinken, nur einen Kaffee. Schon der Gedanke daran, dass diese Partikel meinen Verdauungstrakt ausschmücken, lässt mich schütteln.

 

Ich möchte auch keine Torte essen welche ausschaut, als hätte man Autolack drüber gesprüht. Ja, das sieht echt klasse aus. Aber ich möchte keine chemischen Substanzen heraus schmecken, sondern qualitativ hochwertige Zutaten.

 

Man fragt sich natürlich auch, was mit diesen XXXXXXL-Portionen passierte wenn der gierige Kunde es nicht schaffte: Sicherlich landet das alles in der Biotonne. Da kriege ich echt kleine Kötzerchen.

 

Mein Essen sieht manchmal aus wie hingesch….. . Optisch so gar nicht ansprechend. Aber ich weiß, dass ich dafür lange am Herd stand, sich darin viel frische und „normale“ Zutaten befinden. Ich will mich jetzt nicht selber loben, aber mein Linseneintopf ist `ne Wucht. Da geht mir schon beim Einkaufen für dieses Essen (Rezept ist von meiner Mama) einer ab.

 

Die Esskultur ist momentan stellenweise eine echt merkwürdige Esskultur.

 

Aber ich halte an meinem Holzkochlöffel, Bräter und normalen Portionen ohne Glitzer fest, so! ^^


Die „Ostersüßigkeiten-Schokoladen-gefüllte-Eier-Saison“ ist eröffnet.

 

Erste! Ich hätte vorhin, wenn ich all das mögen würde, schon Krokant-Eier, Fondant-Hasen und riesige Surprise-Eier kaufen können. Ostereier. Im Discounter. Tschakka. Am 17.01.2018, knapp 24 Tage nach Weihnachten und knapp 88 Tage vor Ostern. Das hälste doch im Koppe nich aus!

 

Schnee ist optisch ein Traum. Optisch.

Heute an einem Tag, an dem es endlich mal schneite (ja, ja ich hasse Schnee wegen des lenken meines Kfz, aber irgendwie sieht die Landschaft mit der weißen Pracht ja doch klasse aus). Das Wetter von heute wäre an den Weihnachtstagen toll gewesen für einen Spaziergang im Wald, oder einen Schneeballschlacht für die Kiddies. Außerdem würde ich liebend gerne meinen Nachbarn mal „einseifen“ von oben bis unten.  Und an diesem winterlichen und kalten Tag treffe ich auf Ostereier.

 

Erst kürzlich machte hier ein anderer Discounter Werbung für den Abverkauf von Weihnachtsschokolade. Alles für 50 Cent, auch das gute Kram von L…. . Und zack, ein paar Tage später kriegste ähnliche Schokolade wieder, dann aber für das 4- oder 5-fache.

 

Pfingst-Gebäck und Himmelfahrts-Bier

Jetzt stellt euch mal vor, Himmelfahrt (feiern wir 39 Tage nach Ostern, der auferstandene Jesus Christus wird erhoben auf den Platz „zur Rechten Gottes) oder Pfingsten (49 Tage nach dem Ostersonntag wird von den Gläubigen die Entsendung des Heiligen Geistes gefeiert) wären auch Feiertage, an denen die Lebensmittelindustrie mordmäßig Geld machen würde. Mit z. B. Himmelfahrts-Keksen, Himmelfahrts-Bier, Pfingst-Gebäck, Pfingst-Schnappes, Pfingst-Schinken. Dann würde das alles sicherlich schon Ende Februar im Regal stehen. Neben den Ostereiern. Man wüsste doch gar nicht wo man nun zugreifen sollte.

 

Würgereiz bei Dominosteinen

Dieses Thema wird schon sehr lange diskutiert, also das total deplatzierte und verfrühte Warenangebot. Sicherlich im Sinne der Industrie, aber irgendwie nicht in meinem Sinn. Klar, ich muss es nicht kaufen, mache ich auch nicht. Weil ich auch diese Dinge nicht mag und noch nie mochte. Bei Domino-Steinen musste ich mit 7 Jahren schon würgen, bei den Fondant-Hasen auch. Krokant-Eier mag ich, aber seit mir mal eine Plombe wegflog beim drauf beißen, stecke ich mir das selten bis nicht mehr in die Futterluke.

 

Der Zauber dieser Feste geht verloren. Auch der Sinn und der Hintergrund. Osterfeuer bedeuten auch, den Winter und die bösen Geister zu vertreiben, sich auf den Frühling und positives zu freuen bzw. einstellen. Den christlichen Hintergrund nicht zu vergessen, daher feiern wir auch diese Feiertage, das weiß selbst ich, ätsch. Dieser Zauber wird einem irgendwie genommen. Mir jedenfalls. Und ich bin schon groß.

 

Das Kind plärrt, der Gatte auch

Wie mag da manches Kind ins schleudern kommen. Mit der Mama die alten Weihnachtsmänner eingeschmolzen weil die Schokolade sonst ranzig wird und Papa 10 kg zugenommen hat, und zack: Ostereier schon am Markt. Ich bin echt froh, dass ich keinem Kleinkind erklären muss wie lang jetzt noch 88 Tage sind. Und dass ich keinen Mann habe, der seine 10 kg Übergewicht verflucht, weil er sich alles in den Panzen knallte, was die gute Frau kredenzte an den Feiertagen. Ein Gruß an all die Mütter und Ehefrauen, die vielleicht jetzt diskutieren müssen bzw. die ersten Fondant-Hasen auf`s Bank packen weil die Brut plärrt. Und der Gatte.

 

Übrigens ist der Gedanke an Himmelfahrts-Kekse und Pfingst-Schinken kein dummer Gedanke, oder? ^^


Sternzeichen: Auch so eine ominöse Nummer.

Beim durchblättern der Fernsehzeitung bin ich gerade über ein chinesisches Horoskop gestoßen. Und weil ich so neugierig bin wollte ich na klar wissen, was ich denn so bin. Also im chinesisches (Gesundheits-)Horoskop jetzt. Und siehe da: Taaadaaa, ich bin ein Hund!

 

Witzig, da ich ja leider mit diesen Vierbeiner aus Angstgründen nicht viel anfangen kann. Sorry, liebe Hundehalter, das geht jetzt nicht gegen eure Lieblinge.

 

Dann habe ich mir mal so die Beschreibung der Hunde durchgelesen. U. a. sind Hunde konsequent und vernunftorientiert! Ich und konsequent, das ist echt ein Schenkelklopfer und stimmt so überhaupt nicht.

 

Bei praktisch und fleißig war der nächste Schenkelklopfer am Start. Kein Mensch der mich gut kennt, würde mich mit praktisch und fleißig beschreiben. Ich kann tagelang nichts tun, wie ein Sofakissen auf der Couch liegen bis sich die ersten offenen Stellen am Rücken melden.

 

Den Hunden wird nachgesagt, dass sie in Situationen von größter Anstrengung mit Intelligenz, Weisheit und Stabilität punkten können. Das ist so bei mir ebenfalls nicht passend, in solchen Situationen kacke ich auch gerne mal ab und bin total neben der Spur.

 

Was wiederum stimmte waren die Fakten, dass sich Hunde viel zu sehr um die Probleme von anderen kümmern. Ja, das Helfersyndrom haftet an mir wie Klebstoff. Und es stimmt ebenfalls, dass ich mich oft in Dingen fest beiße und Schwierigkeiten habe etwas zu delegieren. Ich wäre eine gute Chefin, weil ich alles selber machen würde. Und mit meinen Angestellten wenig bis gar nicht meckern könnte. Aber ein Mordsgehalt zahlen würde, der Gerechtigkeit wegen. Plus Weihnachts- und Urlaubsgeld, vermögenswirksame Leistungen und eine betriebliche Rente. Und dass ich ganz viel Urlaub zur Verfügung stelle, meine Angestellten sollten sich erholen können. Da isses wieder, das Helfersyndrom.

 

Laut normalem Horoskop bin ich nur mit einem Stier kompatibel, also Stier mit Stier. Hatte ich, und das ging komplett in die Hose. Wenn zwei Stiere, welche vom Charakter her mit dem Kopf durch die Wand gehen aufeinander treffen, ist diese Begegnung von einer Dynamik geprägt, welche seinesgleichen sucht. Leute, war da was los in den Jahren. Hilfe!

 

Die spannendste Beziehung hatte ich mit einem Skorpion. Das brauchst Du Nerven wie Drahtseile. Es war die witzigste Beziehung, welche ich je führte. Aber auch die verrückteste. Wenn dem „Herrn Skorpion“ was nicht passte, dann konnte der so richtig tillen. Z. B. wenn er Hunger hatte oder das Klopapier alle war. Das ist kein Witz, das war echt so. Der hat Sachen gebracht, da könnte ich mich heute noch beölen. Heute, wo uns einige Kilometer und jegliche Zuneigung so im paartechnischen Bereich trennen.

 

Also irgendwie bin ich mir gerade unsicher, ob ich echt ein Hund bin, bzw. ob mein Geburtsdatum gefaked ist. Ich kann jetzt aber nicht meinen Vater anrufen und nachfragen. Wir sind ja zu zweit durch den Geburtskanal gekrabbelt am 11.05.1970. Die Story ist noch heute bekannt und es gibt viele Zeugen. Aber gut, auch die Chinesen irren sich mal. Kann ja passieren. Wuff. ^^


Kein gewöhnlicher Einkauf: Silvester lockt die Herren in den Supermarkt

Vorteil von Silvester? Mir sind schon lange nicht mehr so viele "Dreibeiner" über den Weg gelaufen wie beim Einkaufen. Alles voller Männer! Im Discounter, im Getränkemarkt, bei den Mückenpfürzen: Überall waren Männer! Kleine Männer, große Männer, schlanke Männer, vollschlanke Männer, gepflegte Männer und ungepflegte Männer.

 

Ich wollte schon fast so eine Flirt-Nummer außen an meine Kutte tackern, das wäre ja dieser Tage die Chance. Und ich habe total viel gelernt, gerade beim Einkaufen. Zum Beispiel wie man fünf Kisten Bier in den Kofferraum eines Kleinwagens bekommt.

 

Oder wie man diese vorher im Einkaufswagen so stapelt, dass man den auch noch schieben kann und nach vorne noch was sieht, welches Bier so der Renner ist zum Jahreswechsel, und, und, und.

 

Das totale Gegenteil vom normalen Wocheneinkauf

Ich hatte so viel Spaß beim Beobachten wie lange nicht mehr. Beim Bezahlen das totale Gegenteil vom normalen Wocheneinkauf: ER steht vorne, ER packt aufs Band, ER kontrolliert jede Kiste und jede Flasche und jeden 6-er Träger, und SIE steht tooootaaaaal gelangweilt hinten an *gähn*.

 

Der eine Herr bezahlte und sagte vier Mal zu ihr: "Pack den Kassenbon ein, los, pack den Kassenbon ein, vergiss den Kassenbon nicht, den Kassenbon!" Ich weiß nicht ob der die vier Flaschen Rum, den Weinbrand, den Klaren und das Bier am Dienstag wieder umtauschen will und das nur als Deko in die Garage stellt? Der hatte so einen roten Kopp, dass ich im Geiste nochmal die Reanimation und stabile Seitenlage durchging.

Wie die Küken um die Tränke

So, und dann ging`s weiter im Discounter am Tisch mit dem Feuerwerk: Die Männer standen da wie die Küken um die Tränke, total süß. Während wir Frauen bei totalen Schnappern eines Designers bei Schuhen und Handtaschen z. B. kreischend durch die Gänge flitzen und alles anfassen und durchwühlen, uns in den Haaren ziehen und beißen, wenn es sein muss, stehen die Männer da wie die Küken um die Tränke.

 

Der eine im Jogginganzug und mit Gummi-Latschen, nicht gekämmt, total gechillt. Und ich glaube der hat sich echt alles durchgelesen, was da zu lesen war an dem Zeug. Ich lese das nicht, wenn ich es kaufe - ich versuche anhand der Bilder zu verstehen, wie ich es zünden muss und nehme auch nur solchen Kram für Kinder bis 6 Jahren.

Aber der hat es echt ernst gemeint. Ich wollte noch fragen, wo der wohnt bzw. böllert, aber der war irgendwie so in Trance und da soll man ja keinen ansprechen, sonst erschrecken die sich so. Ich glaube dieser Tage hören viele Männer folgenden Satz von ihren Frauen: "Gib die Bankkarte her, Du stürzt uns noch ins Verderben. Das nächste Mal bleibst du im Auto!"

 

P. S. an die Männerwelt: Ich mag euch - in echt jetzt, was würden wir nur ohne euch machen?! Allen Leser(innen) einen guten Rutsch ins neue Jahr und nur die besten Wünsche für 2018.


Ich bin reich, Leute! Stinkreich! Um nicht zu sagen mordsmäßig reich!

 

Ich bekam dieser Tage nämlich zwei Emails, eine von Shedrick P. Wright und eine von Keanu Exum. Beide waren allerdings unterzeichnet von einer Mrs. Marvis. Was soll ich euch sagen? Jeweils 4.600.000 Euro werden an mich gespendet um Armen und Waisen in meiner Gemeinschaft zu helfen. Ich muss halt nur antworten. Überlegt mal: 2x 4.600.000 Euro sind 9.200.000 Euro. Von Mrs. Marvis. Herr Wright und Herr Exum sind bestimmt deren Bürofachangestellten, welche per Mail uns glückliche Bedürftige anschreiben. Wahnsinn!!! Ich weiß halt nur nicht, welches meine Gemeinschaft ist. Glaubensgemeinschaft? Freizeitgemeinschaft? Arbeitsgemeinschaft? Wohngemeinschaft? Gemeinschaft der Entsorger für hopfenhaltige Kaltgetränke? Okay, okay, arme Leute gibt`s wohl genug, nur Waisen habe ich hier nicht. Zum Glück. Ob ich dann die über 9 Millionen überhaupt behalten darf?

 

Die nächste Mail kam von Miranda. Und Miranda weiß haargenau, dass mein Leben ein totales Desaster war in der letzten Zeit. Miranda sagt auch, dass ich nun endlich einen finanziellen Segen verdient hätte. Miranda ist eine gute Miranda, sie ist Hellseherin und Medium. Ich muss nur einen link anklicken, dann kann ich einen netten Betrag für mich verbuchen.

 

Die letzte kuriose Mail kam von einer namhaften Firma, welche für Frauen Monatshygieneartikel herstellt. Ihr weißt was ich meine, ich schreibe das jetzt hier nicht aus. Überschrift der Mail war:  „Trockene Feiertage.“ Ich kann dort halt für umsonst Gratisproben bestellen. Wegen der peinlichen „Uuups-Momente“. Wenn ich heute die Proben bestelle, komme die aber Weihnachten nicht mehr an. Is dann nix mit trockenen Feiertagen. Wobei ich auch gerade nicht weiß, warum ich mir ausgerechnet Weihnachten in die Hosen machen sollte. Es bestand bislang kein Grund. Uuups.

 

Aber irgendwie ergibt das ja alles Sinn: Ich bekomme 9.200.000 Euro, drehe etwas durch und brauche als Beistand ein Medium. Von der bekomme ich ja auch noch Asche. Dann ist auch noch Weihnachten, da pullern wir Ü-40 Frauen mit wabbeligem Beckenboden ja eh gerne ein. Und da kommt dann der namhafte Monatshygienehersteller ins Spiel.

 

Also irgendwie bin ich auf der Gewinnerseite.

 

Thanks, Mrs. Marvis. I bin unfucking glücklich and freu me of the Summe of my Konto. Es ist greatfull, einfach only greatfull.^^


, Trink mal, ist total gesund, da ist Gurke drin.“

Wir Mütter/Väter sind ja immer um das Wohl unserer Brut bemüht, selbst wenn sie schon „groß“ sind. Den Zuruf auf dem Weg zum Einkaufen

„bring was zu trinken mit, bitte. Was leckeres.“, nahm ich zur Kenntnis. Mache ich mein Junge, mache ich. Kein Ding. Wenn ich nichts kann, aber das kann ich. So irrte ich durch die Produktpalette an Kaltgetränken. Sonst ist der Griff beim Einkaufen ein leichter Griff, unsere Favoriten stehen seit Jahren fest. Ich kenne mich da sonst nicht sooooo gut aus, ich trinke fast überwiegend Tee. Oder Kaffee. Oder Mineralwasser mit einem Schuss Saft. Ich bekomme das so nicht runter, also Mineralwasser ohne Schuss, ich muss dann manchmal echt würgen. Weiß der Himmel woher ich dieses Leiden habe. Jedenfalls sah ich im Regel eine Flasche Mehrfruchtsaft. Frucht und Gemüse stand drauf. Mit Apfel, Kiwi und einem Spritzer Gurke. Jau, passt. Wenn er schon keinen Gurken isst, dann kann er die wenigstens trinken. Das ist wichtig und gesund. Jaaahaaa. Und ich hoffte darauf, dass er sich das Schild nicht so genau anschaut bzw. die Inhaltsstoffe liest, es trinkt, sein Gesicht pure Freude und Glückseligkeit ausstrahlt und er in meine Richtung sagt:

 

„Saulecker, kannst Du öfter mitbringen. Das is der Burner, Muttern!“

 

Die Flasche stand, und stand, und stand. Ich überlegte schon ob ich sie mit ins Büro nehme. Kann ich das mit Mineralwasser vermauscheln und dort trinken. Wenn er das gute, qualitativ hochwertige Kaltgetränk nicht will, ziehe ich es mir rein. Dann war plötzlich die Flasche auf und ich vernahm ein akustisches

„das kannste selber saufen, schmeckt voll widerlich!“

 

Tztztz, die Jugend von heute. Das Zeug war echt nicht günstig, von einer namhaften Kaltgetränkherstellungsfirma. Also habe ich mir ein großes Glas eingeschenkt, Frucht und Gemüse ist auch für Mütter nicht verkehrt.

Lasst es mich so sagen: Meine Speiseröhre hat sich zusammengezogen, ich habe mich geschüttelt, der Würgreflex setzte ein und dachte mir, dass ungefähr genau so Dinge schmecken müssen, die im Dschungel-Camp in den Prüfungen getrunken werden müssen. Abartig hat es geschmeckt, abartig. Die Gurke hat man im Abgang wirklich geschmeckt. Aber eher wie eine alte Gurke, fünf Wochen alt und fern ab von frisch und knackig. Ich liebe Gurken, ob eingelegt oder Gemüsegurken. Gemüsegurken habe ich immer im Hause, weil ich jeden Abend Salat esse. Aber das Gesöff kann man echt nicht trinken.

Nun steht hier diese Pulle, 1,25 Liter. Ich nehme die morgen einfach mit zu meiner Familie, vielleicht mag das ja einer von denen. Ich entferne aber vorher noch das Schild, die müssen die Passage mit der Gurke nicht auch lesen. Wegkippen bringe ich nicht übers Herz, hat ja Geld gekostet. Apfel und Kiwi mit einem Spritzer Gurke, ich hätte es eigentlich ahnen müssen. ^^


„Koch doch mal wieder was Leckeres“

Viele von uns berufstätigen Hausfrauen und -männer werden es kennen: Unter der Woche hat man oft nicht die Zeit und auch Lust, aufwendige Gerichte zu zaubern. Ich meine jetzt Speisen, bei denen man vier Töpfe/Pfannen braucht für Fleisch, Gemüse, Kartoffeln, Soße etc. Die Liste der Zutaten ist natürlich variabel. Mit den Vorbereitungen ist das nicht in ein paar Minuten abgetan. So eine Kartoffel schält sich nicht von selber. Es sei denn, man nimmt die Kartoffeln aus dem Glas, die sind schon geschält. Käme hier aber nicht auf den Tisch, oder nur in Momenten totaler Verzweiflung.

 

Bei uns wird „Kochen Deluxe“ eher an den Wochenenden geboten, oder im Urlaub. Ich esse für mein Leben gerne, am liebsten Hausmannskost in rauen Mengen. Die Soße mit dem Bratensaft angemacht, eine selbstgemacht Mehlschwitze oder liebevoll eingelegte Dinge in eigens hergestellter Marinade und all das Gedöns, kennt ihr ja sicherlich. „Futtern wie bei Muttern“ quasi.

 

Unter der Woche muss es schnell gehen, da greife auch ich auf Tiefkühlkost oder Fertigprodukte zu wenn das Zeitfenster eng ist. Natürlich schmecken Spaghetti Bolognese besser wenn man die Soße frisch zubereitet. Ich bekenne mich aber als „Tütennutzerin“, in 10 Minuten dank einem Beutel für 49 Cent (wenn im Angebot) und Wasser plus kleinerer Zutaten was warmes auf dem Tisch. Ich persönlich brauche mindestens 1x am Tag eine warme Mahlzeit, sonst werde ich knörrich und ungehalten.

 

Wenn dann der Wunsch kommt „koch mal was Leckeres“, gebe ich Vollgas. Da steht man lange in der Küche/ am Herd, schmeckt hier ab, würzt dort nach, und der Stapel der benutzten Küchenutensilien wird immer größer. Vom Einkauf vorher ganz zu schweigen. Egal, lohnt sich alles für eine deftige Mahlzeit, so frisch zubereitet mit viel Liebe und Hunger bis in die 11. Kellerrippe. Alle vier Herdplatten an, der Backofen auch, die Luft ist aromageschwängert, die Fenster beschlagen. Solche Events sollte man aber nie überraschungstechnisch planen.

 

Weil:

 

Kann passieren, dass sie oder er nach Hause kommt, die Mengen an Köstlichkeiten sieht und sagt:

 

„Hättest Du mir das eher verraten, ich habe gerade zwei Döner gegessen, da passt jetzt echt nichts mehr rein. Sorry, mache ich mir morgen warm“.

 

Oder ein Anruf:

 

„Entschuldige, komme viel später, warte nicht auf mich.“

 

Oder eine Whatapp-Nachricht:

 

„Penne außerhalb, melde mich.“

 

Im schlimmsten Fall Besuch:

 

„Du, Das passt doch nicht mit uns beiden, Dir alles Gute. Tschüss.“

 

Jo, da sitzt man dann vor Bergen von Essen. Bei mir verfliegt die Enttäuschung aber recht schnell, habe ich mehr auf meinem Teller. Man muss das positiv sehen, gelle? ^^


„Fenster zu! Nee, auf!“

Wenn man sich das Büro mit mehreren Person teilt, kommt es nicht selten zu völlig unterschiedlichen Empfindungen die Raumtemperatur betreffend. Zumindest erlebe ich das immer wieder. Meist sitzt dort eine Person welche schnell friert, und eine andere welche schnell schwitzt. Eine brisante Kombination. Ich bin die, die immer friert. Fenster zu – Heizung an – ich bin glücklich. Bislang hatte ich allerdings immer die „Schnellschwitzer“ neben mir sitzen, und da muss man Kompromisse schließen.

 

Vor langer Zeit hatte ich eine Kollegin, die abnormale Hitzewallungen bekam und auch bei Minustemperaturen das Fenster aufriss für bis zum St. Nimmerleinstag. Ich habe so gefroren! Also habe ich mir eine gefütterte Jacke mitgenommen und im Notfall übergezogen. Eine andere Kollegin, welche ebenfalls hitzwallungstechnisch unterwegs war hat immer dann, wenn ich das Büro verlassen habe, sofort das Fenster aufgerissen. Selbst beim kurzen Gang auf die Pippi-Box. Sie hat die Gunst der Stunde genutzt. Was ich recht nett von ihr fand, musste ich nicht schlotternd auf der Tastatur rum werkeln.

 

Nun teile ich mir das Büro mit zwei anderen Kolleginnen. Eine ist eher so wie ich drauf, also immer schön muckelige Temperaturen in der Bude. Die andere mag es gerne etwas kühler. Also ist es immer ein Wechsel von Fenster auf, Heizung an. Ich werde mir wieder eine gefütterte Jacke mitnehmen, geht nicht anders. Dachte ich.

 

Das witzige ist nämlich, dass auch ich seit ein paar Wochen von Hitzewallungen heimgesucht werde und dann in sekundenschnelle das Fenster aufreißen möchte/muss, weil ich Bedenken habe zu schwitzen wie Affenarsch. Und dem zufolge zu transpirieren und unangenehm zu riechen. Mir stehen dann im Anflug solcher Wallungen innerhalb von 2 Sekunden Schweißperlen auf der Oberlippe, und ich habe das Gefühl mein Gesicht färbt sich dunkelrot. Deo ist jetzt immer am Mann bzw. in der Handtasche. Auch ein kleines Gästehandtuch, damit man mal überfeudeln kann im Fall der Fälle.

 

Hat sich mein Körper anscheinend dem Büro-Temperaturempfinden irgendwie angepasst. Oder es sind die Wechseljahre, kommt ja hin vom Alter her betrachtet. Jetzt verstehe ich auch die Kollegin, die im Winter bei Minus 10 Grad das Fenster am liebsten 8 Stunden aufgelassen hätte.

 

Am schlausten wäre es, man setzt Frauen zusammen welche unter Hitzewallungen leiden, und welche die nicht darunter leiden. Arbeitet es sich effektiver weil nicht dauernd Fenster geöffnet und wieder geschlossen werden in einem recht engmaschigen Rhythmus. Schafft man eben mehr wenn alle sitzen bleiben 🙂

 

Wir „Bürositzer“ haben es nicht leicht, weiß Gott nicht. ^^


„Lies mal wieder“.

Ich habe über 3 Jahre lang kein Buch mehr angefasst. Das wundert selbst mich.

 

Mit einem Buch ins Bett gehen am Abend war für mich immer eine kleine Einschlafhilfe. Und ich konnte zudem dabei entspannen bzw. die Gedanken das Tages verscheuchen. Wenn das Buch gut war. Urplötzlich habe ich nicht mehr gelesen im Bett. Ausnahmen waren Krankenhausaufenthalte. Was will man denn ganzen Tag machen außer am Smartphone rumdaddeln, in der Raucherecke stehen oder kostenlos den Kakao des Krankenhauses in sich rein kippen. Das vertreibt die Zeit auch nur bedingt.

 

Vor Kurzem griff ich wieder nach einem Buch als ich unter der Bettdecke lag. Herrlich.  🙂 Oft lese ich so lange, bis die eine Gehirnhälfte schon schläft und ich am nächsten Abend die letzten drei Seiten nochmals lesen musste, weil ich mich nicht mehr an den Inhalt erinnerte. Kann passieren.

 

Auch ohne zu wissen wer gerade die Bestsellerlisten anführt, finde ich fast immer meine Thematik. Ich gehe nicht nach Empfehlungen, sondern danach was hinten auf dem Buch als Zusammenfassung steht. Auf meinem Nachtschrank landen keine Horror-Streifen, keine schnulzigen Romanzen und ebenfalls keine Bücher, in denen zig Personen eine Rolle spielen. Da komme ich gerne durcheinander.Am besten Krimis oder Thriller.

 

Ich war vor ganz langer Zeit mal zur „Kur“ (heißt ja heute „Reha). Und bekam ein Buch geschenkt. Titel, viele werden ihn kennen, war „Lauf, Jane, lauf!“ von Joy Fielding. Ach Du liebe Güte, habe ich mir in die Hose gemacht nachts! Obwohl ich fast kollabierte vor Angst, konnte ich nicht aufhören zu lesen. Ich habe gelesen und gelesen und gelesen. Das war Spannung pur. Wären da nicht die Nächte gewesen, in denen ich mir fast einpuscherte vor Panik. Von derselben Autorin las ich letztens „Koma“, das war auch klasse.

 

Eines Abends vor ein paar Tagen war mein Buch zu Ende gelesen, und ich lag total gelangweilt in der Furzmolle. Am nächsten Tag bin ich gleich los gerammelt und holte Nachschub. Zwei Bücher mussten es sein, man gönnt sich ja sonst nichts.

 

Wenn ich nach Feierabend mit einem Kaffee in der Küche sitze, meist total müde, freue ich mich schon auf den Gang in das 2×2 Meter-Mobiliar und das Buch. Und zelebriere Stunden später beinahe den Einstieg in die Biber-Bettwäsche und das Aufschlagen des Buches. Ich muss allerdings immer aufpassen, dass ich das Lesezeichen nutze. Sonst werfe ich es achtlos auf die andere Seite des Bettes und finde dann oft die Seite nicht wieder an der ich endete.

 

Übrigens kenne ich die modernen eReader und eBooks und wie sie alle heißen nicht. Weil ich jetzt behaupte, dass ich ein Buch zum blättern brauche. Wie bei der Fernsehzeitung. Ich brauche Papier zwischen den Fingern. Altmodisch, wa? Ändert sich vielleicht noch, ich muss mich an die Technik mal heran tasten. ^^


Der „Waschzettel“: Ein kleiner Roman in die Klamotte eingenäht.

 

Sobald ich mir neue Klamotten gekauft habe, muss ich diese erst mal sezieren wie eine Pathologin quasi: Also alles abschneiden und raus schneiden und weg schneiden was da nicht hingehört. Meist sind das die Preisschilder, dann gerne noch ein Schild mit der Marke der Klamotte, bei Hosen bzw. Jacken/Blusen ein Ersatzknopf, und der gemeingefährliche Waschzettel. Der Waschzettel ist der schlimmste: Teilweise fand ich in der Vergangenheit 4 kleine dünne, eingenähte Waschzettel. Sie sind zwar klein, aber sie können, wenn man sie nicht entfernt hat, elendig nerven. Weil sie kratzen wie Euterbock!

 

In meiner Lieblings-Jeans schlummerte mal ein fast 7 cm langer Waschzettel, hinten in der Region vom Po eingenäht. Und Du stehst z. B. auf einem Event und kratz Dich dauernd über der Köttelkiste, weil Du den Waschzettel nicht entfernt hast. Das braucht man auch nicht, oder?

 

Unangenehm auch bei Shirts, gerade weil die Schnippel an der Innenseite der Taillenregion eingenäht sind. Ein Waschzettel für ein total schlichtes Basic Shirt bei dem ich mir denke, dass ich beim Waschen nichts falsch machen kann. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, jemals einen Waschzettel studiert zu haben. Ich knalle die Klamotten in die Waschmaschine, und sie kommen genau so raus, wie ich sie rein gedonnert habe. Nicht eingelaufen, nicht größer geworden. Es wurde auch noch nie aus einem Shirt eine Hose in der Waschmaschine oder aus einem Schlübba eine lange Unnahos. Also alles total entspannt.

 

Ich schaue wohl hin und wieder genauer hin wenn ich das Gefühl habe, die Klamotte sieht total künstlich aus. Da lohnt sich ein Blick auf die Materialangabe. In Polyester z. B. schwitze ich so ekelhaft, und stinke auch gerne beim Tragen schon nach 5 Minuten.

 

Vor mir liegt gerade ein Strick Cardigan (nannte man früher Strickjacke), total günstig gekauft in einem No name-Laden. Nix besonderes das Teil. Halt einfach eine Strickjacke. Und siehe da: Ein 5-seitiger Waschzettel.

 

So klein gedruckt, dass ich ohne Brille nichts, aber auch nichts lesen kann.

 

Seite 1: Die Order-Nummer, bei welcher Temperatur ich den Kittel waschen sollte, ob ich ihn bügeln darf, schleudern oder in die Reinigung geben. Darunter in 16 (!) Sprachen die Angabe, um welches Material es sich handelt.

 

Seite 2, folgende Info: Separat waschen, mit Feinwaschmittel, feucht in Form ziehen, falls mit Druck, dann von links bügeln, und dann der Kracher: Von offenen Feuern fernhalten! Machen wir nicht alle hin und wieder ein Feuer in unseren Buden, und schwenken die neuen Kleidungsstücke darüber? Das ist doch ein Ritual, oder nicht? 😉

 

Dieser Nonsens ist auf den Seiten 3 und 4 in 16 Sprachen zu lesen.

 

Auf Seite 5, beidseitig bedruckt (!), steht wieder in 16 Sprachen die Anschrift des Unternehmens. Sollte mich das Verlangen überkommen, dieses Unternehmen anschreiben zu wollen, gerne auch so Richtung Italien, dann habe ich die Postadresse gleich auf dem Waschzettel. Ich trage sie quasi am Körper. Das ist ja wichtig, sollte mich jemand auf der Strasse fragen, ob ich zufällig die Adresse dieses Unternehmens aus den Niederlanden habe. Klar habe ich die. Shirt kurz auf links gekrempelt, Brille raus geholt und schwupps: Die Post ginge nach Oldenzaal.

 

Natürlich kann ich das auf der Straße niemandem sagen, weil dieser Waschzettel in wenigen Minuten hier mit einer Schere in akribischer, schon beinahe minimalinvasiver, chirurgischer Art und Weise raus geschnitten wird und im Müll landet. Aber eines sollte ich mir merken:

 

„Halte diesen Strick-Cardigan vom offenen Feuer fern, Steffi!“ ^^

 


„Entschuldigung“: Ein kleines Wort mit großer Bedeutung.

 

Wir alle haben sicherlich schon Dinge gesagt oder angestellt, die nicht in Ordnung waren. Und egal um was es geht,  wenn man einsieht, dass man Blödsinn gemacht hat, sollte man sich dafür entschuldigen. Nicht ein daher gesagtes „sorry“, sondern eines, welches so gemeint ist wie gesagt.

 

Ich kenne Menschen die sich 20x am Tag entschuldigen. Das kommt aber meist nie von Herzen, sondern ist ein bequemer Weg sein Fehlverhalten zu revidieren auf die schnelle.

 

Mir lag seit Wochen eine Sache im Magen, für die ich mich entschuldigen wollte. Ich hatte nie den Mut dazu. Weil ich dann dieser Person gegenüberstehen muss, und evtl. für mein Fehlverhalten noch eine über gezogen bekomme verbal. Zu wissen, dass man Bockmist gebaut hat und dieses nochmals auf Brot geschmiert bekommt, fühlt sich nicht gut an.  Man muss sich damit auseinander setzen. Wenn jemand eine Entschuldigung nicht annimmt, fühlt sich das noch weniger gut an. Für manche Menschen ist dann evtl. sogar eine Freundschaft beendet. Das kennen wir ja alle.

 

Vorhin habe ich die Person zufällig getroffen bei der ich mich entschuldigen wollte/musste. Mein erster Reflex war:

 

„Mach Dich ganz klein und hau ab“.

 

Mein zweiter dann:

 

„Du hast Mist gebaut, jetzt hab den Arsch in der Hose diese Person anzusprechen und zu sagen, dass es nicht in Ordnung war“.

 

Himmel, war ich uffjeregt. Und habe mich echt schlecht gefühlt. Nachdem ich mich entschuldigt hatte, und diese Person mehr oder weniger lächeln musste, ist mir ein riesengroßer Stein vom Herzen gefallen. Ich bin die Sache jetzt los quasi.

 

Wenn es einen Grund gab oder gibt, welcher eine andere Person dazu veranlasst sich bei mir zu entschuldigen, finde ich das nicht nur angebracht, sondern auch charakterstark. Sicherlich ist es eine bequemere Alternative Gras über eine Sache wachsen zu lassen. Nur ist die Sache damit nicht aus der Welt.

 

Was ich auch gut kann ist meine Fehltritte so zu beschönigen oder kaputt zu quasseln, bis ich letzten Endes der Meinung bin mich nicht entschuldigen zu müssen. Oder der/dem anderen die Schuld in die Schuhe schieben.

 

Wenn man sich im Ton vergreift, unfair wird, jemanden verletzt oder gekränkt hat etc., dann sind ein paar ernstgemeinte, entschuldigende Worte nicht nur angebracht, sondern Pflicht. Manchmal reagieren wir aus den verschiedensten Gründen überzogen, ob gegenüber von Familie, Freunden, Kollegen. Wenn man sich oft sieht, steht danach immer etwas im Raum. Wenn man dann all seinen Mut zusammen nimmt, sich entschuldigt und evtl. erklärt, aus welchem Grund man dieses sagte oder jenes machte, ist die Geschichte damit nicht aus der Welt. Aber wir haben dem anderen bewiesen, dass wir uns klar darüber sind nicht richtig gehandelt zu haben. Das finde ich an einer Entschuldigung immer wichtig.

 

Meist merkt man ob sich jemand entschuldigt weil es ihr/ihm wirklich leid tut, oder ob da jemand diese Worte nur runter leiert. Danach entscheide ich persönlich, ob ich eine Entschuldigung annehme oder noch etwas Zeit brauche. Oder eine Sache nicht verzeihen bzw. entschuldigen kann. Kommt auch oft vor, nicht nur bei mir, oder?


Wer hat denn hier mein Ladekabel? - ohne geht nichts mehr

 

Hier werden nicht nur Feuerzeuge gesucht tagtäglich. Nein, Ladekabel sind auch seit geraumer Zeit voll im Trend. Wir sind hier nur zu zweit und ich darf im Bezug auf diese Problematik sagen: Dem lieben Gott sei Dank! Im Zeitalter der Smartphones sind Ladekabel unglaublich wichtig. Kein Akku – keine Konversation – keine Info!

 

Abgeschnitten von der Außenwelt bei Facebook, Twitter, Whatsapp und Co. Man stirbt ja fast blöd, wenn man nicht mitbekommt, was in der Welt der sozialen Netzwerke gerade steil geht. Bei uns waren bis vor kurzem die Ladekabel kompatibel. Hatte einer seines verlegt oder vergessen irgendwo, nahm man das Kabel des anderen. Schlecht immer dann, wenn die andere Person außer Haus ist, das eigene Kabel verschollen, das Kabel der anderen Person auch außer Haus.

 

Akkustand: 10%. Das Smartphone schickt schon eine rot untermalte Meldung, man möge bitte aufladen. Meist kommt noch ein fieses Signalgeräusch dazu. Und dann die Horrorvorstellung: Was passiert, wenn man gegen 1:17 Uhr nochmal auf die sanitäre Anlage muss und nicht schnell bei Facebook schauen kann, wie der Streit mit Frau S. und Herrn M. ausging. Nicht zu wissen, ob gerade jetzt um 1:58 Uhr der Traum der schlaflosen Nächte seine Liebe per Whatsapp gesteht. Dumm zu sterben, weil man nicht nachschauen kann, wie es bei Twitter gerade so läuft.

 

Man stellt ja mitten in der Nacht nicht den Rechner an um nachzuschauen. Man wollte nur kurz aus der Hose, dann wieder ins Bett. Schlaf ist wichtig. Das Wissen, online nicht erreichbar zu sein, macht nervös. Wobei mich nachts um 2:37 Uhr noch nie Meldungen/Nachrichten erreichten, welche mein Leben komplett verändert haben. Sollte mich jemand dringend erreichen wollen, habe ich ja noch mein Festnetztelefon. Und eine Wohnungstür mit Klingel im totalen Notfall.

 

Geht das Smartphone aus - zweites Problem

Wenn das Smartphone dann ausgeht, weil der Akku leer ist um 2:11 Uhr, hat man das nächste Problem: Die PIN-Nummer! Kriege ich neben allen anderen PIN-Nummern, welche unser Leben bestimmen, nicht in meinen Kopf. Hast du nach Stunden der Abstinenz wieder das Ladekabel am Start, kannst du unter Umständen das Smartphone nicht aktivieren, weil du den PIN vergessen hast. PUK auch nicht da. Irgendwie nichts da, außer dem Kabel. Aber: Ich habe das alles jetzt sauber hinterlegt, mir kann das nicht mehr passieren.

 

Und: Wir haben jetzt zwei verschiedene Ladekabel, unsere Smartphones sind nicht mehr kompatibel. Meins hängt jetzt immer in der Küche neben der Mikrowelle in der Steckdose. Unter dem Korb mit dem Obst im Regal. Bleibt zu hoffen, dass hier in der Bude vielleicht zukünftige Lebensabschnittsgefährten von uns wiederum andere Ladekabel haben. Sonst endet das echt düster hier. Und Rauchen sollten sie auch nicht wegen der auf mysteriöse Weise verschwindenden Feuerzeuge.


Ein Krimi spaltet die Nation! Reaktionen zum Tatort „Hardcore“ gestern Abend.

 

Ich habe im Vorfeld in der Fernsehzeitung schon gelesen um welches Thema es ging, und war unsicher was da auf uns Zuschauer zukommt. Pornos sind absolut nicht meins, das Mal am Rande erwähnt.

 

Zugegebenermaßen war anfangs hart was zu sehen war, aber das Thema fesselte und man schaute hinter die Kulissen dieser Szene. Pornographie gibt es nicht erst seit gestern. Alles was im Internet diese Thematik betrifft, ist aber sicherlich um einige Zacken schärfer. Meiner Meinung nach war das Thema plus die Ausdrucksweise nicht ohne, aber die Dialoge stellenweise sehr humorvoll. Ich musste mittendrin schmunzeln, gerade was die Unwissenheit der Ermittler betraf. Auch ich stand wie ein Ochse vor dem Scheunentor bei all den einschlägigen Abkürzungen dieses Etablissements. Trotzdem war dieser Tatort fesselnd und beleuchtete ein Milieu, über das wahrscheinlich nur mit vorgehaltener Hand gesprochen wird. Wenn überhaupt.

Nach dem Tatort ging auf der Seite der ARD bei Facebook die Post ab: Die Nation war größtenteils empört! Auch im Bezug darauf, dass dieser Tatort für Kinder ab 12 Jahren freigegeben war. Das hagelte Kritik der User in übelster Form. Die ARD bemerkte, „dass der Film das Pornogeschäft und den Pornokonsum in seiner Gesamtaussage als nicht erstrebenswert darstellt“. Das war nur ein kurzer Auszug aus dem Statement der ARD.

 

Weitere Kommentare der User:

    „Sowas muss ABSOLUT NICHT im 20.15 Uhr-Programm laufen,“, Meine Anwälte werden, aller Voraussicht nach, gegen aller verantwortlichen Personen morgen Strafanzeige stellen …,“

     „Ich denke über eine Jugendschutzklage gegen die Programmverantwortlichen nach …“,

    „Bääääh und das um 20.15 Uhr ihr seid nicht nicht mehr ganz frisch“,

    „ARD. Freigegeben ab 12 Jahren. Ist da ein moralischer Blackout bei den Verantwortlichen und was sagt der Kinderschutzbund?“ 

Die Palette der Kommentare ließe sich unendlich fortsetzen.

 

Die Nation ist empört, dass 12-jährige diese Tatort schauen konnten. Die ARD wird anscheinend für den Werteverfall dieser Kinder verantwortlich gemacht, die Schauspieler noch dazu. Warum? Haben diese Kinder keine Eltern? Die Eltern, die im Vorfeld schauen sollten, welche Thematik der Tatort beinhaltet. Eltern, die ihre 12-jährigen Kinder generell keinen Tatort schauen lassen sollten. Das sind Krimis. Das sieht man durchgeschnittene Kehlen, platt gefahrene Menschen, Blut und Bösewichte. Ein Tatort geht bis 21.45 Uhr, da sollte ein 12-jähriger langsam im Bett liegen an einem Sonntag. Nicht die ARD trägt dafür die Verantwortung, sondern die Eltern!

 

Gerade unsere Netzwerke/das Internet an sich sind Quelle von viel Übel und Perversitäten. Wenn man sich da nicht auskennt und nicht schnell Lunte riecht, fällt man auf die Klappe. Auch und gerade im Bereich der Erotik bezüglich Abofallen usw.

Im Internet auf Pornoseiten kommen ist doch heutzutage kein Ding mehr, das Netz ist voll mit solchen Seiten. Da war der Tatort gestern das Musikanten-Stadl gegen.

 

12-jährige Jungs und Mädels sind eine andere Generation, diese könnten teilweise ihren Eltern erklären wo der Frosch die Locken hat in diesem Bereich. Weil sie dank Tablet, Smartphone und Rechner Zugriff darauf haben. Und viele von der jungen Generation wussten gestern mit dem Vokabular sicherlich besser Bescheid als wir „alten Hasen“.

 

Auf vielen anderen Sendern kann man beim Bügeln ab den Nachmittagsstunden schon Schmuddelkram schauen. Und das ist stellenweise so grottenschlecht dargestellt, dass es stellenweise schon belustigend wirkt.

 

Viele User haben auf der Seite der ARD gestern zum Glück genau dieses alles geäußert. Eine Doppelmoral, welche verlogen wirkt. Wenn der Markt in der Porno-Branche nicht wäre, dann würde sich diese bis heute nicht halten. Wie im Tatort gut zum Thema wurde, macht anscheinend das Internet diese Branche kaputt. Weil einige mit ihren privaten Channel und ihrer Webcam einen aktuelleren, attraktiveren Markt anbieten. Nicht das gelbe vom Ei, beide Seiten betrachtet. Aber wo die Nachfrage ist, da ist auch das Angebot. Eine traurige Entwicklung, aber so läuft das im Jahr 2017.

 

Ich habe diesen Tatort einfach nur geschaut, fand ihn spannend, stellenweise total witzig, und damit war das Thema vom Tisch. Muss man da so ein Fass aufmachen und mit rechtlichen Konsequenzen drohen? Das lässt tief blicken, solch überzogenen Reaktionen. Nicht den Tatort betreffend, sondern die Zuschauer.

 


„Wo ist denn jetzt der Schirm schon wieder?“

 

Regen war nicht nur in diesem Sommer Thema. Regen ist bei mir immer Thema. Weil ich irgendwie eine gespaltene Beziehung zu Regenschirmen habe. Sagen wir es so: Ein Regenschirm hat in diesem Haushalt eine Verweildauer wie ein Kerl. Kurz quasi. Und kaum bis selten bis stellenweise nie anzutreffen.

 

Seit ich einen Regenschirm halten kann, sind die Dinger immer weg. Wie viele ich schon gekauft habe bislang, entzieht sich meiner Kenntnis. Es waren viele. Stockschirme, Taschenschirme, Langschirme, Mini-Schirme, Piccolo (gibt es echt, das ist kein Sekt), Sitzschirme, Stützschirme, bunte Schirme, Schirme mit übergroßer Spannbreite. Manuell zu öffnen oder mit Duomatik (wir drücken auf einen Knopf und dann öffnet und schließt er sich wie von Geisterhand. Schwupps). Alle weg! Weil? Weil ich die Dinger ständig und überall liegen/stehen lasse, wenn ich damit unterwegs war.

 

Kurz Einkaufen gewesen, Schirm in den Schirmständer gestellt, aus dem Geschäft raus: Schirm vergessen.

 

Draußen gewesen, bei Events oder so: Schirm kurz wo hingestellt/hin gehangen, nach Hause geeiert: Schirm weg. So lässt sich das unendlich fortsetzen.

 

Nun kosten die Dinger ja kein Vermögen, aber ich gehe immer dran vorbei wenn sie im Angebot sind. Frag mich einer warum, ich weiß es nicht. Wenn ich nur kurze Strecken laufe, ist es mir egal wenn ich etwas nass werde. Oder ich stülpe mir die Jacke über den Kopf. Oder die Handtasche. Oder ich hake mich bei einem mir bekannter Schirmträger/einer Schirmträgerin unter, so nach dem Motto: „Rutsch mal und halt den Schirm höher, habe meinen vergessen.“

 

Regnet es doller, nehme ich mir vor doch ein paar Euro in einen Schirm zu investieren. Mache ich dann doch nicht, gerade wenn es lange nicht geregnet hat.

 

Ich habe vor Kurzem „dem Kurzen“ einen Schirm gegeben: Der ist weg.

 

Ich habe vor Kurzem mir einen gelben Stockschirm gegönnt: Der ist weg.

 

Der letzte Schirm, ein schwarzer Taschenschirm, kürzlich gekauft ist … weg!

 

Frag mich einer, wo die sind.

 

Ich bräuchte einen Schirm der bimmelt und bellt und Lichtsignale abgibt, wenn ich mich 2 m von ihm entferne. Oder mit mir spricht, falls ich ihn ablege, frei Schnauze à la:

 

„Steffi, Menschenskinder, pass upp, ich hänge hier. Haaaaalloooooo. “

 

Aber bunte Cocktailschirmchen, welche auf dem Longdrink steckten, die finde ich auch 6 Monate später noch in meiner Handtasche. Weil ich die so niedlich finde.

 

Der Schirm ist ja männlich. Vielleicht besteht da ein Zusammenhang zu meinem Defizit bezüglich der Dreibeiner irgendwie.

 

Wer auf keinen Schirm aufpassen kann, der kann das auch nicht auf einen Mann. Oder so. So irgendwie. Ach, ich weiß auch nicht. Ich kaufe mir die Tage aber wieder einen. Einen Schirm meine ich. ^^


Das Fest um die „dolle Knolle“ steht in Uslar in den Startlöchern.

 

Samstag und Sonntag, 09. und 10. September, verwandelt sich die Innenstadt von Uslar wieder in ein Areal der Tradition, der Unterhaltung, der fliegenden Händler, der Party und der kulinarischen Genüsse. Letzteres ist wohl der wichtigste Faktor beim Pekermarkt. Denn es geht um die Kartoffel. Besser gesagt um das Pekeressen, welches an diesen beiden Tagen auch angeboten wird.

 

Was ist Peker? Das ist Peker: Kartoffeln werden im Ofen gebacken. Nach der Garzeit verzehrt man diese mit Butter, Salz, Pfeffer, Mett, Zwiebeln oder auch Weißwurst. Die Palette der Zubereitung bzw. Zutaten ist sicherlich weit gefächert. Aber: Im Uslarer Land kennt jeder die Pekerkartoffel, ich schwör. 

 

Seit 1989 feiert Uslar die Kartoffel, bei der Premiere war ich zarte 19 Jahre alt. Schon so lange ist der Erdapfel hier im Solling Thema. Im letzten Jahr wurde dieses Fest auf zwei Tage ausgeweitet, der Samstag wurde mit ins Boot geholt. Was ich persönlich schon immer befürwortet und erhofft hatte. Denn an einem Sonntag feiern, gerade dann wenn es am Abend gemütlich und unterhaltsam wurde, hatte für viele einen bitteren Beigeschmack. Nun müssen wir am Samstag nicht auf die Uhr schauen, sondern können das bunte Treiben um und auf dem Pekermarkt bis in die Nacht genießen.

 

Auf 3 Bühnen im Bereich der Innenstadt (Bühne Forstgarten, Bühne Rathaus/Graftplatz, Bühne Lange Straße) stehen beinahe nahtlos Künstler/Bands im Rampenlicht. Die Palette ist dabei weit gefächert. Von Mittelalter-Musik bis hin zu Mallorca-Hits über Hardrock ist auch in diesem Jahr alles dabei. Feuerdorn gibt sich die Ehre, Schottenrock ist mit am Start. Die Pfandpiraten teilen sich das Mikrofon mit der Partyband RemmiDemmi.

 

Susi Platte mit Jon Aaron und Maurice Haase werden dabei sein, genau wie die Weserbergland-Musikanten, De Hutzenbossen, der Lindauer Fanfahrenzug sowie let the music play mit Patrick Börsch. Auch Anderlein, Jörg Müller (der Seifenblasenkünstler), die Sollingblaskapelle Schönhagen, ein Andrea Berg-Double, und, und, und.

Höhepunkt ist sicherlich das Feuerwerk am Samstag. Es war im letzten Jahr phänomenal und nur zu empfehlen. Das ist definitiv ein Gänsehautmoment und auch so mein persönlicher Geheimtipp.

 

Die Innenstadt verwandelt sich zudem an beiden Tagen in eine bunte Verkaufsmeile. Ein Flohmarkt auf dem Graftplatz kann besucht werden. Zudem bieten verschiedenste Händler ihre Ware an. Die Geschäfte werden teilweise geöffnet haben. Für das leibliche Wohl ist ausreichend gesorgt. Die kleinsten Erdenbürgerinnen und -bürger werden ebenfalls auf ihre Kosten kommen.

Das Finale und mein persönliches Highlight ist am Sonntag der Auftritt von Rescuer (in Uslar beheimatet und bekannt wie die bunten Hunde). Gefolgt von Motörblast, Coverband der legendären Motörhead. Urlaub für Montag wurde beantragt und genehmigt. Besser ist das.

 

Eine recht spannende und richtig bunt gemischte Vielfalt an Programmpunkten wird die Besucherinnen und Besucher unterhalten. Positiv zu erwähnen wäre die Tatsache, dass kein Eintritt verlangt wird. Low budget bzw. no budget quasi. Stadtfest-Feeling in einer kleinen, aber feinen Stadt in Südniedersachsen.

Ich wünsche Uslar viele Besucher, den Künstlern und Bands viel Applaus, den Händlern gute Umsätze und der feiernden Gemeinde tolle Stunden.

 

Wenn man mitreden möchte, muss man da halt hin. Versteht sich von selber, woll?

Danke für die Bilder an Marc Schlieper, Steffen Böger, Rescuer und Motörblast.

 

Das Programm kann detailliert eingesehen werden unter www.pekermarkt. de.


Das bisschen Haushalt!

Handtücher kann man auch aufhängen! Herrschaftszeiten!

 

Im Alltag, gerade wenn man nicht alleine lebt sondern mit Kind(ern) oder Partner oder Mann oder Frau  oder was auch immer, hat jeder so seine Marotten bzw. Angewohnheiten. Ich kriege das recht gut aus Erzählungen meiner Freunde und Kollegen mit. Man ist ja nicht alleine mit dem Problem.

 

Ich bin weiß Gott nicht pingelig, oder besser gesagt nicht mehr. Aber auch mir geht ab und an die Hutschnur hoch. Es gibt doch tatsächlich Menschen die anscheinend glauben, dass ein benutztes Handtuch nach dem Duschen trocknen kann, wenn man es auf die Größe einer Duplo-Blume prümmelt. Oder auf die Maße einer Frühlingsrolle rollt. Am besten noch auf dem Boden abgelegt oder noch besser: Hinter die Wäschetonne geworfen.

 

Oder dass Dreckwäsche nachts auf unerklärliche Weise alleine in die Wäschebox fliegt. Dass sich Schlüppi`s wie von Geisterhand um Mitternacht Richtung Waschmaschine bewegen. Dass sich Socken, welche gedankenverloren unter dem Sofa liegen, an die Hand nehmen und in einer lustiger Polonaise den Weg Richtung Wäschekorb antreten.

 

Viele Mütter kennen sicherlich das Phänomen mit dem auf merkwürdige Weise verschwundenen Geschirr und Besteck: Irgendwann hatte man das mal alles in 24-facher Ausführung. Und es gibt Tage, da findet man all das nur noch für eine Person vor. Ein müder Eierlöffel lächelt uns aus der Schublade an, der Rest ist irgendwie weg. Dasselbe Schauspiel mit den Tellern und Tassen und Gläsern. Ratlosigkeit! Gehst Du mal rein zufällig in die Buden der Brut, und schaust genau hin, findet man nicht selten den Rest des 24-teiligen Besteck- bzw. Geschirrberges. Wenn man Pech hat, hat sich der Rest der Speisen schon einen Pelz zugelegt. Oder das Zeug ist eine sehr sehr enge Bindung mit dem Material eingegangen. Du musst es stundenlang einweichen oder andere Hilfsmittel benutzen, um das irgendwie zu trennen.

 

In meinem Haushalt lebte man ein Dreibein, der aß im Wohnzimmer und ließ auch alles dort stehen. Klare Rollenverteilung halt: Er wie der König auf dem Couch mit Futterluke auf und einem vollgerammelten Teller meines gekochten Essens. Ich wie Aschenbrödel am Herd. Und so blieb der Teller immer im Wohnzimmer auf dem Tisch stehen. Bis ich ihn wegräumte. Auf Androhung es nicht mehr zu machen, stand der Teller da trotzdem noch. Und stand. Und stand. Und stand. Abgesehen davon, dass es echt blöde aussieht wenn Besuch kommt und da steht ein Teller mit Geschnetzeltem neben den Tulpen auf dem Wohnzimmertisch, fängt das ja irgendwann an zu müffeln. Spätestens dann gibt man seine erzieherischen Maßnahmen auf und räumt es weg. Auch die Variante, den Teller ins Bett dieser Person zu stellen, trug keine Früchte. Dann wurde der eben ans Bett gestellt. Oder unters Bett, noch besser. Irgendwann fragst Du Dich ob Du so stinkst oder der Partner, oder ob das Schlafzimmerfenster geöffnet ist und der Bauer Gülle fährt.

 

Ich muss schon oftmals grinsen wenn ich auch meine Freunde so höre:

 

„Nicht mal die Zahnpastatube bekommt er zugedreht!“

 

„Unter dem Bett 5 Gläser und 3 Teller.“

 

„Die 3. Tube Haargel eingetrocknet, weil man sie ohne sie zuzumachen, einfach auf die Fensterbank legte.“

 

Ich suche seit Wochen ein Schälmesser, das Ding war richtig klasse. Weg. Es ist weg. Alle Stellen abgesucht, an dem ein Messer liegen könnte: Nichts. Ich gehe mal davon aus es ist a) nicht mehr in diesem Haushalt, oder ich finde es b) beim nächsten Umzug an einem Ort der so suspekt ist, dass es mir die Sprache verschlägt. Gabeln muss ich auch nachkaufen demnächst. Die hauen hier auch immer ab. Esst mal Schnitzel mit einer Kuchengabel, da kriegste die Pimpanellen! ^^

 

(Da waren meine erzieherischen Maßnahmen auf einigen Ebenen nicht die wirklich effektivesten, ich weiß.)


Altersarmut: Ein unangenehmes Thema.

Ilka Bessin, die „Cindy aus Marzahn“ ging der Sache auf der Grund.

Mehr durch Zufall, bzw. um zu sehen wer denn nun hinter Cindy aus Marzahn so real steckt, hatte ich letzte Woche einen Bericht diesbezüglich im TV verfolgt.

Bevor ich auf das eigentliche Thema Altersarmut komme, erst ein paar Worte zu Ilka Bessin:

Eine Frau, die sich scheinbar von unten nach ganz oben katapultierte in ihrem rosa Frottee-Anzug, übertrieben geschminkt, mit grauenhafter Frisur und einer frechen Schnauze.  Ich stand auf ihren Humor und ihre Art.

Sie ist wieder da, halt nur anders. Da steht plötzlich eine Frau, welche damals mit lautem und schrillem Organ ganze Hallen zum johlen brachte, und regt die Nation zum nachdenken an. Oder besser gesagt mich. Ilka Blessin hat in diesem Bericht gezeigt, dass sie weiß wo der Hase im Pfeffer liegt, gerade im Bezug auf sozialkritische Themen. Und die noch besser zeigen konnte, dass sie Benehmen hat. Sie hat sich vorgestellt, sich an die Situationen und Menschen herangetastet. Sie hat nicht alles für selbstverständlich gehalten weil sie mal ein „VIP“ war, der Türen und Tore offen standen. Sie hat gefragt ob sie die Menschen besuchen darf, sie hat Kuchen und Blumen mitgebracht zur Begrüßung. Sie ist mit der Situation und den Menschen respektvoll umgegangen, das ist mir sehr positiv aufgefallen.

Altersarmut: Ein Thema, welches vielleicht vielen im Magen liegt. Mir ganz bestimmt und unregelmäßig immer wieder. Ich muss noch 20 Jahre arbeiten um in Rente zu gehen. Das ist der derzeitige Stand der Dinge, es ist sicherlich noch Raum offen nach oben.

Ich mache mir ab und an Gedanken wer sich um mich kümmert wenn ich alt und krank werde. Wer einen Heimplatz zahlen muss wenn ich ihn brauche. Ob ich diesen zahlen kann falls es sein muss.

In diesem Bericht letzte Woche wurde deutlich, dass wir alle malocht haben können wir die Tiere 45 Jahre lang oder wie lange auch immer: Es bedeutet aber nicht, dass wir dann finanziell ausgesorgt haben und unseren Lebensabend genießen können.

Wenn hier Bescheide von der Rentenversicherung eintrudeln wie mein derzeitiger Stand ist, weiß ich nicht genau ob ich einen Lachkrampf oder Heulkrampf bekommen soll. Viele Jahre nur Teilzeit unterwegs gewesen wegen dem Kind, auch Zeiten der Arbeitslosigkeit erlebt, und da steht eine Summe auf dem Schreiben, da tränen Dir die Augen.

Unfassbar zu sehen, dass Menschen, die Zeit ihres Lebens gearbeitet haben oder Kinder großgezogen, Regenwasser auffangen um Wassergeld zu sparen, weil sie dieses als Klospülung nutzen. Das Ehepaar in dem Bericht, welches getrennt lebte weil die Frau in einem Heim untergebracht werden musste, hat die Realität gut gezeigt: Jahrzehnte lang gespart für ein paar schöne Jahre, und dann ist das Geld weg für die Betreuung/Versorgung. Inhaltlich richtig, dafür müssen wir im Fall der Fälle aufkommen, keine Frage. Für die schönen Dinge des Lebens ist dann aber kaum noch Geld da. Oder eben keines mehr.

Wir zahlen alle ein in die Rentenkasse, aber bei einem durchschnittlichem Gehalt ist es dennoch zu viel zum Sterben und zu wenig zum Leben.

Da hinterfragt man den Sinn hinter all dem. Den Sinn des Lebensabends. Man träumt davon als Rentner(in) Dinge nachholen oder erleben zu dürfen, die zu Zeiten der Jobs nicht möglich waren. Weil man dafür keine Zeit hatte. Dann hat man Zeit, aber kein Geld mehr dafür.

Wir, also mein Jahrgang plus/minus ein paar Jahre, sind ja beinahe noch gut bedient. Schaut mal unsere Kinder an: Die sind richtig am Arsch wenn wir die Prognosen verfolgen und alles so bleibt wie es ist.

Jahrzehnte gearbeitet, Familien gegründet, vielleicht auch auf vieles verzichtet, und man sitzt mit 67 Jahren bei der Arge oder sammelt Pfandflaschen.

Ein ständiges „Nein“ zu Kleinigkeiten wie einem Kaffee oder einem Stück Kuchen. Nein zu Urlaub, nein zu einem Leben über dem Existenzminimum. Da kann man verstehen wenn Rentner sagen, dass sie keine Kraft und Lust mehr haben. Es ist traurig und beschämend.

Ich sah vor langer Zeit einen Bericht, in dem ein herzkranker Rentner einen 450 Euro-Job annehmen musste als Fensterputzer. Es reichte vorne und hinten nicht. Das ist wohl generell die Tendenz: 450 Euro-Job im Rentenalter. Traurig, traurig.

Das war dann der schöne Lebensabend von dem alle sprechen und träumen? Das ist das Resultat von zig Jahren Arbeit?

Sicherlich können wir froh sein, dass wir überhaupt ein Rentensystem haben in diesem Land. Und viele wissen auch, dass die „Überalterung in den Industrieländern“ keine unwesentliche Rolle spielt bei dieser Entwicklung. Zu wenig Nachwuchs ist auch ein Punkt. Wie sollen Renten ausgezahlt werden, die nicht eingezahlt wurden? Das ist mir alles klar.

Eine Chance all das zu verhindern, sind bzw. wären anderweitige Absicherungen. Nur kann man das teilweise nicht bezahlen.

Mir persönlich wird Himmel, Angst und Bange vor dem Tag in 20 oder 25 Jahren oder wann auch immer, wenn ich denn dann Rentnerin bin vielleicht Regenwasser ins Klo kippe um Wassergeld zu sparen. Damit alles andere gedeckelt und bezahlt werden kann an Fixkosten. Oder ich Pfandflaschen sammelnd über Mülleimern hänge. Und Kundin bin bei der Arge. Noch auf 450 Euro-Basis irgendwo angestellt. Tolle Vision. Das macht Bock auf Rente.


Lehrjahre sind keine Herrenjahre. 

 

01.08., das ist immer der Stichtag für den Beginn der Lehren. Wenn denn die Mädels und Jungs das Glück hatten eine Ausbildungsstelle zu finden. Mein Kurzer durfte heute auch ins Berufsleben starten. Ich bin gespannt. Ausbildungsstätte am Wohnort, zu Fuß zu erreichen: So viel Glück muss man erst mal haben.

 

Dieses Glück hatte auch ich 1988. Ich wollte schon immer Arzthelferin werden. Das war mein Traum. Die Mädels bei Arztbesuchen zu beobachten war für mich die reinste Freude. Ich habe schon als kleines Mädchen einem nassen Waschlappen „Blut abgenommen“ mit einer leeren Spritze. Diese hat man mir manchmal geschenkt. Also die Spritzen jetzt, nicht die Waschlappen.

 

Medizin war immer mein Steckenpferd. Einzelhandel o. ä. hätte ich mir für mich nie vorstellen können. Ich war in Mathe eine totale Pfeiffe! Selbst bei meiner Entlassung aus der Schule waren meine selbst definierten Matheformeln noch Thema. Mancher Mathematiker hätte sich im Grabe umgedreht, wenn er denn meine Hausaufgaben gesehen hätte. Oder meine Mathearbeiten. Über eine 4 habe ich mich immer gefreut wie Bolle. Der Schnitt lag meist im 5-er Bereich. Das war einfach so, da regte sich auch keiner mehr drüber auf.

 

Früher sagte man: „Lehrjahre sind keine Herrenjahre.“

 

Jau, kann ich unterschreiben. Meine Mutter hat sich damals für mich ganz dolle ins Zeug gelegt, ihr habe ich meine Lehrstelle zu verdanken. In einer total angesagten Praxis am Platz, zwei Ärztinnen und ganz viele Arzthelferinnen.

 

Da begann auch die Zeit, in der man nicht nur Wissen erlang was den Job betraf, sondern man lernte auch fürs Leben. Ich jedenfalls.

 

Mit ganz langen Tagen hatte ich durchgehend Probleme. Das war immer der Montag. Ich als „Mittagsschlaf-Tusse“ war an diesen Tagen verraten und verkauft. 7.30 Uhr Arbeitsbeginn, meist 12 Stunden später Feierabend. Mittags gingen wir alle zusammen Mittagessen. Das war eine feine und leckere Sache. Nur schleppte ich mich ab 15 Uhr saumüde durch die Sprechstunde. Wenn es mal nicht so lief und man unkonzentriert war oder Fehler machte, kam „das Gespräch“. Sehr unangenehm. Damit musste ich erst umgehen lernen. Ich weiß nicht, wie oft ich in den 3 Jahren hinschmeißen wollte. Meine Mama war die, die mich zum durchhalten animierte. Zum Glück kann ich heute nur sagen. Ein tolles Gefühl nach 3 Jahren dann seine Ausbildung bestanden zu haben.

 

Haltet durch

 

Falls hier junge Menschen mitlesen, welche heute in ihre Berufe starteten: Das Leben ist kein Ponyhof. Ihr werdet ab heute anders strukturierte Tage erleben, keine Ferien mehr haben sondern weit weniger Urlaub, auf Kollegen und vielleicht auch Vorgesetzte treffen, mit denen ihr nicht so könnt. Euer Geschick auch im zwischenmenschlichen Bereich ist nun gefragt. Das müsst ihr lernen.  Vielen Infos schlagen über euren Köpfen zusammen. Ihr stellt eure Berufswahl vielleicht auch in Frage in den nächsten Wochen oder Monaten: Haltet durch! Ohne Ausbildung steht ihr auf dem Arbeitsmarkt ganz doof da. Oft erleben wir Dinge die hart sind und vielleicht auch weh tun, aber aus denen ihr etwas lernt. Das merkt ihr sicherlich nicht sofort, sondern erst viel später.

 

Ihr steht nun in der Arbeitswelt und werdet behandelt wie Erwachsene. Man traut euch Verantwortung zu. Die müsst ihr übernehmen. In den nächsten 2 oder 3 Jahren wird euch viel an theoretischen und praktischem Wissen übermitteln. Damit ihr später in der Arbeitswelt all das gelernt habt, um eure Jobs gut machen zu können. Dazu gehören auch Fleiß, Disziplin und Durchhaltevermögen. Man darf mittendrin mal heulen, alles verfluchen, sich überfordert fühlen. Das hat aber ein Ende irgendwann. Wenn ihr zu den Glücklichen gehört, welche einen Ausbildungsplatz gefunden haben, dann zieht das durch. Welche Note unter eurem Abschlusszeugnis steht, interessiert keinen Menschen. Es interessiert, wenn ihr eure Lehren erfolgreich abgeschlossen habt. Dann verdient ihr mehr Kohle, könnt euch fort- und weiterbilden, vielleicht auch Karriere machen. Oder euch nochmals für eine andere Sparte entscheiden, wenn es nicht eure Traumjobs waren. Das kommt in den besten Familien vor. Es ist heutzutage schwer ohne Ausbildung Arbeit zu bekommen. Da werdet ihr auch immer sicherlich schlechter bezahlt als gelernte Kräfte. Haltet euch das immer vor Augen.

 

Hier wird sicherlich auch oft ein tröstendes Wort nötig sein

 

Ich gehe mal davon aus, all das Geschriebene werde ich in den nächsten 3 Jahren auch hier bei uns zu Hause sagen müssen. Unterstützen, animieren, aufheitern, pushen.

 

Ich grüße jetzt mal die Kira und die Tabea, unsere Lehrlinge welche heute ins 2. Lehrjahr gehen. Was sich diese beiden schon an Wissen angeeignet haben, und wie diese beiden die Abteilungen unterstützen, ist schon fast ungewöhnlich. Für beide war es sicherlich nicht immer einfach, aber schon heute glänzen sie mit Kenntnissen, bei denen ich immer wieder staune. Diese zwei werden sicherlich mal spitzenmäßige Kauffrauen im Gesundheitswesen. Darauf darf sich jeder Arbeitgeber freuen.

 

An alle Azubis: Viel Glück und Erfolg ab heute. ^^


„Die 9. Äh nee, die 11. Huch, wo stehe ich denn nun?“

Wem kommt es bekannt vor? Wovon rede ich?

 

Genau, die Tankstelle.  Genauer gesagt spreche ich von der gemeingefährlichen Zapfsäulennummer.

 

Heute Morgen war es wieder so weit. Jetzt nicht ich, nein, der gute Mann vor mir und den drei anderen jungen Damen.

 

Ich weiß nicht was ihn so aus der Spur brachte, er meinte jedenfalls die lange Wartezeit mache ihn ganz wuschig. Der Mann vor ihm hat nämlich die Bild-Zeitung nicht gefunden. Es dauerte halt. Da war dann dem tankenden Mann seine Nummer entfallen. Die Zapfsäulennummer. Es war schon beinahe süß, wie aufgeregt er eine Nummer nach der nächsten vergeigte und seine Säule nicht fand bzw. vergessen hatte. Hihi 🙂

 

Mir gehts auch oft so, dass ich nach dem Tanken schnell einen Blick auf meine Zapfsäulennummer werfe, man mag ja nicht die vollgeballerte Tankfüllung einer fremden Person blechen falls man durcheinander kommt. Ich tanke übersichtlich, im Höchstfall für 20 Euro. Ich bin kaum 2 m weg Richtung Kasse, ist mir die Nummer entfallen und ich gehe wieder zurück. Schaue nochmals auf die Zapfsäulenummer und gehe dann Richtung Kasse.

 

Ich sag mir die Nummer auf dem Weg dahin:

 

„Die 7, Du hast die 7. Steffi, die 7. Siiiiiieeeebeeeennnnn.“

 

Dann darf mich aber auch keiner vollnasseln oder mein Handy rappeln. Oder etwas Konversation mit dem Personal, komme ich auch durcheinander und muss aus dem Fenster schauen wo meine Karre steht.

 

Komischerweise kann ich mir die Zapfsäulennummer schlecht merken, aber ich weiß immer, wirklich immer, für wie viel Kohle ich getankt habe. Bis auf den Cent genau. Das ist nicht schlecht. Weil ich dann an der Kasse sagen kann:

 

„Tach. 11,47 Euro.“

 

Heute Morgen wollte ich nur Brötchen holen, da hatte ich das Problem nicht. Sondern eher ein Zeitproblem. Durch den zeitungssuchenden Mann und den zapfsäulenvergessenden Mann. 

 

Die zwei netten Damen vor mir müssen das irgendwie geahnt haben und haben mich vorgelassen. Ob diese beiden ihre Zapfsäulennummer wussten oder Mohnschnecken kauften, habe ich leider nicht mehr mitbekommen.

 

Fragen über Fragen morgens um 6.10 Uhr an einer Tanke irgendwo in Südniedersachsen. ^^


„Sie haben einen Bauch wie im 4. Monat!“

Das war vor einigen Wochen die Aussage eines Mannes/Kollegen, der mir ein Stück Kuchen anbot und ich dankend ablehnte, weil ich schon eine Tüte Chips intus hatte. Morgens, im Büro, irgendwo in Hessen 😉

 

Er meinte es nicht böse, ganz im Gegenteil.

 

Meine Kollegin, welche neben mir sitzt, kam mal aus dem Urlaub wieder. Als ich die Tüte Chips aufriss antwortete sie: „Was habe ich dieses Geräusch vermisst.“ 😀

 

Diese Kollegin war es auch die mich fragte, ob ich im Winter rauhe Hände habe. Als ich verneinte antwortete sie: Ist ja auch schwer möglich, wenn man den ganzen Tag die Pfoten in der Chipstüte hat.“

 

Vielleicht erinnern sich einige an die Kolumne als ich erklärte, dass ich Essen kann was und wann und wie viel ich will, aber nicht zunehme. Dass es für mich anstrengend war mein Gewicht zu halten, da ich nach dem weglassen einer Mahlzeit sofort Gewicht verlor.

 

Die Zeiten sind nun vorbei.

 

Mein Stoffwechsel, der jede Kalorie sofort verbrannte 24 Stunden lang, muss jetzt wahrscheinlich aus Gründen der Überforderung seine Tätigkeit eingestellt haben. Die Schnauze voll hat mein Stoffwechsel könnte man meinen.

 

Im Bereich meines Bauches hat der Umfang arg zugenommen. Mir war das auch schon aufgefallen, aber ich schob das immer auf einen Blähbauch. Wie lustig. Ein Blähbauch setzt sich ja nicht in der Taille fest über Wochen.

 

Kurze Selbstreflexion und ich stellte fast, dass ich

a) ständig Esse, das ungesündeste Kram was es gibt und

b) ein totaler Bewegungslegastheniker geworden bin.

 

Morgens nur der kurze Weg ins Auto, sitzen im Auto, sitzen 9 Stunden im Büro, wieder sitzen im Auto, zu Hause dann sitzen in der Küche, später beim Schreiben auf dem Sofa. Danach liegen auf dem Sofa und kurz danach liegen im Bett. Abgesehen von kurzen Wegen zum Einkaufen oder der Hausarbeit.

 

Ich habe mir tagtäglich tütenweise Chips reingepfiffen, Schokolade, Kekse, Nudeln, Kartoffeln etc. Warmes Essen teilweise erst spät am Abend. Über Kalorien habe ich nie nachgedacht. Rülps.

 

Und plötzlich wächst eine kleine Wanne, und plötzlich nehmen das auch viele optisch wahr. Von Aussagen wie

„Hui, was denn da am Bauch los?“ bis zu „Junge, hast aber etwas zugelegt“ war alles dabei.

 

Als ich vor der Abfahrt nach Köln vor 2 Wochen merkte, dass meine Lieblingshose, welche ich im Studio tragen wollte nicht mehr zuging, und ich einen Bodycheck vor dem Spiegel ausführte, konnte ich dieser Entwicklung nichts entgegensetzen.

 

Nun werden viele denken: „Was jault sie denn jetzt rum? Sie ist doch recht schlank. Gibt echt schlimmeres. Blöde Kuh!“

 

Richtig. Wenn man allerdings 47 Jahre nie Probleme in diese Richtung hatte, denkt man nach. Z. B. darüber mal anders zu Essen.  Das mache ich jetzt auch. Und es fällt mir richtig schwer, weil ich immer gerne gegessen habe. Und viel. Zu jeder Tages- und Nachtzeit. Man hätte mir morgens um 7 Uhr eine Schweinshaxe mit Knödeln und Sauerkraut vorsetzen können: Ich hätte es weggeputzt ohne mit der Wimper zu zucken.

 

Also gibt es jetzt mehr Obst, abends überwiegend Salat, im Büro fettarmen Joghurt und Müsli, keine Chips und anderes Schnuckekram mehr. Gott, ich habe eine Schmacht auf all das Zeug, ich kann es nicht in Worte fassen. Und dauernd Kohldampf. Mein Magen hatte ein Fassungsvermögen wie ein Wäschekorb. Muss der liebe Magen nun mit kleinen, gesunden Sachen leben lernen. Wir tun uns da beide noch recht schwer.

 

Und mein“Couchpotatoe-Dasein“ sollte ich auch mal in den Griff bekommen. Ich bin so faul geworden, und so selten an der frischen Luft. Ständig in der Bude sitzen ist sicherlich nicht gesund. Da hilft es auch nicht, wenn man die Balkontür öffnet um Sauerstoff aufzunehmen. Oder nachts das Schlafzimmerfenster. Oder bei der Sitzung auf dem Klo/dem Duschen das Badezimmerfenster. Ich bescheisse mich gerne selbst, meine Königsdiszipin.

 

Da bin ich mal gespannt, wann ich meine Lieblingshose wieder zubekomme. Und ob mir der Herr vom Beginn der Kolumne nochmals ein Stück Kuchen anbietet, oder eine Karotte. Und wie lange ich am Chipsregal noch vorbei gehe im Discounter, OHNE schwach zu werden.

Schaun wir mal …^^


Foto © Steffi Werner
Foto © Steffi Werner

Zwei „Dorfpomeranzen“ bei Schöneberger, Gottschalk und Jauch

Uslar goes to Hürth

Am Dienstag um 7 Uhr geht es los Richtung Hürth: Meine Freundin Grit und ich fahren dann per Zug nach Köln. Wir sind Zuschauerkandidaten bei „Die 2: Gottschalk und Jauch gegen alle.“

Vor Lichtjahren hatte ich mich dort schon beworben, das war jetzt der 3. Versuch nach Köln zu rammeln. Bei der ersten Einladung ist mir mein Spielpartner abgehauen weil wir uns verkracht haben. Beim zweiten Versuch war der Spielpartner noch dabei, aber es war zeitlich nicht möglich.

Nun Versuch Nummer drei und alles ist geregelt und geklärt und in trockenen Tüchern. Sehr nette Emails und Telefonate mit der zuständigen Castingfirma, Bewerbungsvideos gingen um den Globus, Reisebüros wurden aufgesucht. Grit ist sogar mit Klamotten in einen Pool gesprungen für das Video.

Ich bin mehr als gespannt und freue mir echt ein Loch ins Knie das Studio, die Atmosphäre und das Treiben in Hürth mal erleben und sehen zu dürfen. Barbara Schöneberger, Thomas Gottschalk und Günther Jauch so nah zu kommen (keine Sorge, ich fasse die nicht an). 😉

Ich konnte noch das „Pinkelproblem“ im Vorfeld klären. Meine größte Sorge war, 8 Stunden nicht auf Klo gehen zu können. Alles gut, man konnte mich beruhigen. An dieser Stelle noch ein Dankeschön an meinen Kollegen Matthias, der meine Sorge ernst genommen hat und mit kuriosen Mitteln helfen wollte. Brüller! 😀

Die Garderobe ist noch nicht gewählt, so eine Fernsehkamera kann anscheinend nicht jedes Beinkleid und jede Bluse qualitativ hochwertig einfangen. Am Montag wird es in meinem Schlafzimmer aussehen wie bei Luis Trenker im Rucksack, weil ich bestimmt alles aus den Schränken reisse.

Und natürlich geben wir unser Bestes um uns zu qualifizieren für einen Spielrunde, das ist ja klar. So ein paar Euros mit nach Hause zu nehmen wäre schon cool.

Bei den Vorbereitungen war ich echt überfordert weil ich nie verreise. Die Suche nach der besten und günstigsten Bahnverbindung und einem „gelbeutelverträglichen“ Hotel haben mich absolut überfordert. Da haben uns aber die Astrid L. und das Team von „Urlaubsreif“ ein Schnapperangebot rausgesucht. Hätte ich das versucht zu klären, wären wir überall angekommen, nur nicht in Köln.

Nun müssen wir nur noch unsere sommerliche Garderobe rauskramen, am Dienstag nicht verschlafen, pünktlich in Hürth sein, in die richtigen Anschlußzüge steigen und alles geben, um evtl. Herrn Gottschalk und Herrn Jauch herauszufordern. Gewinnen werden wir auf jeden Fall Eindrücke, den Blick hinter die Kulissen und eine Story, die wir noch unseren Enkelkindern erzählen: „Weißte was? Oma war mal in Hürth bei Schöneberger, Gottschalk und Jauch.“ ^^


Warum sind die Helden von heute morgen schon wieder vergessen?

Nachdem letzte Woche die tragische Meldung des Brandes in London mit weit über 50 Todesopfern und noch viel mehr Verletzten in den Medien bekannt wurde, waren viele erschüttert über dieses furchtbare Szenario. 

 

Es dauerte auch nicht lange bis die ersten Bilder der Feuerwehrleute die Runde machten, welche erschöpft vom stundenlangen Kampf gegen die Flammen zu sehen waren. Welche mit Szenarien konfrontiert wurden, die wir uns nicht im entferntesten vorstellen können. Und man fragt sich: „Wie haben sie es physisch und psychisch über Stunden geschafft, all ihr Wissen und ihre Kraft in diesem grausamen Einsatz zu leisten?“

 

Männer und Frauen werden als „Heros“ gefeiert

Zu recht werden die Frauen und Männer heute und sicherlich auch in den nächsten Tagen noch als „Heros“, als „Helden“ gefeiert.

 

In den sozialen Netzwerken gehen diesbezüglich schon seit Tagen Fotos über den Äther, welche auf die Tragödie aufmerksam machen sollen, welche Dank übermitteln, welche unser Augenmerk auf die Arbeit der Feuerwehr (und auch alle anderen Hilfsorganisationen) richten.

 

Wer die Videoaufnahmen sah als die Kameraden wieder einrückten, und Menschen applaudierend am Straßenrand standen in London, der wird sicherlich eine Gänsehaut verspürt haben: Das war eine Geste, die mehr Respekt und Anerkennung nicht vermitteln konnte.

 

Warum sind die Helden von heute morgen schon wieder vergessen?

Für mich persönlich ist Respekt all diesen Menschen gegenüber tagtäglich an der Tagesordnung. Weil alle tagtäglich einen tollen Job machen. Seien es die hauptamtlichen Kräfte, seinen es die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer.

Nun sind einige Fragen gestattet: Wie kommt es, dass die Heldinnen/Helden von heute vielleicht nächste Woche schon wieder in Vergessenheit geraten sind?

 

Wie kommt es, dass vielleicht einige der Menschen, die heute ein Bild der erschöpften Frauen und Männer in London teilten oder noch teilen werden, in 10 Tagen vielleicht nicht mehr daran interessiert sind eine Rettungsgasse zu bilden?

Wie kommt es, dass die, die jetzt für eine Leistung gefeiert werden, in 14 Tagen vielleicht angepöbelt, angegriffen oder gar verletzt werden?

 

Wie kommt es, dass man sich vielleicht lobend über die Arbeit in London äußert, aber an einer Unfallstelle Bilder und Videos von schwerverletzten Menschen aufnimmt und verschickt/teilt? Bergungs- und Rettungsarbeiten behindert?

Wie kommt es, dass die Arbeit, gerade der ehrenamtlichen Hilfskräfte, schon beinahe als Selbstverständlichkeit angesehen wird?

 

Und wie kommt es, dass die Reihen im Ehrenamt des Rettungsdienstes, der Feuerwehr und all den anderen Organisationen immer lichter werden?

 

Wer erinnert uns an die, die oft keine Feiertage haben?

Wir feiern heute die Helfer(innen) von London, wir feierten in der Vergangenheit die Helfer(innen) aus der Nachbarschaft, vielleicht feiern wir nächsten Monat die Helfer(innen) mit einem ganz anderen Hintergrund aus einem ganz anderen Land.

Zwischen all diesen Tragödien gibt es die kleinen Geschichten, die kleinen Einsätze, die kleinen Heldentaten. Und das nicht selten, und das nicht wenig vor unser eigenen Tür.

 

Wir erinnern uns an Feiertagen, an langen Wochenende an die, die keinen Feiertag haben, weil sie arbeiten müssen, gerade im Sicherheits- und Gesundheitsbereich. Auch die Feuerwehren betreffend.

 

Dann sagen wir leise und artig „Danke“, unsere Medien erinnern uns ja daran. „Daumen hoch“, „liken“ und all das Kram, man kennt es zu Genüge.

 

„Daumen hoch“ ist wichtig, aber nicht ausschlaggebend. Ausschlaggebend ist, dass wir mal raffen, welchen Luxus an Hilfestellung wir hier genießen.

 

Auch die Leistung, die jeden Tag geleistet wird, muss honoriert werden.

Anstatt dankbar zu sein, wie schnell Hilfe vor Ort ist nach der Alarmierung, regen wir uns nicht selten auf über ein zu grelles Blaulicht bei Nacht und ein zu lautes Martinshorn. Und über „Wichtigtuer“, die alles so unendlich dramatisieren. Dass sich diese „Wichtigtuer“ in ihrer Freizeit, an Wochenenden weiter- und ausbilden lassen, um einen bestmöglichen Job machen zu können, darüber denken die wenigsten nach.

 

Respekt vor all diesen Jobs ist immer dann aktuell, wenn eine verheerende Katastrophe die Runde macht. Respekt ist aber leider nicht immer an der Tagesordnung. Sicherlich ist es angemessen, die Leistung in London zu honorieren, egal auf welchem Weg. Weil sie grandios war.

 

Aber nicht weniger wichtig wäre sich vor Augen zu führen, dass diese Leistung unmittelbar neben uns jeden Tag geleistet wird. Wenn auch im kleineren Rahmen. Von der Dramatik her aber für Betroffene nicht minder furchtbar. Schicksal ist Schicksal.

 

Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass Männer und Frauen für uns ausrücken.

Dass wir all diese Hilfsorganisationen unterstützen, könnte durch passive Mitgliedschaften, vielleicht auch durch aktive Teilnahme, aber immer mit Hochachtung derer gegenüber, die 24 Stunden 7 Tage die Woche 365 Tage im Jahr unserer Sicherheit dienen, erreicht werden.

 

Nicht nur Bilder teilen und sein Entsetzen ausdrücken: Mal darüber nachdenken wie gut versorgt und abgesichert wir hier sind durch unsere Feuerwehren, die Rettungsdienste und alle anderen Hilfskräfte.

 

Und nein, ich möchte keinesfalls die Leistung der Londoner Feuerwehr schmälern, weiß Gott nicht! Ich möchte nur, dass man sich bewusst wird, dass es keine Selbstverständlichkeit ist wenn Frauen und Männer (auch in ihrer Freizeit) ihre Straßen- Dienstkleidung gegen Einsatzkleidung tauschen wenn der Melder geht. Oder die Sirene. Für jeden von uns. Tag und Nacht. Bei Wind und Winter. An Wochen- und an Feiertagen. Egal wo.

Ohne Spülmaschine ist alles doof!

Ein Leben ohne Spülmaschine ist möglich – aber irgendwie echt kacke!

Seit unserem Umzug vor ein paar Jahren in diese Wohnung hier haben wir keine Spülmaschine mehr. Weil ich meine alte Küche verkauft hatte. In unserer jetzigen Wohnung war eine Küche, aber halt ohne Spülmaschine. Was soll ich sagen? `Ne Katastrophe ist das!

Es geht schon damit los, dass das dreckige Geschirr in der Küche platziert ist. Bei uns in einer lilafarbenen Wanne. Da steht es rum und wartet auf Reinigung.

In einer Spülmaschine kann man alles verstauen, das siehst Du nicht und die anderen auch nicht.

Die lilafarbene Wanne ist präsent. Die siehst Du und die anderen auch.

Eine Bekannte von mir wirft immer ein Handtuch über ihr Geschirr in der Küche. Hab ich noch nicht ausprobiert. Sieht nicht so wild aus, aber das dreckige Geschirr verschwindet leider auf diesem Wege nicht.

Da ich zu geizig bin um für 3 Tassen, 3 Teller und Besteck Wasser einlaufen zu lassen, warte ich halt ab. Wir haben hier nämlich Durchlauferhitzer. Sauteuer ist das heiße Wasser. In meinem Wohnblock benutzen viele einen Wascherkocher um das Abwaschwasser auf Temperatur zu bringen. Ich auch!

Spätestens nach einem Tag ist so eine Wanne voll wenn man kocht.

3 Pötte sind fast immer im Gebrauch, nicht selten noch eine Pfanne. Diverse Hilfsmittel wie Pfannenwender, Schneebesen und Messbecher kommen dazu. Schneidbrett und das Kram nicht zu vergessen. Und schwupps: Lila Wanne voll bis zum abwinken. Mir graut es schon, wenn ich das nur sehe. Weil wir gerne Gebratenes essen, weiche ich das Zeug schon ein. Selbst mit Stahlwolle schrubbt man dann noch wie doof.

Ganz schlimm ist Spinat: Essen wir gerne, aber diese Sauerei hinterher. Wenn Du das nicht gleich alles abspülst, haftet das Zeug wie Bolle. Und fällt Dir versehentlich ein „spinatlastiger“ Teller ins Becken, kannst Du alles nochmal abwaschen/abspülen. Sitzt in der kleinsten Fuge der grüne Energielieferant.

Wie schnell sich Geschirr so ansammelt ist schon faszinierend. Kaum hat man es abgewaschen, sammelt sich die nächste Ladung. Hier kommt es selten vor, dass die lila Wanne einen halben Tag frei ist.

Ist die lila Wanne frei, ist die zartrosafarbene Abtropfvorrichtung bis zum Anschlag überladen. Dieses Gestapel geht mir immer auf die Nerven. Mit dem Ellenbogen gegen den Pott gekommen und nicht selten haut es dann den ganzen Stapel um. Hier mussten schon viele Teller ihr Leben lassen auf diesem Wege.

Wenn ich mal groß und reich bin, kommt hier eine Spülmaschine ins Haus. Oder ein Mann, der abwaschen und abtrocknen liebt. Das wäre `ne echte Alternative. ^^


Warum ich meine Uniform an den Nagel hing
Ich kann nicht mal genau sagen, wie lange ich ehrenamtlich als Sanitätshelferin aktiv war. Recht spät gestartet, mit fast 40 Jahren erst, müssen es 8 oder 9 Jahre gewesen sein.


Ich fand es immer faszinierend zu sehen, wie all die Einheiten aus Feuerwehr oder Rettungsdienst und anderen Hilfsorganisationen funktionieren. Mit welchem Herzblut gerade die Ehrenamtlichen ihren Job machen. Da mich all die Dinge aus dem medizinischen Bereich total faszinierten und es auch heute noch tun, war der Schritt ins Ehrenamt ein richtiger Schritt.


Ich durfte tolle Kurse besuchen, wurde exzellent ausgebildet, habe interessante Leute kennengelernt und war Teil von spitzenmäßigen Truppen. Ich durfte hinter die Kulissen schauen, habe im zwischenmenschlichen Bereich Erfahrungen machen müssen und dürfen, die mich nicht selten geprägt haben.


Und trotzdem kam der Punkt an dem ich mir eingestehen musste, dass es Zeit ist damit aufzuhören.
Das war der Zeitpunkt, an dem ich jedes Martinshorn und jedes Blaulicht als absolute Gefahr wahr genommen habe.
An dem mir all das Angst machte.
Mich ließen die Geschichten nicht mehr los. Sie verfolgten mich Stunden oder Tage oder Wochen.


„Hätte man das verhindern können?“


„Wie kam es zu dem Unglück?“


„Wie geht es den Betroffenen und den Angehörigen heute?“


Tausende Fragen, die unaufhörlich in meinem Kopf umher geisterten.


Ich war nicht mehr professionell genug. Das muss man in diesem Job aber sein.
Vielleicht kennt es der ein oder andere auch:
Anrufe mit der Frage „sind Sie die Tochter von“ oder „sind Sie die Mutter von“, und es zieht einem den Boden unter den Füßen weg wenn sich ein Krankenhaus oder Rettungsdienst meldet. Grausame Momente, die man nicht vergisst.
Ebenso lässt es einen nicht kalt, wenn Nachbarn durch einen Brand ihre komplette Existenz verlieren.
Wenn andere Nachbarn vom Unfalltod ihrer Tochter informiert werden.


Wenn eine noch recht junge Mama und Ehefrau von jetzt auf gleich aus dem Leben gerissen wird. Ohne Vorwarnung.
Ich konnte all das nicht mehr wechseln, nicht mehr verarbeiten, nicht mehr mit Abstand betrachten.
Jeder Anruf, ob ich diesen oder jenen Dienst mit machen kann oder ausrücken im Notfall, ließ mich unwohl fühlen.
Totale Panik vor all dem Schicksal, vor all dem Leid, vor all der Dramatik.


Und irgendwann die Angst nicht richtig zu reagieren, nicht richtig zu handeln.
Panik ist aber ein no go als Teil der Rettungskette.


Ich denke, dass ein wichtiges Kriterium auch die Tatsache ist, dass ich seit vielen Jahren einen Bürojob mache, und nicht mehr in einer Arztpraxis arbeite. Denn dort war ich immer an der Quelle. Gewisse Handgriffe tat man Tag für Tag. Neuerungen im Bereich von z. B. Medikamenten und Diagnostik bekam man total aktuell mit. Fragen bezüglich der Medizin konnte man der Chefin oder dem Chef sofort stellen, und diese wurden auch sofort beantwortet. All das gab mir damals wirklich mehr Sicherheit im Ehrenamt.


Tag X Ende des letztes Jahres war der Zeitpunkt, an dem ich meine Uniform an die Garderobe hing, mein Ehrenamt niederlegte und mich von all dem differenzierte. Danach fühlte ich mich echt etwas befreit. Aber auch etwas wehmütig.
Ich mache mir noch heute in die Hosen, wenn ich ein Martinshorn höre oder das Blaulicht sehe. Weil ich darüber nachdenke, welches Schicksal jetzt gerade Menschen ereilt. Weil ich Angst habe, dass sich jemand in Gefahr befindet, die oder der mir Nahe steht. Das ist weiß Gott keine gute Voraussetzung für den Job „Ehrenamt“.


Es war eine überwiegend tolle Zeit. Niemals möchte ich diese Erfahrung missen. Und die Menschen, die ich dadurch kennenlernte. Genau wie die Momente, die ich sonst nicht erlebt hätte wenn ich an gewisse Dienste oder Begebenheiten denke.


Bleibt zu hoffen, dass sich noch viele junge Menschen finden die in ihrer Tätigkeit bei der Feuerwehr, dem Rettungsdienst und all den anderen Organisationen aufgehen. Die genau richtig sind für diesen Job. Die das „Hobby Ehrenamt“ ausfüllt und die Jahrzehnte ihrer Sache treu bleiben. Weil sie es einfach drauf haben und sich dazu berufen fühlen.

Weil wir euch brauchen!


Rückrufaktionen: Wird das immer mehr?
Mir ist in den letzten Wochen/Monaten bei Facebook extrem aufgefallen, dass anscheinend immer mehr Produkte aus dem Handel zurückgepfiffen werden, bzw. wir Verbraucher davor gewarnt.
„Hustensaft kann Glassplitter enthalten“,
„Metallteilchen im Pudding“
„falsches Verbrauchsdatum auf Räucherfisch“
 „Salmonellen auf Eiern“
 „Glassplitter auf Wiener Würstchen“.
Bei Elektrogeräten, Möbeln etc. wird auch oft gewarnt:
„Hohe Speichenbruchrate bei Fahrrädern“
„Explosionsgefahr bei Gasherden“
„Verletzungsgefahr bei Möbeln“
„zu viele Giftstoffe in Damen-Strings“
„kindersichere Steckdosen ohne Kindersicherung“
„Kinder-Modelliermasse mit Rückständen an Lösungsmitteln“
„sich lösende Kleinteile an Kinderspielzeug“, und, und, und.
Gut ist für den Verbraucher immer wenn nichts passiert ist, obwohl man die Artikel im Haushalt hat. Und sie zurückgeben kann mit Erstattung des Kaufpreises. Schlecht hingegen ist, wenn etwas passierte.
Ich habe mich gefragt ob das früher nicht so an die große Glocke gehangen wurde, oder einfach anders produziert/kontrolliert?
Versagt da der Mensch oder die Maschinen?
Oft wird durch die Netzwerke bzw. Medien auf verseuchte Hygieneartikel, bakterienbelastete Lebensmittel oder nicht sicheres Spielzeug hingewiesen. Laut Wikipedia lesen das aber nur unter 20% der Verbraucher. Das Rest hat dann Pech gehabt und kann nur hoffen, dass eben nichts passiert.
Dass solche Aktionen für die Marke, das Unternehmen, das Produkt natürlich negative Konsequenzen haben, kann sich jeder denken.
Und es ist gut, dass es eine gesetzliche Pflicht gibt darauf hinzuweisen bzw. den Kunden zu warnen wenn etwas in die Hose ging.
Ist das nur mir aufgefallen oder geht es euch/ihnen auch so?


Du hast `nen zuckersüßen Po!

Ihr denkt bestimmt jetzt kommt eine Singlebörsen-Anekdote, oder? Nee, eben nicht.

Es geht um das Einhorn-Klopapier mit dem Zuckerwatteduft. Oder Zauberduft. Man kann ja wählen welcher Duft das Hinterteil in Szene setzen soll.

Der Hype um das Einhorn hält schon ziemlich lange an. Immer wieder erscheinen neue Lebensmittel, Getränke und andere Artikel, die sich an das Einhorn anlehnen. Ich für meinen Teil bin da nicht von infiziert. Weil ich keinen Bezug dazu habe.

Einhörner haben etwas romantisches an sich, etwas zauberhaftes, auch unschuldiges. Das ist nicht so meine Baustelle.

Aber jedem das seine, woll?

Ich habe mal nachgeschaut was das so kostet, wer es alles schon ausprobierte von den großen Medienseiten, und, und, und.

Preis geht ja noch. 1,95 Euro für 8 Rollen ist auch so meine Preisklasse. 3 -lagig ist sehr gut. Weil 2-lagig ist zu dünn, 4 -lagig ist zu dick. Bunte Bilder sind auf dem Papier. Einhörner und Regenbogen und Sternchen. Schade, dass der Ar… keine Augen hat, die Freude wäre ja gigantisch. Auch schade, dass er keine Nase hat, weil riechen kann es ja keiner großartig. Nur der Konsument beim abreißen und falten seiner Blätter. Eine Nase voll genommen und ab gehts in die untere Etage *rubbel-rubbel*

Schon bemerkenswert, wie sich so etwas zum Kassenschlager entwickelt.

Bei ebay kann man das auch alles ersteigern. Die Einhorn-Schokolade und die Einhorn-Küchenrolle. Das Einhorn-Duschgel und die Einhorn-Servietten. Dieser Hype ebbt einfach nicht ab. Das lässt den Schluss zu, dass sich viele haben anstecken lassen von dieser Modeerscheinung. Oder eben eingefleischte Einhorn-Fans sind.

Ich musste gestern daran denken, dass man mir nach Nutzung dieses Zuckerwatte-Klopapiers sagen könnte:

„Dir hat man auch Zucker in den Po geblasen.“

Das wäre dann nicht mal gelogen. Zumindest nur halb.

Es müsste heißen „Zucker um den Po geschmiert.“

Frohes feudeln im Bad des Vertrauens. ^^


Magnetstreifen unten rechts!

Na, hat schon jemand eine Ahnung um was es geht?

 

Genau, die gemeingefährliche Bankkarte. Die, je nachdem wo man mit ihr zahlen möchte, ständig eine andere „Einschubrichtung“ in den Apparatismus hat.

Ich zahle generell lieber mit Bargeld, das verführt nicht so. Wenn Geld alle, dann Geld alle. Ist nix mit mal eben noch dieses und jenes und welches. Ich persönlich habe mich da schlecht im Griff.

 

 

Argument Nummer zwei für das zahlen mit Bargeld: Ich muss der Verkäuferin den 10 Euro-Schein nicht in einer bestimmten Richtung geben, die nimmt den auch zur Not zusammen geprümmelt.

 

Wenn ich mit Karte zahlen muss, läuft mir schon der Schweiß am Arsch runter weil ich genau weiß, dass ich wieder die falsche „Einschubrichtung“ auswähle. Wenn es so wäre, dass all diese Apparate die Karte dann nehmen wenn der Magnetstreifen unten rechts wäre, dann wäre ja alles gut. Aber anscheinend langweilig. Zu einfach.

 

Da wo ich mit Karte gezahlt habe bislang, versuche ich mir das immer zu merken. Klappt aber nicht. Also stehe ich da, stecke sie falsch rein, die Karte wird nicht gelesen, das Personal schaltet sich ein und versucht zu helfen. Vor lauter Aufregung schiebe ich dann gerne die Karte zu schnell wieder rein oder ich ziehe sie zu früh wieder raus. Das wird auf dem Display alles gemeldet. Gerne gebe ich dem Personal dann die Karte, und die übernehmen den Vorgang für mich. Geht eben für alle schneller. Hält den Verkehr nicht so auf. Und wirft nicht das Licht auf mich, dass ich zu dämlich bin eine Bankkarte in einen Apparatismus zu stecken.

 

Ich fühle mich dann manchmal wie ein Kindergartenkind:

 

Na? Sollen wir das für die kleine Steffi mal machen? Ist doch nicht schlimm! Nicht weinen jetzt.“

 

Was wäre denn so schwierig daran, dass man sich auf eine gemeinsame „Einschubrichtung“ einigt? Es ist doch auch für die Angestellten total nervig, wenn sie 135x in Ihrer Schicht sagen müssen:

 

Magnetstreifen unten rechts.“ Oder „Magnetstreifen unten links.“

Oder „Ach, ich kenne Sie. Geben Sie die Karte mal her, ich mache das gerne für Sie.“ ^^


Schmink es Dir ab!
Unsere Stars und Sternchen am Showhimmel zeigen sich immer mal wieder ungeschminkt. So wie Gott sie schuf. Ihr kennt diese Bilder sicherlich auch, die werden ja dann in den sozialen Netzwerken gestreut.
Bei einigen denke ich: „Jau, geht.“
Bei anderen denke ich: „Ach Herrje! Du liebe Güte!“
Es ist unglaublich, was mit der Hilfe von all den Cremes und Gedöns möglich ist. Was man aus einem Gesicht herausholen kann.
Ich schaue ab und an Schmink-Tutorials. Abgesehen davon, dass ich gar nicht wüsste wie all das Zeug heißt was die sich stellenweise ins Gesicht klatschen, würde ich das aufgrund meiner nicht sonderlich guten Feinmotorik auch nicht annähernd hinbekommen. Merkwürdige Betonungen von Wangen oder Nasen oder der Stirn mit noch merkwürdigeren Hilfsmitteln. Die werden dann aber wieder mit einer Creme oder einem Puder verwischt. Dann kommt da noch was drüber und wieder was drauf, und am Ende sehen die Damen alle aus wie aus dem Ei gepellt. Juchu!
Ich selber würde für mich unglaublich gerne wissen wie ich aussehen würde, wäre ein Fachmann stundenlang mit meiner Flappe beschäftigt.
Mein Schminkvorgang besteht aus etwas flüssigem Make-up, Puder und Rouge. Und Abdeckstift, ganz wichtig. Irgend ein Pickel verirrt sich immer in meine Visage.  Bums, dann ist aber auch aus die Maus. Wenn es auf eine Feierlichkeit geht, gerne auch etwas Lidschatten, Wimperntusche und Lippenstift. Aber nur dezent, ich fühle mich sonst so verkleidet. Wimperntusche hält bei mir keine 5 Minuten. Während andere unglaublich toll betonte Augen haben, sehe ich aus wie ein Pandabär auf Crack.
Der Trend geht aber anscheinend in die Richtung: Weg von der Normalität, rein ins Reich der Trickkiste.
Ich weigere mich da mitzumachen.
Zum einen möchte ich nicht angewiesen sein auf z. B. alle paar Wochen Nägel machen und Augenbrauen zupfen und Fußpflege etc. Stundenlanges zurecht machen im Bad. Termine bei Kosmetikerinnen. Gesichtsmasken, Fußpeeling, Anti-Cellulitekuren, diverse Ampullen gegen Falten. Das ist ja auch nicht umsonst, dieses Kriterium kommt noch erschwerend hinzu.
Zum anderen sehe ich aus, wie ich aussehe. Punkt.
Ich würde es total peinlich finden, wenn ich nach stundenlanger akribischer Arbeit vor dem Alibert-Spiegelschrank aussehe wie eine Diva. Und mich dann jemand am nächsten Morgen mit wirrem Haupthaar und aknegeschädigtem Gesicht volles Brett in Natura sieht. Ein Dreibein z. B., welches sich in mich verliebt hat. Mit Diven-Maske!
Diesen Trend finde ich beängstigend: Pimpen und tricksen bis zur beinahen Unkenntlichkeit.
Ich hätte kein Problem damit, wenn eine Moderatorin ungeschminkt oder dezent geschminkt in einem Nachrichtenmagazin zu sehen ist.
Oder ein Modell mit einer Rötung auf der Wange über den Laufsteg flaniert.
Aber: Ist heutzutage anscheinend nicht möglich. Das gehört nicht in die Welt der VIPs. Und anscheinend auch nicht mehr zum guten Ton unter uns „Normalos“.
Und warum? Weil man aussieht wie man aussieht? Na vielen Dank auch. Aber bitte nicht mit mir.


Hey Du! Was ist mit Dir los?

Seit Wochen schon bemerke ich, dass sich unser Miteinander verändert hat. So wirklich füreinander da sind wir nicht mehr, wir finden auch nicht mehr zueinander.

Als Du mir über den Weg gelaufen bist und an meiner Seite warst, fühlte sich das richtig und gut an. Nicht mehr suchen müssen, keinen Gedanken mehr daran verschwenden: Du warst hier bei mir angekommen und willkommen.

Du hast mich informiert über alles was mich interessierte, auch einiges was mich nicht so sonderlich juckte. Du warst oft mein Sprachrohr in vielen Bereiche.

Du warst immer an meiner Seite. So oft, dass andere mich schon darauf ansprachen:Du kannst wohl nicht mehr ohne, was? Schlimm ist es.“

Wir beide – Du und ich – ein Team – für immer. Dachte ich jedenfalls. Hoffte ich inständig.

Und jetzt ist alles anders.

Ich habe den Eindruck, Du magst nicht mehr mit mit kommunizieren. Du wirkst schlapp, als sei Dein Akku dauernd alle. Alle Versuche meinerseits Dir zu helfen kommen nicht an, laufen ins Leere.

Du informierst mich nicht mehr, wenn mich jemand telefonisch erreichen wollte. Du informierst mich nicht mehr, wenn man mich auf anderem Wege erreichen will und muss.

Es fühlt sich an, als würdest Du mich von der Außenwelt abschneiden wollen.

Heute morgen hat es mich arg getroffen und verletzt, als Du mich nicht geweckt hast. Das hast Du in den letzten Monaten sonst immer getan. Du warst heute still, sehr still. Als wir das Schlafzimmer gemeinsam verließen, kam von Dir kein Ton. Du wirktest wie tot. Das tat mir echt weh.

In der Küche dann bemerkte ich, dass Dein Akku nicht nur alle ist, sondern dass Du wie leblos wirkst. Keine Regung. Stille. Alles dunkel an Dir und zwischen uns.

Dass Du überfordert warst, habe ich oft bemerkt. Ich bin aber auch nur eine Frau. Wusste oft nicht was Du brauchst. Wie ich Dir helfen kann und muss. Selbst Freunde, die Dich akribisch unter die Lupe genommen haben, konnten Dir und mir nicht helfen.

So stehe ich wieder da, alleine.

Mache mich wieder auf die Suche.

Muss einsehen, dass wir beide keine Zukunft mehr haben.

Schluss – Aus – Vorbei.

Ich hoffe Du behälst alles für Dich, was Du jemals gesehen, gelesen, übermittelt und abgelichtet hast.

Und drehst mir in den letzten Tagen unserer gemeinsamen Zeit keinen Strick aus der ein oder anderen Begebenheit.

Danke für die meist schöne Zeit mit Dir, ich suche jetzt einfach weiter.

Danke, liebes Smartphone.

Weiß jemand von euch, wo es diese Woche welche im Angebot gibt? ^^


Immer alles schön steril, hygienisch rein und antibakteriell

Sicherlich hat die/der ein oder andere von euch gestern auch „Schrowanges Birgit“ geschaut. Der Test mit den Einmalhandtüchern und diesem neumodernen „Handtrockenblas-Automaten“. Wo man die Griffel reinsteckt und der römert die in Nullkommanix trocken. Mit 690 km/h schnellen Luftströmen pustet der alles trocken was man da rein hängt. Sicherlich vielen schon begegnet in Bars, Kneipen, auf dem Klo von der Raststätte. Das Nonplusultra, total hygienisch.

Denkste! Denn nach diversen Abklatschproben und sonstigen Untersuchungen mit mir unbekannten Messgeräten, haben die Einmalhandtücher besser abgeschnitten. Hätte ich so auch nicht geglaubt, war aber nach näheren Erklärungen logisch.

Nun bin ich aber kein Wissenschaftler, nur eine Frau mittleren Alters die auf dem Dorf groß geworden ist.

Die links einen Bauer als Nachbarn hatte und rechts einen Bauer als Nachbarn hatte und noch heute eine Nase voll nimmt, wenn Bauer links und rechts die Gülle aufs Feld fahren.

Die als Kind mehr Dreck unter den Fingernägeln hatte als Bauer rechts und links zusammen in ihren Treckerreifen-Profilen.

Die durch Kuh- und Schweineställe lief, in Pferdeäpfel trat, und sicherlich Schafskacke hier dann im Haar hängen hatte.

Die damit groß wurde, dass 1x in der Woche gebadet wurde. Das Badewasser teilend mit noch vier Personen. Das kam ja noch erschwerend hinzu.

Die noch Kernseife kennt und die schlüpfrigen Seifenstücke, die einem beim Baden ewig aus der Hand rutschten und die man stundenlang im Badewasser suchte. Bis sie sich entweder aufgelöst hatten oder der Herr des Hauses darauf ausrutschte.

Die groß wurde ohne Desinfektionsmittel in der Bude, und ohne antibakterielle Spül- und Waschmittel.

Gerade wenn man die Werbung so verfolgt, die Palette der Artikel für den normalen Gebrauch die uns vor der Infektionen mit diversen Bakterien, Keimen, Viren und all dem Zeug schützen sollen, kann ich oftmals nur mit dem Kopf schütteln.

Ein Seifenspender der per Touch funktioniert, damit ich mich beim berühren nicht mit irgendwelchen furchtbaren Bazillen anstecke.

Ein feuchtes Einmal-Putztuch mit dem ich über die Arbeitsplatte feudele nach dem kleinschneiden von Fleisch und allem anderen, damit wieder alles hygienisch rein ist.

Ein Zusatzmittel für die Waschmaschine, damit Shirts und Unterhosen keimfrei wieder aus der Trommel kommen.

Was für ein Schwachsinn, sorry.

Ich habe so etwas noch nie gekauft, und werde es auch nie kaufen.

Ich habe eine wilde Kindheit überlebt, in der mein Mundinnenraum, mein Zäpfchen, mein Magen und sicherlich auch mein Darm Dinge gesehen und verarbeitet haben, die mich weder krank machten noch einer Gefahr aussetzten.

Jeder wäscht sich doch die Hände mehrmals am Tag. Und gerade die Leute in medizinischen Berufen benutzen Desinfektionsmittel, wenn sie denn in Kontakt mit ansteckenden oder gesundheitsgefährdenden Stoffen kommen. Und um Menschen mit schwachem Immunsystem keiner Gefahr auszusetzen.

Das reicht doch dann auch. Oder nicht?

Und wisst ihr, warum ich meine Hände auch weiterhin von diesen 690 km/h Teilen trocknen lasse so ab und an?

Weil es total blöd und witzig aussieht, wenn die Haut da so schrumpelig rumflattert. ^^


Morgen sitze ich wieder fluchend mit einem Kuli im Auto
„Morgen ist der Tag der Tage: „Sie“ kommt wieder, keine Frage.“
Die Sommerzeit is coming to town. Darauf habe ich persönlich hin gefiebert. Wir haben hier bei uns zu Hause schon durchdiskutiert ob vor oder zurück, wann wir das machen, wo alle Uhren hängen etc. Und wer bei der Umstellung auf Winterzeit das Glas aus der Küchenuhr gehämmert hat. Tztztz, war natürlich wieder keiner, ja, ja.
In diesen Tagen wird/wurde allerdings auch viel darüber öffentlich diskutiert, ob wir diese Zeitumstellung 2x im Jahr noch brauchen und auch möchten. Das Argument mit dem Energiesparen ist ja nicht mehr so up to date. Kritische Stimmen werden immer lauter, dass es vielen Menschen schadet, weil sich einige mit der Umstellung schwer tun rein körperlich gesehen. Jetlag im März quasi. Das soll sogar bis zu Verdauungsproblemen führen. Also ich kenne niemanden, der vermehrt pupsen muss nach der Umstellung. Aber gut, ich kenne auch nicht jeden.
Energiesparen, das Argument der Argumente: In Zeiten, in denen ich geschälte Apfelsinen kaufen kann in Plastik eingeschweißt, in denen es hip ist, „Coffee to go“ ins sich zu schütten und alles mit den Einmalbechern voll zu müllen, in denen es angesagt ist Kaffee aus Kapseln zu trinken und diese kleinen, aus Kunststoff und auch Aluminium bestehende Kapseln zusätzlich im Müll landen, leuchtet mir das Argument mittlerweile nicht mehr ein (ich weiß, das Argument wirkt wie an den Haaren herbeigezogen).
Eben konnte ich den Ratschlag lesen, dass Leute die mit der Umstellung zu kämpfen haben in den nächsten Tagen, etwas eher aufstehen sollen, raus an die Luft in die Sonne vor Arbeitsbeginn. Okay, stehe ich um 4.15 Uhr auf und spaziere hier den Berg rauf und runter. Nur doof, dass die Sonne dann halt noch nicht scheint. Aber knapp 50 m von hier ist ein Solarium, vielleicht kann ich da schon einkehren vor Arbeitsbeginn um mein Melatonin (Schlafhormon) zu drosseln. Ich bin allerdings eh eine Melatonin-Tusse, egal welche Zeitära wir gerade haben. Ich kann immer pennen, immer! Jedenfalls muss dieser Ratschlag von einer Person gekommen sein, die den Poppes erst um 8 Uhr aus dem Bett bewegt.
Ich bin gespannt wie lange dieser Umstellungszirkus noch läuft, und wie oft Sinn und Unsinn noch diskutiert werden.
Und ich bin gespannt wie lange ich morgen fluchend mit dem Kuli im Auto sitze, um die richtige Uhrzeit einzustellen. Vor zwei Jahren habe ich das gar nicht gemacht, da bin ich doch allen ernstes die ganze Zeit in der Sommerzeit gefahren. Auch mal schön. Und die Mitfahrer haben sich so herrlich erschrocken wenn sie zur Winterzeit auf mein Barometer schauten 😀
Frohes umstellen, allerseits. ^^


Ohne Mutter fehlt so viel
Wenn eine Mutter geht, dann geht auch die Basis. Dann geht Vertrauen, dann geht Sicherheit, dann geht Liebe.
Wenn eine Mutter geht, dann klafft eine große Lücke. Eine Lücke, die kein anderer Menschen jemals schließen kann.
Wenn eine Mutter geht, fühlst Du Dich alleine, verlassen, wie ausgesetzt. Orientierungslos.
Wenn eine Mutter geht, ist Dein Zuhause von damals nicht mehr Dein Zuhause.
Wenn eine Mutter geht, läuft Dein Leben mit ihr an Deiner Seite immer wieder vor Deinen Augen ab.
Manchmal und ohne Vorankündigung nimmst Du ihren Geruch wahr.
Manchmal bildest Du Dir ein zu spüren, dass sie ganz in Deiner Nähe ist.
Wenn eine Mutter gegangen ist, sind wir nicht selten noch im Dialog mit ihr. Wir sprechen mit ihr, bitten um Rat, um Hilfe. Oder möchten Glücksmomente mit ihr teilen. Und ahnen, wie sehr auch sie sich über positive Ereignisse in unserem Leben freuen würde. Oder welche Worte und Gesten sie finden würde um uns zu trösten.
Wir wollen den Menschen der uns groß gezogen hat und von dem wir spürten und wussten, dass unsere Sorgen und Nöte auch ihre Sorgen und Nöte waren, nochmal sprechen. Nochmal anfassen. Nochmal in den Arm nehmen können. Nochmal von ihr in den Arm genommen werden. Ihr einen Kuss auf die Stirn geben.
Eine Mutter ist wie ein Anker, wie eine Rettungsinsel.
Wir wollen Situationen in denen wir sie verletzten, enttäuschten, vor den Kopf schlugen zunichte machen. Uns dafür entschuldigen, es ungeschehen machen.
Wie viele Orte, Lieder, Begebenheiten, Situationen erinnern uns an sie.
Selbst der Geruch ihrer gekochten Speisen hängt auch Jahre später manchmal noch in der Luft. Von ihrem Geruch ganz zu schweigen.
Ihre Stimme ist noch zu hören in unserem Kopf. Und viele von uns würden alles geben, um diese Stimme nochmal hören zu können.
Bilder anschauen tut gut oder weh, lächeln und weinen wechseln sich ab.
Der Stuhl auf dem sie immer saß, ihr Lieblingsnachthemd, ihre Bürste, all das lähmt uns wenn wir noch gar nicht begreifen können, dass sie nie mehr da sein wird. Manchmal auch nach Jahren noch.
Manche haben bestimmt einen besseren Draht zum Vater, aus unterschiedlichen Gründen.
Manche vermissen ihre Mutter vielleicht nicht so sehr, auch aus den unterschiedlichsten Gründen.
Und andere hingegen kennen ihre Mutter vielleicht nicht.
Meine Mutter wäre heute 79 Jahre alt geworden.
Gestern Abend kam mein Sohn in die Küche und sagte zu mir:
    „Oma hat morgen Geburtstag.“
Obwohl man diesen Tag nicht mehr feiert, dieser Tag verblasst zu einem Tag wie jeder andere auch, ist man gedanklich ganz intensiv dabei. Und denkt an ihre Geburtstage zu Lebzeiten. Man denkt an diesem Tag ganz arg an sie. Und egal wie lange es her ist dass man sich verabschieden musste, die Trauer und der Schmerz holen uns auch Jahre später noch ein. All das wird mit der Zeit auch nicht weniger.
    „Happy birthday, Mama.“

Ohne Mutter fehlt so viel …


„Ker, wat schön, hömma.“
Ich erinnere mich an diese Aussage meiner Verwandtschaft, wenn sie aus dem Ruhrpott zu Besuch kamen. Da war ich noch ein Kind. Die Verwandtschaft schwärmte immer von der Umgebung in den höchsten Tönen. Der Solling halt. Als Kind hat man dafür nicht unbedingt ein Auge und auch kein Ohr. Heute sage auch ich: „Junge, sag mal, wie geil hier. “
Gerade jetzt, wenn ich durch den Solling/das Weserbergland fahre bei Sonnenaufgang, geht mir das Herz auf. Wir leben hier in einer grünen Oase. In einer Landschaft, die beinahe unberührt wirkt. In der Nähe fließt die Weser, der Harz ist nicht weit. Ich muss eigentlich in keinen Tierpark um Rehe oder Wildschweine zu sehen, die sehe ich morgens nicht selten am Straßenrand.
Egal in welche Richtung wir fahren, ob Göttingen, Northeim, Höxter, Holzminden, Kassel, Hann. Münden, Beverungen/Lauenförde, Einbeck: Wenn man die Augen bewusst öffnet und sich die Landschaft anschaut, dann wird einem warm ums Herz.
Und nicht nur das: Wir haben hier so schöne Ecken die zu Tagesausflügen einladen, zu Spaziergängen, zu Unternehmungen. Geboten wird nämlich nicht gerade wenig in unserer Region.
Ich gehöre leider zu denen, die um diesen Reichtum wissen, es aber viel zu wenig und viel zu selten nutzen. Manchmal ist nicht mal eine Fahrt von 30 Minuten nötig, und man fühlt sich wie in einem Kurzurlaub.
Ich schäme mich schon fast dafür, dass ich recht bekannte Ausflugsziele noch nie besuchte. Dass ich mir am Wochenende nicht mal ein paar Stunden Zeit nehme, meine Heimat etwas mehr zu erkunden.
Wir wohnen im Dreiändereck, es ist ein Katzensprung nach Hessen und Nordrhein Westfalen. Diese Regionen in der Nähe haben wieder ihre eigenen Attraktionen, ihre eigenen Events, ihre eigenen Geheimtipps für einen Sonntagsausflug.
Der Solling, die Solling-Vogler-Region, das Weserbergland an sich und der Reinhardswald sind insgesamt sooooo schöne Ecken. Es ärgert mich jedes Jahr, wenn ich mir im Frühjahr vornehme einfach mal ein paar Orte um die Ecke zu besuchen, und es dann doch nicht geregelt bekomme.
Jetzt, wo die Tage länger werden und heller, genieße ich 5 Tage in der Woche die Fahrt von Uslar nach Karlshafen und zurück. Es hört echt nicht auf, dass einem das Herz aufgeht wenn man sich bewusst wird, wie weltklasse wir hier wohnen rein landschaftstechnisch gesehen. Manche geben Geld aus um das zu sehen und zu genießen, was wir jeden Tag vor der Tür haben.
Aber eins habe ich mir vorgenommen: Nach Feierabend mal den Blinker links setzen und bei Onkel Palm Hütte einen Kaffee trinken. Mitten im Wald. Auf die Weser schauend. Da fahre ich seit über 5 Jahren dran vorbei. Beinahe blamabel. ^^


Das Date mit dem Mann mit dem Hund!
Wer mich schon länger liest, weiß um meine Hundephobie.
Wenn man jemanden kennenlernt, ist nicht immer sofort ersichtlich ob sie/er eine Katze hat oder einen Hund, ein Lama, einen Strauß oder einen Vogel.
Okay, okay, das mit dem Vogel war jetzt zweideutig und erschließt sich manchmal recht schnell 😉
Ich habe bei besagtem Mann erst später herausbekommen, dass er einen Hund hat. Eine Hündin. Golden Retriever.
Und die beiden sind dicke wie sonst was. „Da musste durch, Steffi, hilft alles nix.“
Das erste Treffen war angesagt, er erwähnte noch, dass er seine Hündin mit bringt. Von da an war ich aufgeregter als mir lieb war. Ich hatte mehr Angst vor der Begegnung mit dem Hund wie vor der Begegnung mit dem Mann.
Auf mein „machst Du ihn dann an die Leine?“ kam ein „ja klar“.
Als ich den Treffpunkt erreichte, ihn anrufen musste weil ich nicht wusste wo er genau war, lautete meine erste Frage: „Ist der Hund an der Leine?“
Das wurde mir auch zugesagt.
Und ich gehe auf ihn zu und habe den Hund im Auge, nicht den Kerl.
Was dann folgte, erklärt sich von selbst: Dieser liebe Hund nahm mich wahr und wollte mich kennenlernen. Und kam schwanzwedelnd auf mich zu. Auf mich, die sonst nicht mal 10 m an einen Hund herangeht.
Der Mann wollte das auch, nicht unbedingt schwanzwedelnd, aber der Schwerpunkt lag auf dem Hund. Sorry.
Ich nahm Platz, wir saßen draußen vor einem Lokal, und ich war überfordert von Mann und Hund und der Umgebung, paffte munter drauf los um mich zu sortieren.
Dieser Hund war klasse. Keine Szene, kein anspringen, kein Gebell oder Gezicke. Sie lag auf einer Decke, war müde, und ich war ihr wumpe weil ich nicht reagierte. Alle Leute die an uns vorbeigingen, tätschelten sie. Nur ich halt nicht. Ab und zu kam sie zu mir, stupste mich und zog enttäuscht wieder ab weil ich mich nicht regte. Wie denn auch, ich war froh, dass ich da sitzen konnte ohne hysterische Anfälle.
Jetzt musste mein Datingpartner pullern, und drückte mir von jetzt auf gleich die Hundeleine in die Hand: Der verschwand echt auf dem Pott und ich saß da mit dem Hund der Leine.
    Was mache ich, wenn die Hündin gleich abdreht?
    Wenn ein anderer Hund kommt?
    Wenn sie pullern muss?
    Mich in die Wade zwickt, weil sie mich kacke findet?
Ach Du Scheiße, ich wusste nicht wohin mit mir.
Vor lauter Aufregung hatte ich an der Leine herum gespielt, und alles verstellt. Die Leine wurde immer kürzer, ich dachte ich straguliere die Hündin und mein Datingpartner stranguliert später mich.
Ich saß nach vorne gebeugt bretthart auf meinem Stuhl, die Hündin im Blick, den Parkplatz im Blick, die Leute im Blick, die Leine im Blick. Und er war pullern, einfach mal so nebenbei pullern.
Es ging alles gut. Die Hündin schaute manchmal merkwürdig. Als wollte sie sagen: „Was labern die Zweibeiner für wirres Kram? Was ist das für eine verhaltensgestörte, paffende Frau?“
Dem Hund wurde kalt, mir wurde kalt, ihm wurde kalt.
Hund ins Auto, ich ins Auto, er ins Auto.
Resultat: Ich habe einen Hund an der Leine gehalten, ganz alleine.
Er musste beim pullern alleine halten, ganz alleine.
Ich fuhr nach Hause im meinen Toyota, ganz alleine.
Ich darf nicht daran denken, dass ich vielleicht mal einen Mann kennenlerne der ein Lama als Haustier hat: Die rotzen immer so fies. ^^


Is der Film schon zu Ende?

 

Es gibt Filme, die können Frauen und Männer nicht zusammen schauen. Oder besser gesagt gibt es Filme, die sollte ein Mann nicht mit mir zusammen schauen. Ich erinnere da mal dezent an einen Film namens „Jagd auf Roter Oktober“. Genau diesen Film habe ich im zarten Alter von irgendwie Anfang 20 mit meinem damaligen Freund geschaut. Und den fand ich ganz toll, also den Freund, er war so mit der witzigste Freund den ich je hatte. Ich muss schon lachen jetzt.

Also, Jagd auf Roter Oktober, ab aufs Sofa, Flimmerkiste an. Wenn ich verliebt bin, dann kann ich echt Durchhaltevermögen beweisen. Der Film fing da so an, und wenn ein Mann in einen Film vertieft ist, dann gibt es Dich nicht mehr. Du könntest Dich nackt an die Wohnzimmerlampe hängen, das Ave Maria aus voller Inbrunst trällern, und freihändig schwingend durch den Raum baldowern: Der sieht das nich! Und ich hätte den gerne geküsst … küss nie einen Mann der in einen Film vertieft ist, das kann das Trennungsurteil bedeuten!

Also ich saß artig mit Jogginghose auf Sofa rechts, er links. Ich war voll konzentriert. Und fragte mich alle 10 Minuten wann denn die Handlung beginnt, ich tat mich schwer da einzusteigen, ich hab das alles nicht verstanden. Is aber auch nicht meine Thematik. Und ich konnte ihn ja auch nicht fragen, hätte er gedacht ich bin saudoof.

Also hab ich so getan als ob ich schaue, hab versucht meine Mimik den Szenen anzupassen damit er denkt ich habs gerafft, und so saß ich da 90 Minuten in der rechten Sofaecke und war nur froh, dass ich da wenigstens rauchen konnte.

Film war aus, er seufzte, und ich konnte nicht an mich halten.

Ich: „Äh, Frage, ist der Film zu Ende?“

Er: „Ja.“

Ich: „Ich hab den Schluss jetzt nicht so ganz verstanden.“

Er: „Was gab es denn daran nicht zu verstehen?“

Ich: „Der ganze Film so im Ganzen?“

Er: „Du hast doch geschaut als ob Du es verstanden hast.

Ich: „So guck ich öfter.“

Er: „Du hast jetzt 90 Minuten nichts verstanden?“

Ich: „Nö. Kannste mir das mal erklären?“

Er: „Nö. War doch handlungstechnisch klar.“

Ich: „Jau. Darf ich in Bette?“

Und die ganze Nacht das Gejabbele von ihm: „Versteht die das nich, das darf nicht wahr sein. Junge. Junge, Junge.“

Da fühlst Du Dich schlecht als adäquate Lebensabschnittsgefährtin, ich kam mir strunzendämlich vor.

Ich hab den Film kürzlich nochmal geschaut, hab das noch immer nicht gerafft. Aber egal, da war ich Single und musste nicht 90 Minuten intellektuell gucken. Wenn mich was nicht interessiert, dann tu ich mich schwer mit so Inhalten.

Zeig mir 3 Folgen „Neues aus Uhlenbusch“, und ich geh ab wie ein Zäpfchen.

Gutes untertauchen, Freunde. ^^


Wo ist denn jetzt der Autoschlüssel?

Ich war gestern noch schnell kurz vor knapp Einkaufen. Und selbst wenn ich weiß was ich brauche, kann das echt lange dauern. Ich schaue hier und da, wieder hier und da und noch mal hier und dann noch mal da. Es war kurz vor Toresschluss, also Feierabend. Smalltalk mit der Verkäuferin an der Kasse, Bezahlvorgang, alles rein in den Einkaufswagen und der Griff in die Jackentasche nach dem Autoschlüssel. Da war aber kein Autoschlüssel! Nicht in der linken Jackentasche, nicht in der rechten Jackentasche. Nicht in der Handtasche, in keiner der Hosentaschen. Der Schlüssel ist weg. Bitte nicht!

 

An dem Schlüsselbund hängt noch der Haustürschlüssel, der Briefkastenschlüssel und meine Personalmarke von der Klinik (für die Tür und die Stempeluhr). Ach Du Scheiße, was denn jetzt? Schnell den Einkaufswagen an die Seite gestellt und wieder rein in den Laden. Die rechte Hand kramte immer wieder in allen Taschen die ich irgendwie an meiner Kleidung fand. Nichts. Und wieder alle Gänge im Discounter abgegangen. Hab ich ihn beim Mozarella liegen lassen? Bei den Tomaten? Beim Weichspüler? Mittlerweile haben die zwei netten Verkäuferinnen mit gesucht. 

„Haben Sie ihn stecken lassen?“

Steffi, guck mal draußen bei den Einkaufswagen.“

„Ist Dein Auto nach da? Guck mal.“

„Vielleicht auf dem Parkplatz irgendwo?“

Mir hatte noch ein Bekannter, Scholle unser Bademeister, einen Einkaufswagenchip geschenkt weil ich mal wieder keinen hatte. Hab ich ihn da irgendwie verbummelt? Hat der ihn versehentlich eingesteckt? 

 

Mir wurde heiß und kalt weil der Laden bald dicht machte. Also bin ich irgendwie total verzweifelt in den Kassenbereich gegangen. Ich dachte nach wie ich jetzt nach Hause komme, wie ich überhaupt in meine Wohnung komme, wie ich am Montag grundsätzlich zur Arbeit komme. Heute ist Sonntag, da haben die nicht auf, dann kann ich nicht weiter suchen. Wo schlafe ich? Wo koche ich? Wie geht mein Leben weiter?

 

Eine der Verkäuferinnen, die Diana (https://www.facebook.com/diana.koschel?fref=ts) wühlte dann mit mir im Einkaufswagen. Vielleicht hat er sich da irgendwie verheddert. Ich fast alles aus der Handtasche raus gekramt. Was da für `ne Scheiße drin rum fliegt, das war mir echt peinlich. Was andere abheften in Ordnern, habe ich an Schriftstücken in der Handtasche. Plus Mussikkassetten, weil mein Auto keinen CD-Spieler hat und ich quasi dann Kassetten hören muss. Und noch vieles, vieles mehr. Inklusive Leberwurstbrot natürlich. 

Ich fing an die Jackentaschen auszuräumen. Alles raus. Smartphone raus, Hustenbollchen raus, Kippen raus. Ja, und als ich eine gebrauchte Rotzfahne in der Hand hatte, fühlte ich darunter dann den Autoschlüssel. War alles da. War alles gut. Das Leben ist schön. Ich komme ins Auto und in die Bude und in die Klinik. Juchu.

 

Sagt die Verkäuferin Diana zum Schluss: „Steffi, Du bist die Härteste!“

Ja, ja, Diana, die bin ich manchmal wohl. ^^


Ich habe da gestern ein Geräusch gehört ...

... welches ungeahnte Glücksgefühle in mir frei setzte.

Ein Geräusch, welches vor ein paar Monaten noch zu depressiven Verstimmungen führte. Ein Geräusch, welches auf Licht und Wärme und Sonnenstrahlen hindeuten könnte.  

Auf: „es geht aufwärts“, „jetzt wird alles besser und gut“. Dieses Geräusch habe nicht nur ich noch recht spät wahrgenommen, sondern noch ganz, ganz viele andere Menschen auch.

Ich konnte es gestern teilweise per live-Video nochmal sehen, konnte Tonmitschnitte nochmal hören, konnte die gute Laune der anderen nochmal spüren.

So saß ich gestern recht spät bei geöffnetem Küchenfenster auf meinem Stuhl, hörte dieses Geräusch, und wäre am liebsten tanzend mit einem Glas Sekt in der Hand durch die Wohnung getänzelt.

 

Na? Wer ahnt wovon ich spreche?

 

Genau: Die Kraniche hielten gestern Einzug! Yiiiiiiiiiiiiiihaaaaaaaaaaaa!

 

Merkwürdig, dass anscheinend viele dieses Tatsache als Lichtblick sehen. Wobei ich jedes Jahr aufs neue die Schn…. voll habe von der Kälte und vor allem der Dunkelheit. Es macht einen mürbe! Ziehen die Kraniche übers Land wird uns bewusst, dass es bald steil bergauf geht mit den längeren Tagen. Noch ein paar Wochen, und wir können unseren Kaffee auf dem Balkon trinken. Oder im Garten. Oder in der Fußgängerzone. Oder bei Obi. Oder was weiß ich.  Da verschwinden die Eiskratzer und Türschloßenteiser wieder vom Beifahrersitz.  

 

Da kramen wir langsam die dicken Pullis hinten in den Schrank und die Shirts weiter nach vorne.  Da organisieren wir im Kopf schon den Frühjahrsputz. Da haben gerade wir Singles irrsinnig Bock auf eine Runde Verlieben, so mit allem drum und dran und fummeln und so.

 

Ich dachte gestern im ersten Moment, da böcken die Nachbarn als ich das Geräusch hörte (ich hätte es ihnen gegönnt, egal welchen Nachbarn). Aber: Es waren meine Freunde, die Kraniche. Hätte ich ein Trampolin zur Hand gehabt, ich wäre zu denen hochgesprungen, hätte mich per Handschlag bei ihnen bedankt, und meine Bude angeboten falls Hunger und Durst und Pippi und kalt aktuell werden. Harren wir noch etwas aus, nehmen wir auch den ein oder anderen wettertechnischen Rückschlag in Kauf. Aber wir wissen ja nun, dass die kalte und dunkle Zeit aus dem letzten Loch pfeift. 

 

Halleluja, pfeif schneller! 


Hier, Singles, hört mal her: 
Unser Tag ist am 14. April, da essen wir schwarze Nudeln!

Südkorea machts vor, ich mache es nach. Lest mal: 
>>In Japan beschenken am 14. Februar Frauen die Männer mit Schokolade. Auch junge Mädchen nehmen diesen Tag zum Anlass, ihren Angebeteten Schokolade zu schenken, die sie bestenfalls selbst gemacht haben. Dafür dürfen sie dann einen Monat später am White Day weiße Schokolade als Gegengeschenk erwarten.
In Südkorea gibt es zusätzlich zum Valentinstag und White Day noch den Black Day: wer am 14. Februar und am 14. März leer ausging, betrauert dies am 14. April und isst Jajangmyeon (자장면), Nudeln mit schwarzer Soße.[4]<< (Auszug von Wikipiedia).
Dass auf die Idee noch keiner in unseren Breitengeraden gekommen ist, tztztz.
Die Palette der Geschenke morgen ist ja irrsinnig weit gefächert: Das fängt an bei Schoki und Blumen und endet (wie ich selber lesen konnte die Tage) bei Antifaltencreme und abschwellendem Augengel. So gewitzt ist unser Einzelhandel mittlerweile: Warum der Ollen Schokolade schenken? Hat ja eh schon einen Po wie ein Brauereipferd! Dann doch besser einen Gutschein für „Kochen low carb“ oder eine 10-er Karte für die rechte Bahn im Schwimmbad, Rückenschwimmerspur. 
Für den Herrn darf es dieser Tage gerne ein Waxing für den Rücken sein oder ein neues Duftwasser. Der riecht ja eh schon seit 1984 wie ein Moschusochse. 
Auf was unser Einzelhandel so alles kommt, es ist erstaunlich. 
Bei all den diversen Gewinnspielen um den Valentinstag konnte ich persönlich jetzt nicht mitmachen, weil man da die Person des Herzens und der Träume markieren musste. Da ich aber niemanden aus meiner Freundesliste überfordern wollte mit meinen plötzlich aufkeimenden Gefühlen, habe ich es halt gelassen. Is nix mit Gewinnen wie dollem Schmuck oder einem 5-Gänge-Menue: Ich darf da nich mitmachen! Ja, ich fühle mich gemobbt!
Die Finnen sind cool, da macht man das mehr oder weniger anonym. Guckste: 
<<In Finnland wird der Valentinstag als „Freundschaftstag“ gefeiert, an dem man – meist anonym – denen, die man sympathisch findet, Karten schickt oder kleine Geschenke übermittelt.>> (Quelle auch wieder Wikipedia). 
Das wäre ja so meins: Dem Schwarm heimlich ne Schokolade mit ganzen Nüssen schicken. Oder 3 Dosen Bier vor die Tür stellen. Das wäre doch mal eine Nummer. Aber wir sind ja hier nicht in Finnland.
Wusstet ihr, dass zum Valentinstag 2013 Lufthansa Cargo 1000 Tonnen Rosen nach Deutschland transportierte? 1000 Tonnen! Und hier landet seit Jahren nicht mal ein Rosenblatt oder ein Rosenstil, nicht mal ne Dorne liegt in meinem Briefkasten!
Liebe verliebte Liebenden, ich wünsche Euch morgen zauberhafte Momente, ob nun mit Blumen oder Schokolade oder Dosenbier oder Perlenketten, das ist ja quasi wumpe! 
An die Singles unter uns: Morgen Abend, 20 Uhr, das gemeinsame virtuelle Kaltgetränk in Gedanken an all die, die halt morgen nicht knutschend durch die Weltgeschichte eiern. Und am 14. April dann das kollektive „schwarze Nudel-Essen“. Ich verlass mich auf euch, Freunde. ^^


Für „so was“ habe ich keine Zeit.

 

Ein Satz, der mich oftmals sehr erschreckt. Jeder von uns kennt sicherlich Menschen, die diesen Satz schon gesagt haben. Sei es wenn wir schilderten, dass wir feiern waren, stundenlang nur Musik hörten, ein gutes Buch gelesen haben usw. Wenn wir Dinge getan haben die nicht sonderlich effektiv waren, die aber für uns wichtig sind. Wichtig deshalb, weil sie für uns kleine Rettungsanker sind im Alltag.

Ich selber war mal unglaublich ordentlich. Ich habe morgens beim Zähneputzen nebenbei noch aufgeräumt. Ich konnte es nicht ertragen, wenn abends Abwasch in der Küche stand.  Dann kamen die Kinder (das Kind), wir gingen irgendwann wieder unseren Jobs nach. Die Struktur ist eine komplett andere, es ist nicht immer alles zu planen weil viel passiert, was nicht vorhersehbar war usw. Das war dann der Punkt, an dem ich mich vom meinen Erwartungen an mich selber verabschieden musste und auch wollte. Weil ich merkte, dass es mich auffressen wird und mir schadet wenn ich all meinen Pflichten hechelnd hinterher renne um jeden Preis.

 

Dann habe ich abends den Abwasch stehen lassen, die Bügelwäsche auch, und habe mir stundenlang einfach nur Musik reingepfiffen. Das hat mich dann runter geholt, das hat mich abschalten und auftanken lassen.  Ab diesem Zeitpunkt hatte ich gelernt auf mich zu hören. Und auch zu lernen, dass ich nicht nur Pflichten habe sondern auch Rechte.

 

Ich erinnere mich gerade an eine Verwandte, die im Rad der Pflichten gefangen war: Man konnte zu ihr kommen wann man wollte: Immer alles wie geleckt. Und sie war teilweise total gestresst, wenig entspannt, immer irgendwie auf dem Sprung. Das schlimme war, dass sie von Schwindelattacken, Brechanfällen, ominösen Schmerzen heimgesucht wurde. Heute weiß ich auch warum.  

 

Eine Kollegin, mit der ich vor Jahren mal telefonierte und ihr sagte, dass ich eigentlich noch die Küche wischen müsste, jetzt aber mit einer Freundin ein Bier trinken gehe, war total entsetzt über meine Aussage. „Wenn die Küche gewischt werden muss, dann hat man sie zu wischen“. Punkt. Diese Kollegin wurde in unregelmäßigen Abständen von ganz heftigen Migräneattacken heimgesucht. Heute weiß ich auch warum.

 

Ich selber bin doch der Herr bzw. die Herrin über mein Leben und über meine Zeit. Und habe zum Glück gelernt mich selber ernst zu nehmen. Und zu achten.  Würde ich heute noch so agieren wie vor 20 Jahren, dann möchte ich nicht wissen wie es mir heute ginge.  

Sicherlich nervt es mich auch ohne Ende wenn es hier aussieht wie auf einem Handgranaten-Wurfstand. Und wenn die Arbeit liegen bleibt. Aber ich weiß, dass wieder eine Phase kommt in der ich mich dem zuwende und es erledige. Aber dann, wenn ich es möchte und kann, nicht wenn es andere von mir erwarten.   

 

Es gibt da einen sehr schönen Spruch der all das relativ gut zusammen fasst:  

 

„Es gibt wichtigeres als Fenster putzen: Nämlich hinaus schauen.“  

 

Wenn ich mal an die Tür von Petrus klopfe, dann möchte ich nicht sagen müssen:  „Tach, ich war immer fleißig und ordentlich und habe all meine Pflichten zeitnah und zur vollsten Zufriedenheit meiner Mitmenschen erledigen können.“

 

Ich möchte sagen dürfen:   „Scheiße, war das geil da unten.“ ^^


Die 80er Jahre: Beste Zeit ever and ever and ever 🙂

 

Wenn ich ein Jahrzehnt nochmal erleben möchte, dann sind es die 80er Jahre. Es gab keine Zeit der ich soviel nachtrauere wie dieser Zeit. Da fanden soviel wichtige Dinge statt, da entschied sich soviel, da hab ich Dinge erlebt die mich geprägt haben. Und da war Spaß angesagt, Spaß ohne Ende. Klar, ich war Kind/Jugendliche, da hatten wir keine Verpflichtungen, da durfte man sich noch "austoben".

Mein erster Gedanke ist die Mode von damals: Pumphosen, Netzhemden, Fledermausärmel, Jeans mit Domestos gebleicht, Jeans so eng, dass es mich 1x sogar ins Krankenhaus manövrierte. Die Turnschuhe von Ad.... mit den drei weißen Streifen die man ausmalen konnte (ich glaube die hießen Allround).

Und die "Vokuhila"-Geburtstunde. Dauerwelle, blonde Strähnen, und wir Mädels wollten alle aussehen wie Sandra (Maria Magdalena *träller*).

Es gab noch Diskotheken, auch in meiner Kleinstadt, und man traf sich dort, tanzte, lästerte, verliebte sich, trank das erste Bier und so, kotzte das erste mal von dem Bier und so.

Da gabs noch nicht diesen Schiss mit Beine rasieren, Augenbrauen zupfen, Nägel machen in so einem Nagelstudio, Wimpern färben, etc. Da sahen wir so aus wie wir aussahen. Und selbst mit Haaren an den Beinen verliebten sich die Typen in uns.

Die Samstag Abende in den 80er Jahren fand ich immer so gemütlich: Da saß die ganze Familie im Wohnzimmer, es lief "Dalli Dalli", "Der große Preis", "Schwarzwaldklinik", "Am laufenden Band" "Die Wiechers von nebenan" etc., da gabs dann mal Chips und Schokolade, für die Erwachsenen Eierlikör, und keiner jummelte am PC rum oder haute dauernd auf die Tastatur vom Handy. Da hatten wir noch ein grünes Telefon mit Wählscheibe und Schnur in der Wand.

In den 80ern machten wir unsere Hausaufgaben ausschließlich in Heften, also auf Papier, und mussten uns Informationen aus Lexikas herausschreiben.

Verabreden ging nur mündlich oder mit dem grünen Telefon.

In den 80ern konnten wir noch bei Dunkelheit nach Hause gehen ohne dass unsere Eltern Angst haben mussten vor üblen Gestalten.

Das war die Zeit wo wir uns noch Liebesbriefe schrieben, so echt auf Papier und mit Füller, mit einem Schuß unseres Lieblingsparfüms (My Melodie, Jovan Musk Oil) und dann diese sausüßen heimlichen Nachrichten:

"Willst Du mit mir gehen?" °Ja °Nein °Vielleicht.

Das war für mich überhaupt die Zeit der ersten großen Liebe, und das war ein Meilenstein.

Da waren unsere Mütter größtenteils zu Hause und für uns da, während unsere Väter arbeiten gingen. Da hatten die wenigsten viel über, aber die meisten kamen damit gut über die Runden.

Die Musik war ein totales Durcheinander und nicht selten ein Wagnis.

"Da Da Da" von Trio hat sich mir heute songtechnisch noch nicht erschlossen, Madonna begann ihre Provokation, und Leute wie Ann Clarke oder Pulsstar lassen noch heute mein Herz höher schlagen. Meine totale 80er Jahre Hymne ist "Take on me" von Aha. Die neue Deutsche Welle setze einen akkuraten Meilenstein, und wir feiern auch heute noch danach.

Da gab es noch kein HartzIV, da hatte man für 20 Mark den Einkaufswagen im Discounter halbvoll, da haben wir Dinge wie Raider oder Banjo noch mit Genuß gegessen, gab es ja nicht so oft. Da haben wir die Schleckmuscheln ausgeleckt, uns Zeug in Mund gekippt was geknallt hat und fast die Füllungen aus den hinteren Backenzähnen riß. Da tranken wir Quensch und so ein Kram, bei blasser Gesichtfarbe gabs ne Pulle Rotbäckchen, bei Unwohlsein Lebertran, und wir brauchten noch die vorgedruckten Krankenscheine die man sich aus so nem Heft reissen und selber ausfüllen musste wenn wir krank waren und zum Arzt mussten.

Da fuhren die Busse aus den Dörfern in die Stadt und umgekehrt in einem viel engmaschigeren Intervall wie heute. Da sind wir mit der ganzen Familie in die nächste Großstadt gefahren wenn neue Klamotten gebraucht wurden, Internet gab es ja noch nicht. Ich kam damals nicht über die Rolltreppen hinweg, das war für mich Zauberei.

Ich liebe die 80er Jahre, es war eine so wundervolle Zeit. Und ich würde mir wünschen mein Sohn dürfte 1 Woche der 80er erleben dürfen.


Es besteht Handlungsbedarf, lieber gestern als heute.

Als ich in einem Gottesdienst für Retter und Helfer(innen) saß vor langer Zeit, saß neben mir ein Feuerwehrmann den ich kannte. Wir unterhielten uns, die Zeit dafür war noch. Wir kamen beide auf das Thema, ob wir im Fall der Alarmierung unseren Arbeitsplatz verlassen dürfen. Ich dürfte gehen, muss die Zeit aber nacharbeiten (mag sein dass sich diese Regelung noch zu meinen Gunsten ändert). Der Feuerwehrmann darf es nicht, er darf nicht in den Einsatz gehen. Ich denke da ist er keine Ausnahme.

 

Wie ihr wisst trug auch in in meiner Freizeit eine Uniform, beschäftige mich auch mit vielen Dingen in und um das Ehrenamt. Daher weiß ich auch, dass ganz dringend Frauen und Männer gesucht werden, die Lust haben aktiv Feuerwehren, Rettungsdienste und andere Hilfsorganisationen zu unterstützen. Der Nachwuchs fehlt, Unterstützung fehlt, Kameradinnen und Kameraden fehlen. Das heißt unterm Strich für uns alle, dass die schnelle Hilfe, egal in welcher Form, gefährdet ist. Wenn niemand da ist der Zeit und Lust darauf hat, dann hat das zur Konsequenz, dass Hilfe entweder spät kommt, und im schlimmsten Fall (ich dramatisiere jetzt mal) gar keine! Das ist die eine Seite der Medaille.

 

Die andere ist die, dass diejenigen die aktiv dabei sind, nicht mit ausrücken dürfen/können, und somit die Zahl der Helferinnen und Helfer im Ernstfall nochmal verringert ist.

 

Dass es sich kleine Betriebe nicht leisten können auf einen oder mehrere Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter zu verzichten, von jetzt auf gleich, vielleicht auch über Stunden, ist mir klar und verständlich.

Wie mir der Feuerwehrmann weiter berichtete, war er an einem Wochenende bei einem Fabrikbrand irrsinnig lange im Einsatz. Das zerrt an den Kräften und auch an den Nerven. Aber der Wecker klingelt unbarmherzig am nächsten Tag,  genau wie vielleicht auch der Melder.  

 

Ich bin der Meinung, dass da eine Regelung getroffen werden sollte und langsam aber sicher auch muss. Dass in Zeiten wo fast eine „Unterbesetzung“ herrscht, auch die Arbeitgeber ein wenig mehr Verständnis aufbringen sollten, um so die wichtige ehrenamtliche Arbeit weiter am laufen zu halten. Um so dafür zu sorgen, dass im Notfall schnelle und qualifizierte Hilfe da geleistet werden kann, wo die Hilfe gerade dringend gebraucht wird. Und sei es nur mit einer Absprache, dass jemand der über Stunden bis spät in die Nacht im Einsatz war, etwas später zur Arbeit erscheinen darf. Dafür aber ausgeruht und konzentriert. Es kann doch nicht sein, dass sich Situationen zuspitzen, dramatisch werden oder gar übel enden, weil die Leute nicht ausrücken durften. Es hätte schneller geholfen werden können, wären mehr Helferinnen und Helfer am Ort des Geschehens gewesen. Heutzutage wird teilweise so oft nachalamiert, da kann ich mir dann schon immer denken, dass händeringend noch auf Kameradinnen/Kameraden gewartet wird, die aber nicht kommen dürfen/können.

 

Das geht uns doch alle an! Wenn ich mir vorstelle, dass ich in einer Notlage bin und da kommt keiner oder sehr spät etc., dann bekomme ich echt Panik.

Da ist auch unsere Politik gefragt, da sollte in Zeiten des Mitgliedermangels eine Regelung gefunden werden die auch die Arbeitgeber akzeptieren können.

 

Die andere Geschichte ist die, dass diejenigen, die ein Ehrenamt ausüben oder sich dafür interessieren, die ihre Zeit, ihre körperlichen und nicht selten auch ihre seelischen Ressourcen zur Verfügung stellen, egal wann und egal wo, vielleicht dadurch Anerkennung erhalten indem die Kommunen für steigende Zahlen im ehrenamtlichen Bereich sorgen wenn die Retter und Helfer Vergünstigungen bekommen. Das wird ja schon diskutiert und teilweise umgesetzt. Eine kleine Mitgliedskarte in der Brieftasche die mir ermöglicht das Kino, das Freibad oder was auch immer etwas günstiger besuchen zu können. Es geht hier nicht um mich persönlich, es geht darum Leute zu finden die nachrücken, die unser aller Sicherheit mittragen im Notfall. Es muss ein Anreiz her dass es sich lohnt. Ein Anreiz der den Leuten sagt: „Was ihr macht ist klasse, wir schätzen das, wir unterstützen das, wir brauchen Euch.“

 

Ich kenne Menschen die sich für ihr Hobby „Ehrenamt“ den A.... aufreißen, hochqualifizierte Leute vor denen ich jeden Tag den Hut ziehe, und für dessen Engagement ich dankbar bin, wo ich weiß die können was, die schaffen was. Die bekommen teilweise nicht nur keinen Appel und nen Ei, die bekommen teilweise nicht mal ein simples Dankeschön.

 

In diesem Land wird für soviel Schwachsinn Geld verpulvert, dann sollte die Politik jetzt langsam aber sicher mal reagieren und sich dem Thema zuwenden.

 

Es besteht Handlungsbedarf, lieber gestern als heute.


Heute schon ein Kompliment gemacht?

Ich persönlich tu mich schwer mit Komplimenten. Aber das geht wohl vielen Frauen so. Anstatt sich zu freuen und einfach nur ein „Danke“ zu erwidern, erklären wir Mädels uns dann gerne, bzw. versuchen wir dieses Kompliment zu entkräften mit Aussagen wie „ich sehe doch heute aber so schrecklich aus“ etc. 

Wenn mir jemand ein Kompliment macht bezüglich eines Bildes von mir, dann brabbel ich immer gleich los: 

„Hier, hab ich bearbeitet, so sehe ich auch nicht jeden Tag aus“, oder

„Ja, bin heute geschminkt“ oder

„“Hab mir beim föhnen heute extra viel Mühe gegeben.“

Das juckt den anderen doch gar nicht. 

Da möchte jemand etwas Nettes sagen, und wir quatschen eine Oper.

Ich jedenfalls werde bei Komplimenten rot wie ein Feuermelder. Und werde misstrauisch. Gerade dann, wenn das Kompliment von einem Mann kommt. Gedanken wie: 

„Der will Dich doch nur vernaschen, der Sausack“ gehen mir dann durch den Kopf. 

Wobei ich bei Sätzen wie „Tat es weh, als Du vom Himmel gefallen bist?“ und diesem ganze Rotz total genervt bin. Bei der Art von Kompliment weiß man eigentlich weiß wo der Frosch die Locken hat, oder? 

Komplimente machen fällt mir hingegen leichter. Es gibt viele Menschen die nicht nur ein hübsches Äußeres haben, sondern einen tollen Charakter. Oder die lobenswerte Sachen machen. Wenn ich der Meinung bin diesen Leuten das sagen zu wollen, mache ich das auch. Ein Kompliment kostet nichts und tut gut. 

Das schönste Kompliment bekam ich Ende letzten Jahres, als ich nach langer Krankheit wieder in der Klinik war. Ich sprach mit einer Kollegin im Arztsekretariat, und plötzlich geht die Tür vom Chefarzt auf. 

Er fragte mich: „Wissen Sie woran ich merke, dass Sie wieder da sind? Hier wird wieder ganz viel gelacht.“

Ja, das ging runter wie Öl. 

Tja Leute, dann überlegt heute doch mal wem ihr mal ein nettes Kompliment machen könnt. Das muss aber auch von Herzen kommen und ehrlich sein. 

Heutzutage sind wir oft so veranlagt, dass wir lieber losschimpfen, kritisieren und keifern wie die Nattern. Gerade im www. Dabei wäre es doch viel schöner, wenn man sich nur Nettigkeiten sagt, und auf alles andere nicht reagiert. Versuche ich heute mal. 

Ach übrigens: Ihr seht alle toll aus und ihr seid eh die besten Leser(innen). Ihr scharfen Geschosse. ;-)


Mütterforen: Der Wahnsinn des schriftlichen Austausches.

Durch Zufall bin ich bei facebook in einem Mutterforum gelandet. Und kam aus dem staunen nicht mehr raus. Da werden von schwangeren Damen und auch Jungmuttis diverse Dinge ausdiskutiert, welche mit unserem Nachwuchs zusammenhängen. Und bei Gott: Ich bin froh, dass es das vor 19 Jahren noch nicht gab!

Da gibt es Beiträge und Kommentare bei denen ich mich ernsthaft frage ob es gut ist, dass sich bestimmte Menschen fortpflanzen. Bzw. frage ich mich auch, ob einige der Mamas per Flugspermien befruchtet wurden. Weil man sich beim mitlesen so denkt, dass die Ladies selbst den Akt der Fortpflanzung nicht geregelt kriegen. Sorry.  

Eine Frage hat mich mal total fasziniert: Was schenkt man einem 2- oder 3-jährigem Kind zum Einstand in den Kindergarten? Junge, da ging die Post ab! Was kam da alles auf den Tisch, unglaublich. Mein „Kurzer“ hat gar nichts bekommen, bis auf eine bunte Kindergartentasche, eine noch buntere Brotdose und noch viiiiiiiiel buntere Gummistiefel und Matschhosen und Regenjacken und so. Hier gab es auch keine „Kindergarten-Einstandsparty“, der ging dort einfach hin und gut. Natürlich war das ein aufregender Tag, ich weiß heute nicht wer mehr heulte: Er oder ich.  

Beim mitlesen war auch auffallend, dass um viele normale Dinge ein Mordshype gemacht wird. Kindergeburtstage z. B. Als ich Kind war, haben wir Mehlschneiden gespielt, Topfschlagen etc. Da bekam jedes Kind zum Schluss eine kleine Tüte mit etwas Süßem drin, oder einem Stift usw.  

Da musst Du heute keinem mehr mit kommen wie ich lesen durfte. Da werden Schwimmbäder gemietet, da wird in Kinderstädte gefahren, Kegeln, Bowlen mit anschließendem Essen in der Lokalität und was weiß ich. Da wird sich wochenlang auf den Geburtstag eines 4-jährigen versteift. Ich warte noch drauf, dass es bald „Birthdayplaner“ für 5-jährige gibt. Einschulungen werden zelebriert wie eine Konfirmation. Im Trend gerade Übernachtungsparties. Da hat man die Kinder dann alle bis zum nächsten Tag in der Bude. 

Ich bin kein Spielverderber, für unseren Nachwuchs ist das alles bestimmt toll und eine schöne Erinnerung. Aber wann ist das Ende der Fahnenstange erreicht? Hier wurden die Geburtstage vom Kurzen relativ normal gefeiert. Ein Grund war auch der, dass ich gar nicht die finanziellen Mittel hatte es derart eskalieren zu lassen. Und auch nicht die Mithilfe. Hier war schon relativ früh kein Dreibein mehr zugegen. Mich hat dieses „höher, besser, teurer, aufregender“ auch etwas unter Druck gesetzt.  

Weiter geht es mit der frühkindlichen Förderung: Bei uns hieß es Kinderturnen. Punkt. Da lockst Du heute keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor. Nee. Es muss musikalische Frühförderung sein. Ein 3-jähriger zupft an einem Cello rum, lernt zwei Fremdsprachen so übertrieben betrachtet. Das ist alles gut und wichtig für später. Ach so. Ich war nur beim Kinderturnen bei Frau Korte. Habe aber einen Schulabschluss, eine abgeschlossene Ausbildung, kann mir ein Brot schmieren und komme auch sonst durchs Leben.  

Zu meiner Schulzeit fuhren wir alle mit dem Bus. Das war das Gesetz. Heute werden viele Kinder, trotz dass ein Bus vor der Tür hält, von Mama oder Papa gefahren. Da hatten meine Eltern keine Zeit für, und die hätten mir auch einen Vogel gezeigt wenn ich darum gebeten hätte. Ich hatte ebenfalls keine Zeit mein Kind regelmäßig zu chauffieren. Weil ich arbeiten ging schon relativ früh.

Wir wundern uns oft, warum unsere Kinder so verweichlicht sind, ständig Ansprüche stellen, teilweise Probleme haben im ihrem Leben. Dabei sind wir Eltern es, die sie teilweise unrealistisch durchs Leben begleiten. Den Schuh ziehe sogar ich mir an.  Früher war nicht alles besser, nein, aber wir waren doch einen Ticken härter.  Wenn ich in den Foren mitlese, weiß ich auch warum.^^

Anmerkung: Der Fratz auf dem unscharfen Bild da oben, das bin ich :D

 


Für den 1. Eindruck gibt es keine 2. Chance … heißt es.

Ich kann Leute sehen und in den ersten 5 Sekunden entscheiden, dass ich sie Sch….e finde. Bzw. entscheide ich das nicht, das meldet mir mein Hirn und auch meine Körpersprache.  

Ich kann auch Leute sehen und in den ersten 5 Sekunden entscheiden, dass ich diesen liebend gerne auf den Arm springen möchte und gestreichelt werden will. Das meldet mir auch mein Hirn und meine Körpersprache.  

Dass man eine Abneigung oder ein Gefühl der Sympathie empfinden kann ohne mit diesem Menschen ein Wort gewechselt zu haben, finde ich unglaublich interessant. Oft spüren wir einer fremden Person gegenüber sofort das Gefühl „wir sind auf einem Nenner“, oder aber auch „sprich mich bloß nicht an.“

Ich denke mal, es hat mit der Ausstrahlung zu tun. Vielleicht auch mit der Mimik. Und mit der Körperhaltung und -sprache. Mit der Stimme auch.  

Bei ca. 90% dieser Menschen bleibt das Phänomen ein Leben lang.

Bei den anderen 10% schwenke ich aber irgendwann um. Meist dann, wenn ich diese Person auf einer bislang unbekannten Ebene kennenlerne.  

Zugegebenermaßen spielen auch die sozialen Netzwerke bei mir eine Rolle.  

Der Spruch „ich kann die oder den nicht riechen“, hat durchaus seine Daseinsberechtigung. Es läßt sich fortsetzen mit „ich kann die oder den nicht mehr sehen“ oder „ich kann die oder den nicht labern hören oder schreiben sehen“.  

So geht es sicherlich anderen Menschen mit meiner Person auch.  

Das ist alles kein Problem, wenn es im privaten Bereich ist. Da kann man sich aus dem Weg gehen, man muss nicht miteinander reden. Zur Not kann und darf es man der Person auch sagen oder es diese spüren lassen.  

Aber beruflich ist es ganz schlimm und schwierig. Mir kommt jetzt gerade eine Person in den Sinn, deren Stimme ich schon nicht ertragen kann. Da muss man sich dann allerdings, der Professionalität zuliebe, am Riemen reißen. Gute Miene zu bösem Spiel quasi.  

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Ausstrahlung auf uns und unsere Ausstrahlung auf andere entscheidet binnen Sekunden, welches der 1. Eindruck ist. Und der bleibt auch meist bestehen. 

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Wasserwelle und Strickjacke

Wenn ich viel Zeit habe (so 2x die Woche), beobachte ich total gerne Menschen beim Einkaufen. Zum einen was sie kaufen und zum zweiten wie sie kaufen. Momentan auf meiner Hitliste ganz oben:

Ehepaare, so zwischen 65 und 75 Jahre alt, gut situiert, und schon total lange verheiratet. Irgendwie sieht man denen das an, die kommunizieren schweigend. Sie schick angezogen, Wasserwelle, Seidenbluse, Perlenkette, Jeanshose mit Gummibund oben und Bügelfalte vorne. Er Strickjacke, Polohemd, Flanellhose, hochwertige Sandalen. Sie gibt ihm schweigend den Autoschlüssel, er gibt ihr schweigend den Einkaufszettel. Sie geht rechts, er links, sie geht zielstrebig, er schlendert und schaut sehr viel. Er grüßt, in dem er den Zeigefinger nach oben hebt und nickt, sie schaut hoch und lächelt kurz. Das Lächeln ist sehr kurz, die Wasserwelle verschwindet wieder mit dem Kopp in der Wursttheke. So, der Fall der Eskalation: Eine 18-jährige im Minirock, total cellulitefrei, Körbchengröße C, enges T-Shirt mit V-Ausschnitt, und die ist ca. 165 cm groß und muss sich in die Tiefkühltheke beugen. Holla, die Strickjacke verläßt seine Route, geht Richtung 18-jährige, kramt mit der linken Hand im Streichkäse, Augen aber auf die 18-jährige. Wasserwelle ruft:

"Wilhelm, Gouda oder Emmenthaler?"

Strickjacke antwortet:

"Hab ich Dir vorhin gegeben."

Wasserwelle kommt mit dem Kopp aus der Wursttheke und spricht Strickjacke mit Blickkontakt an, bevor ihr Blick auf der 18-jährigen hängen bleibt. Blick wieder auf die Strickjacke, und das total vernichtend. Eine weitere Strickjacke im Anmarsch, die die erste Strickjacke anschaut, dann die 18-jährige anschaut, dann wieder die erste Strickjacke anschaut und grinst. Ja, die zwei verstehen sich ohne Worte und ohne dass sie sich kennen. Wasserwelle 2 und Wasserwelle 1 kramen total brastig im Gouda. Ich positioniere mich hinter den zwei Strickjacken und Wasserwellen an der Kasse, weil ich gerne hinter beiden auf den Parkplatz gehen möchte. Das dauert noch etwas, beide Wasserwellen verlieren nicht die Beherrschung und kaufen weiter ein. An der Kasse: Die beiden Strickjacken räumen aufs Band, die beiden Strickjacken bezahlen, die Wasserwellen stehen wie Offiziere daneben und kontrollieren alles. Kontrolle des Kassenzettels und raus ins Auto. Die Strickjacken räumen ein, die Wasserwellen sitzen im Auto und streichen sich die Blusen glatt. Die Strickjacken steigen ein, Tür zu, und dann seh ich nur noch an der Mimik der Gesichter und Münder der Wasserwellen, dass die sich gerade entladen. Die Strickjacken verziehen keine Mine, fahren vom Parkplatz, werfen aber noch schnell einen verschmitzen Blick auf die 18-jährige, der gerade der Einkaufswagen-Chip auf den Asphalt fiel und die sich runterbeugt. Die Wasserwellen tillen jetzt, jetzt tillen sie komplett. ^^

(Ich setze mal voraus dass ihr wisst das ich spaße und nicht diskriminiere, da ich selber einen Vater habe der schon etwas älter ist). ^^


Für Eltern bleibst Du immer Kind

Für Eltern bleibst Du immer irgendwie ein kleines Kind, egal wie alt Du bist, egal ob Du selber schon Mutter oder Vater bist, egal wie lange Du schon alleine klar kommst. Wenn ich meinen Vater besuchen möchte, werfe ich mir vorher homöopathische Beruhigungsglobuli ein, weil ich nach 10 Minuten fix und fertig bin. Es geht los nach dem Klingeln:

"Kolumne, mach die Tür zu."

Als ob ich mit meinem Sohn in nem Wigwam lebe und wir ne Grasmatte aufschließen wenn wir nach Hause kommen. Weiter gehts:

"Was hastn da wieder an?"

Das ist bei ihm immer alles zu dünn, zu dick, zu bunt, zu kurz, zu flippig, zu durchsichtig etc."Na Kolumne, wieder was Neues gekauft? Das Geld muss bei Dir ja jungen." Ich bekomme für meine Arbeit Geld, keine Naturalien, und auch bei mir geht mal ne Hose oder nen Shirt kaputt, das gilt auch für den Kurzen. Hätten wir das auch. Der Gang ins Bad:

"Kolumne und Kind von Kolumne, spült bitte hinterher, Handtuch wieder aufhängen und nicht die Flüßigseife ins Waschbecken laufen lassen, kostet alles Geld und ich will nicht hinter Euch herräumen."

Ich hab manchmal Angst der weiß wieviel Blätter noch auf der Klopapierrolle waren, der Kurze und ich halten oft auf. Weiter gehts:

"Und? Arbeit? Biste da noch? Sieh mal zu dass Du da bleibst, sieh zu dass Du da bleibst."

Ja Papa, ich bleibe da. Der Kurze bleibt da auch, wir bleiben alle wo wir sind. "Und Wohnung? Alles gut da? Also ich kann nicht verstehen wie man da wohnen kann, hättest hier bleiben sollen."

Ja, äh nee, nicht hierbleiben, alles total easy da jetzt, und ich sehe ganz viel Wald wenn ich auf dem Balkon stehe und so.

"Willste was mitessen? Ich hab ja nix, esst mal was mit."

Und das ist immer der Höhepunkt, der Auslöser meine Migräne und der Grund für 2 Kippen hintereinander:

"Kolumne, mach mal mehr Butter drauf. Kolumnenkind, nicht soviel Leberwurst und hör auf das Messer abzulecken. Kolumne, mach noch ne Scheibe Wurst drauf, siehst schlecht aus. Kolumnenkind, nicht die Gurken aufmachen, Oppa ißt die so gerne. Kolumne, willste Dir ne Bregenwurst mitnehmen? Kolumnenkind, da liegen noch zwei Bollchen, steck die mal ein."

Und dann die Frage der Fragen:

"Biste noch alleine?"

Jetzt kommt Kolumnenkind zum Einsatz:

"Nee Opa, ... war gestern da, und vorgestern, und als ich am Wochenende weg war, auch. Mama wäscht seine Sachen mit und der küsst die immer."

Boah, ich hab dem 3 Euro gegeben dass er das NICHT sagt. Mein Vater wieder:

"Ob das dass richtige ist? Also irgendwie mag ich den ja, aber viel halten tu ich nix von. Der will sich bestimmt nur ein paar schöne Stunden machen."

Kolumnenkind setzt wieder an und ich bremse ihn aus:

"Ein Wort und ich gebe Dich zur Adoption frei, Freundchen!!!"

Da grinsen Opa und Kolumnenkind, da halten se zusammen. Wieder zu Hause schlafe ich im Sitzen auf dem Sofa ein, mit Schuhe an, und der Opa ruft nochmal an: Die Bollchen haben wir vergessen, auf dem Schuhschrank. Das nächstemal gibt es keine mehr, so! ^^


Bis um 4 Uhr morgens … Hoho

 

Weihnachten ist ja nicht unbedingt mein Event, das wisst ihr ja mittlerweile. Also habe ich mich dazu entschlossen, Heiligabend Freunde einzuladen. Freunde, die witzig und lustig sind. Quatschen, lachen, fröhlich sein. Ohne Tamtam, einfach nur eine Bottle-Party.

Geladen waren 2 Paare und ein Freund von mir. Dieser Freund brachte einen Kumpel mit den ich noch nicht kannte.  Ich hatte etwas Bedenken, dass die Konstellation vielleicht nicht passt.

Weil alle irgendwie schillernde Persönlichkeiten sind, schillernd, jede(r) auf  ihre/seine Art und Weise. Kumpel Georg, ihr kennt ihn aus der Kolumne „Franz hat kein Internet“ lief hier auf, und die Chemie passte. Alles locker, alles entspannt. Der Rest der Partygemeinde trudelte ein, und es herrschte eine ausgelassene, harmonische Stimmung. Jeder kam mit jedem ins Gespräch, es wurde gelacht und tolle Gespräche begleiteten den Abend. Der Kurze hatte auch Freunde eingeladen, die Bude war voll. Zu späterer Stunde kam die Jugend zu den „Alten“, ich glaube mein Wohnzimmer hat noch nie so viele Leute beherbergt. Facebook-Freundschaften wurden den Abend geschlossen, Handy-Nummern wurden ausgetauscht.  

In meinem Bett schlief Wilfried, im Wohnzimmer Georg, im Bett vom Kurzen lagen drei junge Männer, deren Name ich nicht nenne. Heute morgen so gegen 4 Uhr lag ich im Bett. Total zufrieden, total geflasht, total froh diesen Abend in so toller Runde verbringen zu dürfen.  

Um 11.11 Uhr die Augen aufgeschlagen, der Gang in die Küche, Kaffee und Kopfschmerztablette waren meiner ersten Freunde. In der Bude nahm das Leben seinen Lauf: Alle erwachten oder waren schon wach, der eine total fit und der andere noch leicht wankend. Gemeinsames Frühstück mit Brötchen und Rühreiern, eine Zusammenfassung des Abends mit schmunzeln etc., und so nahm der Tag recht träge seinen Lauf. Ich persönlich hatte heute Rücken, Kreislauf, Körper usw. Aber egal.  

Ich liebe solche Begegnungen, diese Menschen. Das sind Momente, die vergisst man nicht.  

Das sind Menschen, die ich sehr schätze.   

Das war ein Weihnachtsfest, welches ich es echt genossen habe.

Hier liegt noch ein Schal und eine Weste. Wer ging ohne nach Hause? ^^

(Gruß an Jenny T., Nils W., Maurice Z., Sascha B., Nick H., Mona T., Grit S., Bernd S., Sascha W., Torsten P., Tobias S. Und an alle Nachbarn, die das Drama heute Nacht mitgemacht haben im Dachgeschoss rechts).  


Auch Grund für meinen Weihnachtsfrust: Die Schlacht um die letzte Entenbrust!

 

Die Republik rastet aus dieser Tage. Dass ich nicht schon Menschen im Bademantel mit Lockenwicklern aufm Koppe zum Discounter rennen sah, in Schlappen, morgens um 4.17 Uhr, ist eigentlich alles. Sind ja zwei Tage die Geschäfte zu, die Nation wird elendig verhungern und verdursten, Menschen werden sich total kraftlos, unterernährt und dehydriert durch die Strassen schleppen.

Die Stimmung in den Supermärkten ist einfach nur ätzend im Moment. Fast überall gestresste Gesichter, abgenervte Menschen, quengelnde Kinder, angenervte Teenies, und die Rollen des Einkaufswagens vom Hintermann in den Hacken hängend, vielleicht geht es ja schneller wenn ich die Kunden damit weiterschiebe bis zum Mülltrennbehälter.

Letzte Woche war eine Frau vor mir, die mit dem bepacken vom Band nicht mehr hinterher kam: Sie schmiss hinten drauf wie irre, und vorne staute sich schon alles und flog fast unter den Pfandautomat. Der Kassiererin stand der Schweiß auf der Stirn, sie rief nach “2. Kasse bitte”, ich musste auf Klo, und schämte mich schon fast nur ein Paket Bio-Strauchtomaten unterm Arm zu haben. Ich griff noch nach einer Fernsehzeitung, ich fühlte mich so nackt!

Weihnachten, das Fest der Ruhe und Besinnlichkeit. Ruhe ist gut, gerade beim Einkaufen. Der Kampf ist eröffnet um die letzte Packung Mortadella und die Eier aus Bodenhaltung. Ich warte manchmal drauf dass sich Menschen mit Semmelknödeln bewerfen oder sich ne Hirschkeule über den Schädel ziehen, weil die Frau Müller der Frau Schulze das letzte Paket Hirschhornsalz entriss.

Überquellende Einkaufswagen, das Kartenlesegerät an der Kasse qualmt schon, die Kunden vor mir legen soviel Bargeld hin wie ich nicht mal im Monat verdiene (war übertrieben, hihi), ich würde gerne den Angestellten des Einzelhandels die Wange tätscheln und sagen: “Ist bald alles vorbei. Wenn Du Bock hast, kannst Du zu mir kommen auf eine Kaltschale oder so. Ich kraul Dir auch die Füße und die Ohren, hömma.”

Eskalation Parkplatz vor dem Discounter: Da herrscht manchmal ein Ton wie in einer Kaserne, weil der Single-Mann im Audi dem Ehepaar im Benz den Parkplatz raubte.

“Ey, wir waren eher da.”

“Na und, Sie sind doch Rentner, oder? Sie haben mehr Zeit.”

Ich hau dann ab und parke ganz weit weg weil ich es mit dem Einparken jetzt nicht so habe. Nicht dass der mich auch noch ausmeckert.

Ja, ich bin mittlerweile ein Grinch, trete mein Hirschhornsalz gerne ab damit es unterm Mistelzweig nicht noch knallt. Ich sehe sie schon alle um Dienstag jaulend und verzweifelt vor den Discountern knien weil die kompletten Nahrungsmittel aufgebraucht sind.

Gut dass es Zigarettenautomaten gibt, ich bin auf der sicheren Seite, auch wenn diese Seite dunkel ist und wenig Kekse hat. ^^


“Lutsch mal ein Stück Ingwer.”

Mich hat`s am letzten Wochenende schon aus den Latschen gehauen: Der gemeingefährliche grippale Infekt. Drei Tage habe ich mich noch zur Arbeit geschleppt, aber gestern war dann over and out. Eine Müdigkeit, als hätten mich ein Dutzend Tze-Tze-Fliegen gestochen. Der Rüssel verstopft und ich huste irgendwie animalisch.                                                     Gestern Abend musste ich noch schnell was Einkaufen. Und traf eine alte Bekannte wieder. Sie war Ernährungsberaterin in einer Klinik, in der ich vor knapp 20 Jahren mal arbeitete. Während wir uns unterhielten und ich immer Richtung Whisky und Gin hustete, gab sie mir den Tipp Ingwer zu holen. Zum einen um einen Tee damit zu kochen, zum anderen um den Ingwer zu lutschen. Sie sagte noch: „Der brennt alle Keime weg!“ Wie recht sie doch hatte.  Also habe ich einen Tee aufgebrüht, und mir ein Stück Ingwer in die Backentasche geschoben, um dann dieses Stück Ingwer mit meinen Zähnen zu zermahlen. Junge! Ich dachte, ich sehe gleich Sterne.  Das war so scharf, dass ich dachte mein Mund ist gleich taub. Die Tränen standen mir in den Augen, die Nase brannte, meinen Körper zog es auf einen Stuhl. Weil ich aber kein Weichei sein wollte, habe ich 3 Minuten hardcore daraufgebissen. Bis ich es dann nicht mehr aushielt und nur noch den Mund öffnete um das Teil im Biomüll abzulegen. Hui, das war ne Erfahrung. Ich habe im Badspiegel nachgeschaut ob meine Füllungen noch da sind und mein Zahnschmelz. Bislang kannte ich Ingwer nur als dezentes Gewürz in Speisen. Hier steht nur die getrocknete Variante zum würzen im Küchenschrank. Dass diese Wurzel soviel Bums hat, damit hatte ich nicht gerechnet. Die Ernährungsberaterin sagte mir noch, dass sie immer ein Stück in der Jackentasche hat und es tagtäglich lutscht. Entweder ist sie härter im nehmen, oder ihre Mundschleimhaut ist schon komplett verätzt, man weiß es nicht.                                               

Der Kurze hat sich vorhin eine Tasse Tee eingeschänkt. Ich hörte nur ein würgendes Geräusch und ein „platsch“. Dann kam ein: „Mama? Was verflucht ist das für ein Tee?“ Ich so:  „Ingwertee mein Kind, total gesund. Jetzt sei mal keine Pussy.”

 

Allen anderen, die es auch zerrissen hat: Gute Besserung. Wer von Euch vier Minuten Ingwer kaut, ist mein Held, das glaubt mal. ^^


Da stand ein Pferd auf dem Flur!

Ich habe am Freitag eine Weihnachtsfeier erlebt und vor allem gefeiert, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde. Natürlich handelt es sich um meine Klinik. Ich erwähnte ja schon, dass wir da feiern als gäbe es keinen Morgen mehr. 

Ich war total müde und groggy, wollte nicht hin. Mit war nicht so danach. Als sich dann eine Fahrmöglichkeit ergab (Danke Katrin T.), kam ich doch ins stolpern. Weil ich wusste, dass ich mich ärgere wenn ich die Anekdoten höre. Und das war die beste Entscheidung ever!

An diesem Abend wurden Kollegen verabschiedet, neue Kollegen begrüßt (die Führungsebene betreffend). Da musste auch ich mittendrin schlucken, mein Chef war/ist echt in Ordnung. 

Jedenfalls kamen ein paar warme Worte von den verschiedensten Abteilungen. Und plötzlich geht die Tür auf, und da kommt ein Pferd in den Saal. Mein erster Gedanke:

„Steffi, das war zu viel grüner Schnappes, nu ist aber Schluss!"

Das Pony hatte symbolischen Charakter, das nur am Rande. Und für alle Tierschützer folgender Hinweis: Das Pony war nur kurz bei uns, sprach auch irgendwie mit dem Chef, sorgte für totale Begeisterung und hinterließ auch etwas *kreisch*

Nun war Big Boss auch aus München vor Ort, da ist man ja etwas vorsichtig, zurückhaltend und so. Wir aber nicht. Wir haben genau so abgefeiert, wie wir auch sonst abfeiern. Und irgendwann sagte Big Boss: 

"Der Hammer hier. Ich glaube, ich komme jetzt des öfteren zu den Feten.“

Um 22.45 Uhr sollte es eine Überraschung geben. Irgendwie wussten alle um was es geht, ich aber nicht. Ich hatte auf einen Stripper getippt (gewünscht trifft es auch). 

Und dann gab es ein Feuerwerk der Extraklasse. Das hatte unser bald ausscheidender Geschäftsführer für uns organisiert. Es war wirklich toll, ich steh ja eh drauf. Eine total tolle Geste jedenfalls. 

Ich stand den Abend so oft mit offenem Mund da, beobachtete die Kolleginnen und Kollegen, die einfach nur Spaß hatten und eine Party der Extraklasse feierten. Wenn man Kollegen tiefenentspannt tanzen sieht von denen man weiß, dass sie einen echt harten Job haben und machen, dann freut mich das immer. Es gab eine Showband die Rock`n Roll spielten, und jeden Tisch mit einem Song beglückten. Ich glaube wir hatten „stand by me“. Ist aber auch egal. 

Die Tanzfläche füllte sich, die Stimmung wurde immer ausgelassener. Ich bin totaler Nichttänzer, da muss echt eine Menge passieren bis ich mal meine Extremitäten nach Musik durch den Raum schleuder: Den Abend war es soweit. Ich hätte noch 5 Tage weiterfeiern können. Aber irgendwann ist mal Schluss, und so kam ich dank einem Arzt der Neurologie sicher nach Hause (Danke Herr D.). 

Ich saß zu Hause noch 1 Stunde in der Küche, und musste mich erst sortieren und mich fragen, ob das alles eben echt stattgefunden hat.

Hat es. Die Kopfschmerzen am nächsten Tag untermauerten das auch. Als Biertrinkerin grünen Schnappes weglutschen, ist hardcore. 

Ich hoffe inständig, die Tradition unsere Sommer- und Weihnachtsfeste bleibt bestehen. An diesem Abend wurde mir wieder klar, dass ich echt Glück habe so tolle Kollegen meine Kollegen nennen zu dürfen. Von daher fahre ich gerne zur Arbeit. 

Kathrin B., steht der Termin für das Sommerfest schon? Dieses Jahr vielleicht doch nen Stripper? Hast Du ganz, ganz fein organisiert. ^^

Ja ist denn schon Dezember?

Ich bilde mir ein, dass jedes Jahr schneller vergeht je älter ich werde. 
Gerade die Tage sprach ich noch mit meiner Kollegin. Letztes Jahr zum selben Zeitpunkt saßen wir uns gegenüber und schmunzelten noch darüber, dass es eigentlich noch lange hin ist bis zu unserem nächsten "Das Jahr geht so schnell rum-Dialog". Und Zack, 2016 läuft noch ein paar Tage und schwubbeldiwupps ist 2017 am Start. Irre! 
An einem Tag ist nicht so wirklich was dran. An einer Woche im Grunde genommen auch nicht. Wie schnell ein Monat ins Land geht, merke ich an meiner Gehaltsabrechnung, wenn ich sie auf dem Schreibtisch liegen habe. Nur schade, dass die Kohle das nicht so sieht und irgendwie noch schneller vom Konto verschwindet. 
Ich muss gerade an Silvester 1999/2000 denken. Mit Freunden und 2 Kleinkindern in Dänemark. Und voll die Beziehungsdramen in dem Ferienhaus. Überlegt mal, das ist 17 Jahre her! Da hat der Kurze noch in die Windel gerömert. Mir kommt das absolut nicht so lange vor. 
Wenn ich über bestimmte Meilensteine in meinem Leben nachdenke, verschätze ich mich immer! Ich könnte schwören, dieses und jenes liegt 2-3 Jahre zurück. Und bin dann entsetzt, dass es schon 6 oder 7 Jahre waren. 
Jedes Jahr aufs neue sage ich mir, dass ich mal etwas Hektik aus meinem Leben nehmen sollte. Nicht dauernd allem hinterher hetzen, und dabei das Zeitgefühl verlieren. Kriege ich nicht geschissen! Es dauert wieder nur einen Fingerschnipp, wir haben Dezember 2017 und ich kaue Euch ein Ohr ab, weil das Jahr wieder so rannte. Im Schweinsgalopp an mir vorbei.
Stellt es Euch vor: 2026! Ich sitze mit 56 Jahren auf dem Sofa, vielleicht ein Enkelkind auf dem Schoß. Der Göttergatte sitzt im Feinripp-Unterhemd vor dem Fernseher, mit Plauze und Dosenbier. Und dann denke ich an die Kolumne von heute, an Euch, und schwöre felsenfest es ist erst 2-3 Jahre her. ^^