Lieber Herr Samtgemeindebürgermeister König,

 

nachdem Sie uns kürzlich schon in nichtöffentlicher Sitzung mit Ihren Überlegungen zur Zukunft der Samtgemeinde Boffzen überrascht, um nicht zu sagen, überfallen haben, so erstaunen Sie mich jetzt nach gut acht Wochen mit weiteren Betrachtungen zu diesem Thema in dem öffentlichen Leserbrief im TAH vom 12.11.2018.

Diesen Wechsel von nichtöffentlich zu öffentlich kann ich einerseits nur begrüßen, weil es das ist, was für eine Debatte nötig ist: Offenheit.

 

Andererseits würde ich es im Sinne des erkennbaren Problemdrucks sehr begrüßen, wenn Sie als Hauptverwaltungsbeamter nun endlich einmal Handlungsalternativen  aufzeigen würden. Selbst das von Ihnen zitierte Schreiben des Innenministeriums spricht ja schon mehrere Lösungsansätze an!

 

Umso sinnvoller wäre doch deshalb eine Bearbeitung dieser Varianten und die Prüfung weiterer Optionen. Und wie immer, so gibt es auch hier mehrere Wege auf den Gipfel der Erkenntnis. Wichtig ist es aber doch vor allem, auch wirklich alle Einwohner dorthin mitzunehmen. Alleingänge sind da nicht wirklich zielführend. Es geht hier um die Zukunft der Bürger in der Samtgemeinde Boffzen angesichts der Herausforderungen von Demografie, Digitalisierung und Klimawandel. Und an dieser Stelle muß es jede Mühe wert sein, die wirklich besten Varianten zur Auswahl zu stellen und in demokratischem Wettbewerb offen zu diskutieren.

 

Kurzsichtiges Fokussieren auf erstbeste Antworten birgt immer Risiken im weiteren Verlauf. Auch darauf verweist der von Ihnen zitierte Brief des Ministeriums des Inneren. Das hat bereits bei Ihrem Vorgänger im Amte nicht funktioniert und war am Ende auch eine Ursache für dessen Scheitern. Diese acht verlorenen Jahre sind zwar aktueller Quell auflaufender Finanz- und Strukturprobleme in der Samtgemeinde, sie können Ihnen aber kein Vorwand sein, sich jetzt mit wehenden Fahnen in den Schmollwinkel zu begeben und dem Rat die Verantwortung zuzuschieben, wie sie es jetzt in diesem Leserbrief tun.

 

Ich bin großer Fan einer gut funktionierenden Verwaltung und der darin versammelten Kompetenzen. Ich appelliere deshalb an Sie und Ihre Mitarbeiter, nichts unversucht zu lassen, die wirklich beste Lösung zu erarbeiten und anzubieten. Dafür wurden Sie gewählt.

Die Aufgabe ist viel zu wichtig, als sie in dem früher gepflegten Stil Ihres Vorgängers mit seinen Tricksereien zu gefährden.

Es ist jetzt nötig den Blick zu heben, die Werte zu analysieren (z.B. nach VDI 2800 Folgende oder ähnliches) Lösungen zu erarbeiten und Perspektiven zu eröffnen.

 

Wir haben heute den großen Vorteil von den Erkenntnissen und Ergebnissen der letzten zehn Jahre bei kommunalen Fusionen profitieren zu können. Deshalb sind jetzt neue Denkweisen und Lösungsansätze für die Erledigung kommunaler Dienstleistungen nötig, um unsere alten Probleme endlich hinter uns zu lassen.       

 

Ein weiter so darf es nicht geben.                                        

Mein Eindruck ist, die Mehrheit der Ratsmitglieder wartet darauf.

  

mit freundlichen Grüßen,

Heinrich Wenisch

Lauenförde

 

BBSB - Mitglied im Samtgemeinderat.